Die Sicherheitspolitik Frankreichs während der Präsidentschaft Mitterands im Spannungsverhältnis zur NATO und WEU
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Produktdetails
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Kopierschutz
Nein
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Nein
Erscheinungsdatum
14.11.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
230 (Printausgabe)
Dateigröße
2158 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638232715
von dessen Begründer und ersten Staatspräsidenten General Charles de
Gaulle bestimmt und geprägt, denn sie wurde aufgrund der starken Stellung seines
Amtes zu einer 'Domaine réservé' des französischen Staatschefs und all seiner
Nachfolger.
Durch die Auflösung des Kolonialreiches und die Hegemonie der USA und der
UdSSR nicht nur in Europa hatte Frankreich nicht mehr die 'Grösse' und spielte
nicht mehr die Rolle in der Weltpolitik, die Frankreich seiner Meinung nach
innehaben sollte. Durch die Mitgliedschaft Frankreichs in der militärischen Integration
der NATO hatte Frankreich nicht die Souveränität bezüglich seiner
Sicherheitspolitik, die sich de Gaulle für Frankreich vorstellte. In den Augen de
Gaulles konnte nur mit Nuklearwaffen eine unabhängige Verteidigung ausserhalb
der NATO-Integration ermöglicht werden, gleichzeitig wurde die 'Force de Dissuasion'
ein Attribut für die 'Grösse' Frankreichs. Der Austritt Frankreichs aus
der militärischen Integration der NATO 1966 und der Aufbau der nationalen
Atomstreitmacht sollten Frankreich dazu verhelfen, neben den USA und der
UdSSR als dritte verantwortliche Macht in Europa Bestand zu haben, wobei ein
weiterer wichtiger Punkt der Aussen- und Sicherheitspolitik de Gaulles unter
dem Stichwort 'Sicherheit vor Deutschland' gefasst werden muss, da der deutsche
Nachbarstaat Frankreich bis 1945 innerhalb von 75 Jahren dreimal angegriffen
hatte.
Die NATO hatte sich unter der politischen und militärischen Hegemonie der
USA seit ihrer Gründung 1949 als das dominante westliche Verteidigungsbündnis
entwickelt, während die Westeuropäische Union, die die europäischen Verteidigungsinteressen
beinhalten sollte, seit ihrer Gründung 1954 aufgrund des
Ost-West-Konfliktes und der Unstimmigkeiten der europäischen Mitgliedstaaten
untereinander eine untergeordnete Rolle spielte.
Seine Nachfolger in dem Amt des Staatspräsidenten, der Gaullist Georges Pompidou
und der Republikaner Valéry Giscard d'Estaing führten die Aussen- und Sicherheitspolitik im Geiste de Gaulles fort, wobei Frankreich durch verschiedene,
teilweise geheime Initiativen wieder näher an die NATO 'heranrückte', ohne
die Sonderstellung in der NATO oder den Anspruch auf politische und militärische
Unabhängigkeit aufzugeben. [...]
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