Antisemitismus und Antizionismus in der DDR
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Produktdetails
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Nein
Erscheinungsdatum
19.11.2008
Verlag
GRINSeitenzahl
15 (Printausgabe)
Dateigröße
419 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640215058
Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches ansah1. Gab es in der DDR
Antisemitismus? Und wenn ja, wie kann ein antifaschistisches Land antisemitisch
sein?
Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung des Themas, fragte ich
verschiedene ehemalige DDR-Bürger, was sie dazu denken. Alle ohne Ausnahme
waren der Meinung, dass es in der DDR keinen Antisemitismus gab, da die DDR ja
als antifaschistisch galt.
Doch war dies wirklich so? Im Folgenden werde ich näher auf die verschiedenen
Formen des Antisemitismus eingehen, eng verbunden mit dem Phänomen des
Antizionismus.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges, wurde das ehemalige Deutsche Reich unter den
Siegermächten aufgeteilt. Aus der amerikanischen, britischen und französischen
Besatzungszone ging später die Bundesrepublik Deutschland hervor, während aus
der sowjetischen Besatzungszone die DDR gegründet wurde. Die DDR verstand sich
nicht als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches. Geschaffen werden sollte ein
antifaschistisches sozialistisches, totalitäres System, ganz nach dem Vorbild der
damaligen UdSSR. Durch die antifaschistische Staatsdoktrin sind viele im 2.
Weltkrieg geflüchtete Juden wieder in ihre ehemalige Heimat zurückgekehrt, in der
Hoffnung ein neues, ganz normales Leben ohne Verfolgung und Diskriminierung
aufbauen zu können. Doch scheinbar war dies nicht ganz so einfach, wie von vielen
erhofft.
Die Spitze der DDR war der Meinung, dass man durch die Abschaffung des
Kapitalismus und des Privateigentums alle Ursachen des Faschismus "ausgerottet"
habe. Die Verbrechen, welche an den Juden verübt wurden, waren "nur"
Ablenkungsversuche, um ein kapitalistisches System aufbauen zu können. Genauer
gesagt, richtete sich die Judenvernichtung im Dritten Reich zunächst gegen das
jüdische Proletariat. Später dann ab 1938 wurde die Vernichtung der Juden damit
erklärt, dass es dabei mehr um die monopolistischen Kreise innerhalb des deutschen
Kapitalismus ging, wobei die kapitalistischen Juden eine Art Blitzableiterfunktion
hatten. Die Vernichtung der Juden im Dritten Reich war für die SED nur ein Verbrechen unter vielen. Die Priorität lag nach ihren Aussagen bei der Verfolgung
und Ermordung der kommunistischen Widerstandkämpfer3.
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