'Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen': Liebe, Utopie und Grenzüberschreitung in Ingeborg Bachmanns Erzählung 'Undine geht'
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
12.06.2007
Verlag
GRINSeitenzahl
30 (Printausgabe)
Dateigröße
548 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638812405
Allerdings wird man Ingeborg Bachmanns Texten nicht gerecht, wenn man bei einer Deutung ausschliesslich diese kritisch-pessimistische Sicht auf die Welt zugrunde legt. Denn ihr Werk wäre nicht denkbar ohne einen utopischen Grundton, der - mal stärker, mal schwächer - immer wieder zu vernehmen ist. Andererseits wird die Verwirklichung dieser Utopien immer wieder ins Reich des Unmöglichen verwiesen, und es ist letztlich diese Spannung zwischen dem Festhalten an einer Utopie und dem zugleich fehlenden Glauben an ihre (gesellschaftliche) Realisierung, die charakteristisch ist sowohl für ihre Gedichte als auch für ihre Prosatexte und Hörspiele.
Letztlich dürfte es - im "dreissigsten Jahr" nach ihrem frühen Tod - bei der literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Bachmanns Werk darum gehen, sowohl ihre Verwurzelung im historischen Kontext - also vor allem Kriegs- und Nachkriegszeit sowie politische Restaurationsphase - als auch ihre individuell ausgeprägte Sichtweise auf ihre (öffentliche und private) Umwelt gleichermassen zu berücksichtigen.
In der vorliegenden Untersuchung der Erzählung "Undine geht" wird deshalb davon ausgegangen, dass der Liebesverrat von zentraler Bedeutung ist, dass eine rein existentialistische Erklärung für die zyklische Handlungsstruktur aber ebenso zu kurz greift wie eine Überbetonung der Verbindung zwischen Bachmanns Werk und der "Dialektik der Aufklärung" von Adorno und Horkheimer.
Vielmehr wird zunächst einmal dezidiert untersucht, wie Bachmann das Geschlechterverhältnis darstellt und welche Konsequenzen diese Darstellung für den Handlungsverlauf hat. Dann wird - ausgehend von der Titelfigur - analysiert, welche Rolle der Utopie in der Erzählung zukommt, welchen Stellenwert die Autorin in diesem Zusammenhang der Literatur und dem Schriftsteller beimisst und in welcher Weise sie sich dabei auf die literarische Tradition bezieht.
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