Die Bedeutung der Magie in Goethes Faust (Erster Teil)
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Erscheinungsdatum
01.01.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
116 (Printausgabe)
Dateigröße
2125 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783638244176
Faust. Der Tragödie erster Teil. Dass die Faust-Dichtung etwas mit Magie zu tun hat, ist
auch vielen jener bekannt, die nicht zu den Lesern des Dramas zählen. Vor allem der Pakt mit
dem Teufel und die Walpurgisnacht auf dem Blocksberg sind allgemein bekannte Motive des
Faust. So kann man neben der 'Gretchen'- und der 'Gelehrten'-Tragödie auch die Tragödie
des Magiers und Adepten sehen, der in und an seiner Magie scheitert - dennoch begleitet ihn
die Magie durch sein weiteres Leben und wird für sein Schicksal bestimmend. Neben der eines
Motivs erfüllt die Magie jedoch noch eine weitere Funktion: Goethe hat sie immer wieder
als ein dramaturgisches Mittel benutzt, um die Handlung des Faust weiterzuführen. In dieser
Arbeit soll gezeigt werden, dass der Bereich der Magie ein wesentlicher Bestandteil dieser
Dichtung ist, und zwar sowohl ein inhaltlicher wie ein dramaturgischer. Dazu befasst sich das
Kapitel "Die Magie vom Mittelalter bis zu Goethes Zeit" zunächst allgemein mit der Bedeutung
des Begriffes 'Magie' im späten Mittelalter, in der Renaissance und im 18. Jahrhundert. Es
klärt weiterhin die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen weisser und schwarzer Magie
sowie zwischen Magie und Hexerei. Ausserdem soll das Verhältnis der Magie zur Religion und
zur Wissenschaft Berücksichtigung finden, da Faust sich ja von Religion und Wissenschaft abund
der Magie zuwendet. Der Begriff der 'Pansophie' bedarf einer eingehenden Erläuterung,
da sich in ihm das summiert, was Goethe und mit ihm Faust im wesentlichen unter 'Magie'
verstehen.
Die Religionsethnologie und die Vergleichende Religionswissenschaft liefern eine Fülle an
Literatur, die sich mit der Magie schriftloser, sogenannter 'primitiver' Kulturen bis hin zu den in
den 'Hochreligionen' enthaltenen Elementen magischer Praxis beschäftigen. Obwohl die Ethnologen
auf eine relativ junge Geschichte ihrer Disziplin zurückblicken, stellt sich ihnen mit
Evolutionismus, Strukturalismus, Funktionalismus u.a. eine vielfältige Methodengeschichte
dar. Dabei wurde die Magie oft - in den Anfängen fast ausschliesslich, in jüngerer Zeit weniger -
vom Standpunkt der industrialisierten Zivilisation bzw. des Christentums aus betrachtet. Daraus
resultierten immer wieder Wertungen, die zu der höchst zweifelhaften Unterscheidung
zwischen 'Glaube' (Christentum) und 'Aberglaube' (Magie) führten. [...]
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