Stereotypen oder Propaganda - Analyse eines Amerikabildes aus der Zeit des Nationalsozialismus
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
22.11.2006
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
489 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638572354
Der Blick reicht keine hundert Meter weit, und auch drinnen in den Häusern schützt man sich durch nasse Tücher vor Nase und Mund vor den schrecklichen Wirkungen der allerfeinsten Staubteilchen. Die Landstrassen sind verlassen, die Eisenbahnzüge schleichen nur noch vorwärts. Das Vieh ist verstört, weil es nicht begreift, was plötzlich in der Natur vorgeht. Die kleinen Kinder und die an Lungenentzündung erkrankten Erwachsenen, die sich nicht rechtzeitig in volle Sicherheit bringen konnten, sterben schnell dahin.
Das ist schlimmer als ein Tornado, als sengende Hitze und eisige Winterskälte, das ist das Furchtbarste was die Menschen in Amerika je erlebt haben. Wenn der Wind sich legt, ist die Gefahr noch längst nicht vorüber, denn dann senkt sich immer noch der Staub tagelang hernieder und tötet alles ungeschützte Leben. Das ist die Strafe für menschliche Gier und Geldsucht."
Dieses Zitat aus dem Buch "Amerika alt und neu - Geschichten aus USA" über den Zusammenhang zwischen den Naturgewalten und dem Schicksal einiger amerikanischer Einwohner zeugt von einer kritischen Einstellung des Autors gegenüber den USA und stammt aus der Zeit des Dritten Reiches. Die Natur "rächt" sich an seinen Einwohnern für "das Unrecht", welches sie, in diesem Fall durch den Kriegseintritt im ersten Weltkrieg, begangen haben. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren über einige Jahrhunderte von verschiedenen, meist jedoch mehr negativen als positiven Stereotypen gekennzeichnet.
Reiseberichte, genauso wie Briefe von europäischen Auswanderern, als auch Werbebroschüren amerikanischer Bürger verbreiteten in Europa seit der Entdeckung der "Neuen Welt" umfangreiche, aber auch unterschiedliche Bilder über "das Land der unbegrenzten Möglichkeiten".
Während der Zeit des Nationalsozialismus jedoch lässt sich verhältnismässig wenig Literatur über die USA finden. Das hängt natürlich zum einen mit der immer weiter voranschreitenden Pressezensur zusammen, und ausserdem stimmte der ,American way of life' überhaupt nicht mit der Ideologie der Nationalsozialisten überein.
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