Tristan und Isolde - Zum Selbstverständnis der Dichter Marie de France, Thomas d'Angleterre und Béroul
-
- Einzelkauf Download ausgewählt
-
Sprache:Deutsch
Fr. 18.90
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
16.11.2007
Verlag
GRINSeitenzahl
30 (Printausgabe)
Dateigröße
221 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638860512
Foucault spricht hier von der Autor-Funktion, die er irgendwo zwischen der tatsächlichen Dichter-Person und der Erzähler-Figur, einem alter ego, ansiedelt. Die direkte Ansprache des Lesers durch den Autor, Passagen, in denen dieser sich - in seiner Autor-Funktion - zu erkennen gibt und die Handlung subjektiviert, sind in der Literatur nach 1950 nahezu verpönt. Das ,Verschwinden' des Autors impliziert, dass Autoren früher einmal in ihren Werken deutlicher zutage traten: Werke, in denen ein auktorialer Erzähler Bewertungen und Kommentare abgibt, sind gerade vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit Proust, Gide, Beckett, Thomas Mann und natürlich schon früher (z.B. bei Dostojewski) bekannt.
Wie war es aber, als die abendländische geschriebene Literatur noch in den Kinderschuhen steckte, als von Autorschaft im heutigen Sinne noch nicht die Rede war und sich der Übergang von der mündlichen zur schriftlichen Erzähltradition gerade erst vollzog? Welche Haltung nahmen Erzähler damals ein und wie nutzten sie diesen strukturellen Wandel? (...)
Ziel dieser Arbeit ist es also zu zeigen, ob und inwiefern die mittelalterlichen Schriftsteller sich als schreibende Individuen zu erkennen geben und was sie damit bezwecken. Nach einer chronologischen Verortung der zu betrachtenden Werke und einem Blick auf die Stoffgeschichte folgt die Betrachtung der Texte. In einem zentralen Kapitel wird sodann das zeitgenössische Umfeld unserer drei Dichter beleuchtet, um schliesslich das jeweilige Selbstbild der Autoren zu umreissen.
Den Abschluss bildet ein Streif-Blick auf die Antike. Die translatio klassischer Kultur erreichte um die Mitte des 12. Jahrhunderts mit der Adaption antiker Texte in das Französische einen Höhepunkt. Die Herausbildung eines Selbstverständnisses des Künstlers als solchem war aber bei den Griechen mit ihrer langen Schrifttradition schon früh vollzogen, was den mittelalterlichen Rezipienten sicher nicht verborgen blieb. Daher sollen die mittelalterlichen Werke und ihre Urheber nicht isoliert betrachtet, sondern in Bezug zur klassizistischen Dichtung(stheorie) gesetzt werden, um auf Kontinuitäten und Trennendes hinzuweisen.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.