Schicksal und Schicksalslosigkeit in Imre Kertész' "Roman eines Schicksallosen"
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
30.07.2008
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
286 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640122424
Wie soll menschliches Leben ohne Schicksal, also ohne einen persönlichen Lebensweg möglich sein? Diese - für den Leser des Romans geradezu selbstverständliche - Fragestellung ist durch eine bestimmte Sichtweise auf den Schicksalsbegriff motiviert, die sich Kertész nicht zu Eigen macht. Bei der Betrachtung von Schicksallosigkeit wird daher zunächst die traditionelle Vorstellung von "Schicksal" ebenso Eingang finden müssen wie die Umdeutung, die der Begriff bei Imre Kertész erfährt.
Dazu werden neben dem "Roman eines Schicksallosen" auch das "Galeerentagebuch", eine Sammlung von Tagebucheinträgen des Autors, die die Grundüberlegungen beim Schreiben des "Romans eines Schicksallosen" dokumentieren, und ein weiterer Roman, "Kaddisch für ein nicht geborenes Kind," herangezogen.
Die Person und der Lebensweg des Autors, ebenso wie die Tatsache, dass die Hauptfigur des Romans zweifellos autobiographische Züge in sich trägt - muss doch "das Ich des Romans den selben Weg gehen [...], den sein Verfasser ging" - lassen Schicksal und Schicksallosigkeit zum Zentralbegriff für das Verständnis Kertész' von der Vernichtung der europäischen Juden werden. Die Verknüpfung vom Holocaust mit den Vorstellungen des Autors vom Schicksal wirken für den Leser - dies wird noch zu zeigen sein - zutiefst verstörend.
In dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, den Schicksalsbegriff bei Imre Kertész zu erklären und zu bewerten. Das Roman-Ich spricht zwar jedem Aussenstehenden, der das Vernichtungslager nicht selbst erlebt hat, die Kompetenz ab, eine solche Bewertung vorzunehmen, da ihm zum vollständigen Durchdringen der Materie die persönliche Erfahrung schlichtweg fehle, dennoch erscheint es für eine kritische Betrachtung des Werkes für die Literaturwissenschaft unerlässlich.
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