Begraben unter einer Schneedecke findet der Buchhändler Leonhard in den Wäldern das lange vergessene Dorf Kreuth. Zwischen den Ruinen stösst er auf ein altes Tagebuch. Nacht für Nacht verschlingt er von nun an die verstörenden Aufzeichnungen. Plötzlich bekommt er Alpträume. Als er auch tagsüber glaubt, von einer Erscheinung, einer Frau in Schwarz, verfolgt zu werden, fürchtet er, den Verstand zu verlieren. Gemeinsam mit dem Iren Doug begibt er sich auf Spurensuche - und schlägt die Brücke in eine Vergangenheit, die besser unangetastet geblieben wäre ...
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Toll geschriebener Grusel
Rabentochter am 27.09.2020
Bewertungsnummer: 1382216
Bewertet: eBook (ePUB)
Leo findet auf einem nahen Friedhof das Tagebuch einer Verstorbenen. Sie war eine Einwohnerin eines mittlerweile nicht mehr existenten Weilers, in dem sich, wie Leo bald feststellt, seltsame Begebenheiten zugetragen haben, die nicht ganz von dieser Welt scheinen. Bevor Leo sich versieht, fängt er an mit seinem neuen Freund, dem Iren Doug, Nachforschungen anzustellen, die ihn immer tiefer in den Sog von Mythen, altem Volksglauben und einer dunklen Macht geraten lassen und ihm sehr gefährlich zu werden drohen....
Ich hatte schon ein bisschen Bedenken, weil es ja als Schauerroman benannt ist und ich schon immer ein riesengroßer Hasenfuß war und immer noch bin. Deswegen hatte ich ein bisschen Sorge, dass es zu gruselig für mich sein könnte. Gruselig fand ich's dann auch für meine Verhältnisse, aber ich denke echte Horrorfans werden dann doch eher nur einen leichten Schauer vernehmen. Seltsame Begegnungen, Alpträume und Erlebnisse, die sich der Protagonist einbildet oder vielleicht doch nicht (?) regen nicht nur die Fantasie, sondern auch den Schauer an. Der Grusel entsteht zu Beginn zunächst nur im Kopf des Lesers, nimmt aber mit der Handlung immer handfestere oder sollte ich sagen krallenbewertere Formen an...
Die Figuren fand ich toll gestaltet und besonders die Diskussionen zwischen Leo und Doug waren sehr spritzig und wie ich fand auch sehr natürlich und nicht überzogen gestaltet. Man hatte wirklich den Eindruck, dass einem zwei Menschen aus Fleisch und Blut gegenüberstehen und man ihnen bei der Diskussion zuhören kann. Ich fand es dabei auch spannend zu beobachten, wie ich manchmal Leos Position und manchmal Dougs vertreten habe. Bei Figuren sind also gut nachzuvollziehen.
Die Handlung war durchweg spannend und super zu verfolgen. Manche Stellen haben bestimmt Handlungen oder Enthüllungen etwas hinausgezögert, was aber niemals künstlich wirkte und immer sehr verständlich begründet wurde. Gerade dieses Hinauszögern hat dazu geführt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
Das Übrige hat dann der Schreibstil dazu getan. Ich war zu Beginn etwas verwirrt und musste mich eine Seite lang eingewöhnen, weil ich davor ein Buch mit sehr beschreibendem Stil gelesen hatte. Der Schreibstil ist eher berichtend, wie ein fast schon nüchterner Tagebucheintrag. Es passt aber perfekt zu Leos Charakter und der Geschichte und las sich herrlich. Ich habe nichts vermisst und konnte richtig gut eintauchen in die Geschichte!
Fazit: Gruselig genug war es für mich auf jeden Fall, ich kleiner Angsthase ;) Aber auch der Charakter der Rauhnächte kam gut rüber, wie ich finde. Alles in allem also ein super Buch für die dunkle Jahreszeit, bei dem man sich je nach Charakter mehr oder weniger gruseln kann, mit einem tollen, angenehm zu lesenden Schreibstil!
Die Geister die ich rief...
Bewertung aus Esens am 26.10.2020
Bewertungsnummer: 1394205
Bewertet: eBook (ePUB)
....die werd ich nicht mehr los. So muss es Leonhard ergangen sein, als er auf einem verlassenen Friedhof erst eine Kette und dann ein Tagebuch findet. Danach fangen seine Albträume und auch Halluzinationen an...
Als er sich mit dem Tagebuch näher befasst, erfährt er von einem Geheimnis dass besser verborgen geblieben wäre...
Als er den Iren Doug ins Vertrauen zieht wird und dieser ihm helfen will hinter das Geheimnis zu kommen, fangen die beiden an zu forschen...
Der Schreibstil des Autors lässt sich gut lesen und auch der Gruselfaktor kommt nicht zu kurz, vor allem wenn man ein Kopfkino wie ich hat und sich gut in die Situationen hineinversetzt.
Die Story an sich hat einen eher tragischen Hintergrund, es geht um eine junge Frau die es nicht gerade leicht hat und an ihrer Situation verzweifelt...
Von daher sind die Tagebucheinträge nicht gerade leichte Kost, aber trotz allem sehr lesenswert.