Kansas, 1870: Der Student Will Andrews kehrt Harvard den Rücken, um im Wilden Westen sein Glück zu finden. Er landet in Butcher’s Crossing, einem Ort mitten im Nirgendwo. Dort wimmelt es von rastlosen Männern, Huren und zwielichtigen Gestalten. Auf der Suche nach Geld und Abenteuern schließt sich Andrews einer Gruppe von Büffeljägern an. Nach einer strapaziösen Reise gelangen sie ans Ziel und geraten, besessen vom Töten der Büffel, in einen Blutrausch. Bald holt der Winter sie ein. Erst im Frühjahr, halb wahnsinnig durch Hunger und Kälte, können sie heimkehren. Doch was sie erwartet, ist eine Welt, die sich genauso endgültig verändert hat wie sie selbst. Lesung mit Johann von Bülow 7 CDs Laufzeit 538 min
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gewaltige Natur, dichte Erzählung
tim am 19.02.2025
Bewertungsnummer: 2417353
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein fabelhafter Roman, den ich von der ersten bis zur letzten Seite in vollen Zügen genossen habe. Die Bildsprache von Williams ist unglaublich. Sie folgt nicht dem üblichen Strang einer Western-Geschichte sondern zeigt viel mehr das grosse Leid dieser Zeit, die oftmals so romantisiert wird.
In den letzten Tagen des Wilden Westens
Bewertung am 15.11.2022
Bewertungsnummer: 1826876
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ja, meine Generation ist mit Winnetou aufgewachsen. Und nein, wir würden es heute nicht mehr lesen. Dafür gibt es John Williams Butcher's Crossing. Dieser Roman thematisiert alles, was heute auch aktuell ist: Der desaströse Umgang des Menschen mit der Natur und deren Ressourcen. Die Unerbittlichkeit der Natur mit denen, Unerfahrenheit und Selbstüberschätzung werden zum strafenden Bumerang. Die Story spielt um 1870: Der junge naive Will Andrewas aus grossbürgerlichem urbanen Umfeld hat gerade erst sein Studium abgeschlossen, und wähnt sich auf den Spuren Ralph Waldo Emersons, als er in Butcher's Crossing in der ersehnten Wildheit der Natur eintrifft, einen Treck finanziert, der Büffelfelle in grossser Zahl in den rauen Bergen der Rocky Mountains erjagen will. Zu viert machen sie sich auf, der erfahrene Jäger Miller, der die geheim gehaltenen Jagdgründe kennt, sein erfahrener Kutscher und Koch Charlie Hoge, der seinen Arm verloren hat, ein frommer Säufer, und Fred Schneider, der Häuter, der lebenslustig und egoistisch ist und als Einziger den Leader Miller zu hinterfragen traut. Nach einer mühsamen Fahrt über unwegsame Pässe und endlose Steppen treffen sie auf das ersehnte Paradies. In massloser Gier schlachten sie die Büffel ab, die Jagd wird beschrieben als blutiges Handwerk, getrieben von der Gier Millers, der vom Jagdfieber besessen ist. Doch dann bricht der Winter in unvorhergesehener Härte ein. Knapp, mit viel Zwist und noch mehr Glück überleben sie den Winter, machen sich auf die Rückreise. Doch auch hier widerfährt den Abenteurern ein harter Schicksalsschlag, und auch Butcher's Crossing treffen sie anders an, als sie erwartet hatten. Es sind grandiose Naturbeschreibungen, ambivalente Charaktere und eine von überraschenden Wendungen reiche spannende Handlung, die dieses Buch zu einem grossen und besonderen Lesevergnügen machen, und soviel sei verraten, es gibt kein Happy End! Das Buch ist weit weg von Western-Kitsch, es ist für mich wirklich grosse Literatur.