Eine Spurensuche nach den Opfern des Nationalsozialismus in der Region Langelsheim-Lutter, Nordharz Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit in Langelsheim
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
26.06.2015
Verlag
GRINSeitenzahl
8 (Printausgabe)
Dateigröße
690 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668000223
Mit massivem Terror der ihm bedingungslos ergebenen, parallel zur Polizei aus der SA bzw. SS rekrutierten sog. "Hilfspolizei" wurden die Abgeordneten anderer Parteien zum Mandatsverzicht oder Übertritt in die NSDAP gezwungen.
Die Strukturen von SPD und KPD wurden zerschlagen.
Überfallkommandos der "Hilfspolizei" fuhren in Ortschaften des Landes Braunschweig, in denen die Arbeiterparteien bei den Reichstagswahlen am 5. März 1933 noch eine Mehrheit erhalten hatten. Diese Orte sollten - mit einem Polizeiausdruck gesprochen - "überholt" werden, d.h. politische Gegner wurden schwer misshandelt und festgenommen. Um dem Terror zu entgehen, flohen NS-Gegner teilweise in die Wälder; Frauen und Kinder versorgten sie heimlich mit Nahrung.
Lutter am Barenberge und Langelsheim gehörten zu den ersten "überholten" Orten der Nordharzregion (Schlüter 2013a,b). Am 27. März 1933 wurde Langelsheim von einem Braunschweiger SS-Rollkommando überfallen. Anhand einer Liste wurden etwa 40 Personen aus ihren Wohnungen geholt und in der Kegelbahn des Gasthauses Bokenmüller z.T. extrem brutal misshandelt. August Grotehenne, Sozialdemokrat und aktiver Gewerkschafter, starb am Morgen des nächsten Tages an diesen Folterungen.
Auch der Langelsheimer SPD-Landtagsabgeordnete und Gewerkschafter Heinrich Siems wurde ein Opfer der Naziterrors - er wurde mehrfach inhaftiert, kam 1944 in das KZ Sachsenhausen und starb 1945 im KZ Bergen-Belsen (Schlüter 2013a).
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