'An keinen Gegenstand hängen'. Goethes 'Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten' als fiktionale Fiktionalitätstheorie
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
13.10.2015
Verlag
GRINSeitenzahl
17 (Printausgabe)
Dateigröße
334 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668065437
Seit Veröffentlichung wurde dieser Text Goethes immer wieder als eine Art Allegorie gelesen, deren verschlüsselte Aussage über reale Personen, Begebenheiten oder Institutionen es zu dechiffrieren gelte.
Dass es einen solchen Schlüssel nicht gibt, soll zum einen anhand von Goethes Nachlass plausibel gemacht werden, in dem sich der Dichter zwar weniger über das "Mährchen" selbst äussert als vielmehr, für uns nicht minder erhellend, ebenso kuriose wie disparate Entschlüsselungsversuche seiner Zeitgenossen (ironisch) kommentiert und beantwortet. Zum anderen gilt für das Märchen, was für fiktionale Welten ganz allgemein gilt: sie sind "univial, d.h. zuerst einmal durch die sie realisierende Darstellungsgesamtheit und deren Interpretation zugänglich."
Das "Mährchen" erschien zwar, als einzige Binnenerzählung mit einem Titel überschrieben, seltsam abgetrennt vom Rest der "Unterhaltungen", ohne dass die Rahmenhandlung anschliessend wieder aufgegriffen würde. Seine separierte Stellung sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es ein Text in einem Text bleibt, also Teil einer Darstellungsgesamtheit. Was die abgerückte Platzierung des "Mährchens" motiviert haben könnte, gilt es erst im Zuge der Interpretation zu erörtern.
Im Hauptteil der vorliegenden Arbeit soll also in den "Unterhaltungen" nach Hinweisen gesucht werden, die Status und Intention des "Mährchens" näher zu bestimmten helfen: Handelt es sich um einen Schlüsseltext, der ein geheimes Wissen, einen verdeckten Kommentar zum Zeitgeschehen oder eine verschlüsselte Botschaft an einen bestimmten Adressatenkreis enthält? Oder werden in den "Unterhaltungen" die Fiktionalität der Abschlusserzählung und damit die Problematik jeglicher vereinfachender Referenzialisierung bereits thematisiert?
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