Weibliche Adoleszenz Rollen, Rollenerwartungen und Rollenverstöße im wilhelminischen Erziehungssystem Mädchenpensionat. "Ellen Olestjerne" (1903) und "Mädchen in Uniform" (1934)
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
26.08.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
36 (Printausgabe)
Dateigröße
207 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640992737
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Deutsches Seminar), Veranstaltung: Jugend in der deutschen und russischen Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: Eine Analyse verschiedener Verläufe weiblicher Adoleszenz , wie sie in den beiden Romanen Ellen Olestjerne und Mädchen in Uniform dargestellt werden, kommt nicht umhin, Bezug auf den gesellschaftlichen Kontext zu nehmen, in den die Handlungen eingebettet sind. Dies umso weniger, wenn - wie hier der Fall - die Texte biographisch geprägt und damit vor einem tatsächlichen historischen Hintergrund situiert sind (Faber 1993; Wall 1995, Bd. 2, 209-211; Kubitschek 1998; Egbringhoff 2000).
Es gab um die Jahrhundertwende einen regelrechten »Boom« von Internats- und Schulromanen und -novellen; lediglich die bekanntesten Vertreter dieser Gattung sind: Conrad Ferdinand Meyer (1883): Die Leiden eines Knaben, Ernst von Wildenbruch (1892): Das wilde Blut, Rainer Maria Rilke (1901): Die Turnstunde, Emil Strass (1902): Freund Hein, Frank Wedekind (1906): Frühlings Erwachen, Hermann Hesse (1906): Unterm Rad, Robert Walser (1909): Jakob von Gunten, und Rainer Maria Rilke (1909): Pierre Dumont. Trotz aller Unterschiede gemeinsam war ihnen allen eine wie auch immer geartete Auseinandersetzung mit »Jugend«. Internatsromane eigneten sich vor allem deshalb ausgezeichnet für die Darstellung von Adoleszenzkonflikten, weil sie einerseits die Sondersituation betonen, in der sich der Jugendliche befindet (der fern von der Gesellschaft der Erwachsenen, aber auch fern von der Welt der Kinder, sowie räumlich und psychisch eingeengt und beengt ist, während ausserdem die Erziehungsgewalt der Eltern auf die Lehrer übertragen ist). Andererseits bilden sie aber dennoch ein Abbild der Gesellschaft, in der die Schüler (als Untertanen) einer Autorität mit absolutem Herrschaftsanspruch (dem Lehrer) gegenüber zum Gehorsam verpflichtet sind, und wo zugleich Hierarchien und Abhängigkeiten selbst innerhalb einer sozialen Gruppe bestehen (vgl. Mix 1995, 217-243).
Zwischen der Entstehung von Ellen Olestjerne (1903) und Mädchen in Uniform (1934) liegen jedoch mehr als drei Jahrzehnte: und zwar Jahrzehnte, die bewegter und umwälzender waren als so manches Jahrhundert zuvor. Dennoch macht es Sinn, beide Romane einander gegenüber zu stellen, denn die tatsächlichen Zeitspannen, die von den Handlungen jeweils abgedeckt werden, liegen viel näher zusammen, als ein Blick auf die Erscheinungsdaten vermuten lässt. ....
Es gab um die Jahrhundertwende einen regelrechten »Boom« von Internats- und Schulromanen und -novellen; lediglich die bekanntesten Vertreter dieser Gattung sind: Conrad Ferdinand Meyer (1883): Die Leiden eines Knaben, Ernst von Wildenbruch (1892): Das wilde Blut, Rainer Maria Rilke (1901): Die Turnstunde, Emil Strass (1902): Freund Hein, Frank Wedekind (1906): Frühlings Erwachen, Hermann Hesse (1906): Unterm Rad, Robert Walser (1909): Jakob von Gunten, und Rainer Maria Rilke (1909): Pierre Dumont. Trotz aller Unterschiede gemeinsam war ihnen allen eine wie auch immer geartete Auseinandersetzung mit »Jugend«. Internatsromane eigneten sich vor allem deshalb ausgezeichnet für die Darstellung von Adoleszenzkonflikten, weil sie einerseits die Sondersituation betonen, in der sich der Jugendliche befindet (der fern von der Gesellschaft der Erwachsenen, aber auch fern von der Welt der Kinder, sowie räumlich und psychisch eingeengt und beengt ist, während ausserdem die Erziehungsgewalt der Eltern auf die Lehrer übertragen ist). Andererseits bilden sie aber dennoch ein Abbild der Gesellschaft, in der die Schüler (als Untertanen) einer Autorität mit absolutem Herrschaftsanspruch (dem Lehrer) gegenüber zum Gehorsam verpflichtet sind, und wo zugleich Hierarchien und Abhängigkeiten selbst innerhalb einer sozialen Gruppe bestehen (vgl. Mix 1995, 217-243).
Zwischen der Entstehung von Ellen Olestjerne (1903) und Mädchen in Uniform (1934) liegen jedoch mehr als drei Jahrzehnte: und zwar Jahrzehnte, die bewegter und umwälzender waren als so manches Jahrhundert zuvor. Dennoch macht es Sinn, beide Romane einander gegenüber zu stellen, denn die tatsächlichen Zeitspannen, die von den Handlungen jeweils abgedeckt werden, liegen viel näher zusammen, als ein Blick auf die Erscheinungsdaten vermuten lässt. ....
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