Postmodernes Erzählen. Zu: Antoni Liberas "Madame"
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
07.05.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
40 (Printausgabe)
Dateigröße
334 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638274531
Die junge Autorengeneration und ihre Figuren beschäftigt in hohem Masse die Frage nach ihrer Identität. Zwei Tendenzen sind dabei zu erkennen. Einmal flüchtet man vor seiner Verwurzelung in einer bestimmten Region. In der neuen polnischen Literatur spielt der begrenzte Raum der Heimat mit den Leuten und der spezifischen Topographie eine wichtige identitätsbildende Rolle. Die Kindheit und Jugend erscheint als wichtige Etappe in der Identitätsfindung. Als Romangattung wird nun die Initiationsprosa bevorzugt.
Stilistisch existiert Literatur wegen des Lesers und nicht länger als Medium zur Verbreitung einer politischen Ideologie. Antoni Liberas Roman "Madame" wird in der vorliegenden Arbeit vor allem hinsichtlich seiner postmodernen Stilistik untersucht. Es wird deutlich, dass Libera postmoderne Erzählstrategien besonders Metafiktion und Intertext, aber auch den Wechsel der Erzählperspektive ein und desselben Erzählers verwendet. Er verknüpft verschiedene Gattungen: die Romanze mit dem Initiationsroman und einer Gesellschaftssatire. Doch diese literaturtheoretischen Finessen bewirken nicht, dass der Roman nur für ein wissenschaftliches Publikum interessant ist. Vielmehr setzt Libera genau das um, was er in dem Schopenhauerzitat, das dem Roman als Motto voran steht, postuliert: Er nimmt eine kleine Begebenheit und macht einen wunderbar lesbaren Roman mit unterschwelligem Humor aus fast nichts. Er zeigt, dass das tägliche Leben die Menschen zu jeder Zeit mit dem Stoff versorgt, aus dem die Mythen und Legenden sind. "Madame" ist dabei nicht nur ein intertextueller und metafiktionaler Roman, sondern auch ein Roman über die alltäglichen Dinge des Lebens: über Stärke und Schwäche, über Liebe und den Konflikt zwischen dem geistigen Ideal und der physischen Realität.
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