Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
10.08.2017
Verlag
Orte VerlagSeitenzahl
128
Maße (L/B/H)
21.1/14.1/1.7 cm
Gewicht
252 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-85830-224-3
Drei Menschen auf dem Weg zwischen Verlust und Befreiung
Ein berührender Roman über drei Menschen auf der Suche nach ihrem Weg aus der vermeintlichen Ausweglosigkeit. Der tragische Unfall eines Jungen verändert seine Familie, und das Gefüge droht auseinanderzubrechen. Die Schwester fühlt sich am Tod des Bruders mitschuldig, die Mutter fällt in eine Depression, und der Vater verfängt sich in Wünschen und Vorwürfen. Eines Tages bricht die Mutter auf und sucht ihr Glück auf einer Insel im Mittelmeer. Taugt dieser Ort als Paradies ohne Erinnerungen?
«Was schwer scheint, wird in diesem Debütroman wundersam leicht. In knappen, präzis-poetischen Bildern erzählt Arja Lobsiger von Liebe, Schuld und Verlust, von Schönheit und Aufbruch.» Ruth Schweikert
Ein berührender Roman über drei Menschen auf der Suche nach ihrem Weg aus der vermeintlichen Ausweglosigkeit. Der tragische Unfall eines Jungen verändert seine Familie, und das Gefüge droht auseinanderzubrechen. Die Schwester fühlt sich am Tod des Bruders mitschuldig, die Mutter fällt in eine Depression, und der Vater verfängt sich in Wünschen und Vorwürfen. Eines Tages bricht die Mutter auf und sucht ihr Glück auf einer Insel im Mittelmeer. Taugt dieser Ort als Paradies ohne Erinnerungen?
«Was schwer scheint, wird in diesem Debütroman wundersam leicht. In knappen, präzis-poetischen Bildern erzählt Arja Lobsiger von Liebe, Schuld und Verlust, von Schönheit und Aufbruch.» Ruth Schweikert
Kundinnen und Kunden meinen
Voller Melancholie und Gefühl
Nela | read.eat.live. am 13.11.2017
Bewertungsnummer: 1061835
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
In einer kraftvollen und bildgewaltigen Sprache zeichnet Arja Lobsiger die Gefühls und Gedankenwelt ihrer Protagonisten. Keines ihrer Worte scheint zu viel oder überflüssig und so webt sie uns Leser*innen in ein dichtes Netz aus poetischen Bildern und Motiven. Geschickt arbeitet sie auch mit Rückblenden und Perspektivwechseln und lässt die Geschichte so ihren eigenen, nachdenklichen Sog entwickeln.
Diese Sprache ist auch wirklich das grosse Plus dieses Romans, sie verzaubert, nimmt gefangen und berührt. Sie stellt uns Menschen vor, die mit einem Verlust komplett verschieden und auf ihre eigene Weise umgehen, ohne anklagend oder verurteilend zu sein. In dieser Poesie kommen wir den Menschen hinter den Namen ganz schön nahe.
»Das ständige Aufräumen hat nichts gebracht. An der früheren Ordnung festzuhalten, hat alles andere, das sich verändert hat, nur noch deutlicher zum Vorschein gebracht.« (S.75)
Leider hatte ich etwas Mühe das Setting, die Beziehungen der Personen untereinander und den zeitlichen Verlauf der Geschichte zu erfassen. Arja Lobsiger erzählt meist abwechselnd aus der Perspektive von Jonas und Alice. Und während Alice Erzählungen ganz in der Vergangenheit gehalten sind, so berichtet Jonas in der Gegenwart. So weit so klar. Obwohl ich auch da Schwierigkeiten hatte einzuordnen, wie viel Zeit zwischen Alice verschwinden und Jonas Erzählungen liegen. Wochen? Monate? Jahre? Als dann auch noch Etna in diese Konstellation trat, war ich noch um einiges verwirrter. Es bereitet mir ziemliche Mühe, ihr Alter einzuordnen. Wie alt war sie, als Alice ging? Und nun lässt sie das Haus abreissen, in dem ihr Vater noch lebt
Überhaupt war Etna der Charakter, den ich am wenigsten greifen und einordnen konnte. Durch die poetische Sprache von Arja Lobsiger wird uns Leser*innen ein sehr intimer Blick auf das Seelenleben von Alice und Jonas gewährt. Nur Etna kommt dabei ein wenig zu kurz und viele ihrer Handlungen, wie zum Beispiel die Weigerung mit ihrem Vater zu sprechen, bleiben mir unverständlich.
Besonders eindrücklich waren jedoch ihre Schilderungen der Ereignisse rund um den Tod ihres Bruders, ihre Ohnmacht, die Schuldgefühle, die Verzweiflung. Diese Stellen im Buch haben mich sehr gerührt und ich hätte mir mehr davon gewünscht. Vielleicht wären mir ihre Beweggründe dadurch nicht ganz so unverständlich geblieben.
»Etna hörte sich schreien, wie sie damals geschrien hatte. Nichts anderes hatte sie tun können. Nur schreien. So schrie sie auch jetzt gegen das laute Knacken in ihren Ohren und die unschuldige Wasseroberfläche an.« (S. 42)
Neben all der Melancholie und Traurigkeit lässt dieser Roman aber auch Raum für Hoffnung und Spekulationen. Dann nämlich, als Jonas in seinem verwilderten Garten vier Möwen in Richtung Süden fliegen sieht, die Alice auf dem Kraterrand stehend, am Himmel erblickt.