Die Zentralbank als Lender of Last Resort
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
09.11.2010
Verlag
GRINSeitenzahl
25 (Printausgabe)
Dateigröße
167 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640744909
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich VWL - Makroökonomie, allgemein, Note: 2,3, FernUniversität Hagen (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insb. Makroökonomik), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Frage, ob ein Finanzsystem einen Lender of Last Resort
benötigt oder nicht, ist zurückzuführen auf die Pionierarbeiten von Henry Thornton im Jahr 1802 und Walter Bagehot im Jahr 1873. Beide Autoren untersuchten die Rolle der Bank of England, die im 18 und 19.
Jahrhundert immer wieder mit Bankenpaniken konfrontiert war, und legten
den Grundstein zur LOLR-Theory. Unter einem LOLR, also einem Kreditgeber der letzten Instanz, versteht man einen Geldgeber, der in der Lage ist, Liquidität in ausreichender Höhe zur Verfügung zu stellen,
während andere potentielle Geldgeber entweder nicht in der Lage oder
nicht bereit sind, Kredite zu gewähren. Einem LOLR ist es hierdurch
möglich, Zusammenbrüche von Banken und Unternehmen zu verhindern
und damit eventuell entstehenden Gefahren von Spillover-Effekten auf das
Finanzsystem, die zu Finanzkrisen und realwirtschaftlichen Krisen führen
können, vorzubeugen. Als potentielle LOLR kommen Zentralbanken,
Staaten und Sonderorganisationen wie der Internationale Währungsfonds
oder die Weltbank in Betracht.
In dieser Arbeit werden Zentralbanken fokussiert, die in entsprechenden Notsituationen die Mikro- und Makroebene, also einzelne Banken sowie den gesamten Markt, mit ausreichend Liquidität versorgen könnten, um das gesamte Finanzsystem zu stabilisieren. Ein immanentes Risiko für die Zentralbank als LOLR besteht darin, nicht unterscheiden zu können, ob es sich bei dem Kreditnehmer um eine insolvente Bank handelt oder eine solvente Bank mit nur vorübergehender Illiquidität. Des Weiteren birgt die Existenz eines LOLR die Gefahr, dass Marktakteure eine mögliche Unterstützung antizipieren und aus diesem Grund Risiken eingehen, welche sie ohne einen LOLR nicht wagen würden. Dies könnte besonders bei einer "Too-Big-To-Fail"-Institution der Fall sein, bei der der volkswirtschaftliche Schaden aus ihrer Insolvenz die Kosten durch eine Kreditgewährung bei weitem übersteigen würde. Seit Beginn der Subprime-Finanzkrise im Frühsommer 2007, welche sich zu einer globalen Wirtschaftkrise entwickelt hat und die Weltwirtschaft permanent bedroht, und infolge vorhergehender, regionaler Krisen ist die
Diskussion um einen LOLR erneut entfacht. Ziel dieser Arbeit ist es, die
Theorie der Zentralbank als LOLR zu hinterfragen, hierbei die Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, um eine Bankenkrise oder -panik zu verhindern, und die möglichen Kosten und Schwierigkeiten aus dem Eingreifen eines LOLR aufzudecken.
benötigt oder nicht, ist zurückzuführen auf die Pionierarbeiten von Henry Thornton im Jahr 1802 und Walter Bagehot im Jahr 1873. Beide Autoren untersuchten die Rolle der Bank of England, die im 18 und 19.
Jahrhundert immer wieder mit Bankenpaniken konfrontiert war, und legten
den Grundstein zur LOLR-Theory. Unter einem LOLR, also einem Kreditgeber der letzten Instanz, versteht man einen Geldgeber, der in der Lage ist, Liquidität in ausreichender Höhe zur Verfügung zu stellen,
während andere potentielle Geldgeber entweder nicht in der Lage oder
nicht bereit sind, Kredite zu gewähren. Einem LOLR ist es hierdurch
möglich, Zusammenbrüche von Banken und Unternehmen zu verhindern
und damit eventuell entstehenden Gefahren von Spillover-Effekten auf das
Finanzsystem, die zu Finanzkrisen und realwirtschaftlichen Krisen führen
können, vorzubeugen. Als potentielle LOLR kommen Zentralbanken,
Staaten und Sonderorganisationen wie der Internationale Währungsfonds
oder die Weltbank in Betracht.
In dieser Arbeit werden Zentralbanken fokussiert, die in entsprechenden Notsituationen die Mikro- und Makroebene, also einzelne Banken sowie den gesamten Markt, mit ausreichend Liquidität versorgen könnten, um das gesamte Finanzsystem zu stabilisieren. Ein immanentes Risiko für die Zentralbank als LOLR besteht darin, nicht unterscheiden zu können, ob es sich bei dem Kreditnehmer um eine insolvente Bank handelt oder eine solvente Bank mit nur vorübergehender Illiquidität. Des Weiteren birgt die Existenz eines LOLR die Gefahr, dass Marktakteure eine mögliche Unterstützung antizipieren und aus diesem Grund Risiken eingehen, welche sie ohne einen LOLR nicht wagen würden. Dies könnte besonders bei einer "Too-Big-To-Fail"-Institution der Fall sein, bei der der volkswirtschaftliche Schaden aus ihrer Insolvenz die Kosten durch eine Kreditgewährung bei weitem übersteigen würde. Seit Beginn der Subprime-Finanzkrise im Frühsommer 2007, welche sich zu einer globalen Wirtschaftkrise entwickelt hat und die Weltwirtschaft permanent bedroht, und infolge vorhergehender, regionaler Krisen ist die
Diskussion um einen LOLR erneut entfacht. Ziel dieser Arbeit ist es, die
Theorie der Zentralbank als LOLR zu hinterfragen, hierbei die Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, um eine Bankenkrise oder -panik zu verhindern, und die möglichen Kosten und Schwierigkeiten aus dem Eingreifen eines LOLR aufzudecken.
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