Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
01.03.2018
Abbildungen
144 farbige Abbildungen
Verlag
TyroliaSeitenzahl
232
Maße (L/B/H)
30.2/25.1/2.5 cm
Gewicht
1571 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-7022-3672-4
Brenner-Geschichten
Wichtigster Alpenübergang, Wasserscheide, Transitroute, Einkaufs- und Ausflugsziel, Grenze, Tor zum Süden: Der Brenner war und ist für die Menschen nördlich und südlich der Grenze so vieles, fast immer aber ein emotionaler Ort. Zum Brenner fuhren schon die Eltern und Grosseltern zum Einkaufen. Der Süden war hier zumindest kulinarisch ganz nah, die Brennerjause fixe Institution. Auf dem Rückweg fanden Wein, Parmesan und andere Köstlichkeiten oft den Weg an den Zöllnern vorbei, sehr zur Freude vieler Tiroler, die den Brenner sowieso nicht so recht als Grenze akzeptieren wollten.
Warum auch, denn die Teilung des Landes vor fast 100 Jahren wurde von vielen als historisches Unrecht angesehen. Nicht immer passierten also nur Alkohol und Käse die Grenze. Waffen und Sprengstoff waren ebenfalls in den Kofferräumen der Autos versteckt, diesmal Richtung Süden. Der Traum von der Wiedervereinigung erfüllt sich nicht, mit Autonomie und Wohlstand kam eine Anpassung an die Begebenheiten.
Othmar Kopp hat sich in seinem Projekt intensiv mit dem Brenner auseinandergesetzt, mit dessen historischer und aktueller Bedeutung, mit dessen Mythos. Seine Fotografien zeigen einen Ort, der sich zwischen den Welten befindet und bis heute eine ganz eigene Ästhetik zwischen Verfall und Neubeginn sein eigen nennt. Etliche Motive sind im kollektiven Tiroler Gedächtnis eingebrannt, von vielfachen Fahrten in den Norden oder Süden. Das Eisenbahnschild „Brenner – Brennero“, die Remise, die Bahnhofsreste und der Uhrturm, die Stände mit den Lederwaren, der Brennermarkt. Auch neue Bilder sind in den letzten Jahren dazugekommen: Flüchtlinge auf dem Weg in den Norden, aufgehalten von den Behörden, in Warteposition im Niemandsland zwischen Verzweiflung und Hoffnung.
Das Porträt des Brenners, auch anlässlich seiner „Entstehung“ als Grenzort vor 100 Jahren, aber gleichzeitig aktuell und am Puls einer bewegten Zeit. Mit einem Essay von Kurt Lanthaler und zahlreichen Beiträgen von Künstlern, Fernfahrern, Eisenbahnern, Ausflüglern, Brenner-Liebhabern und vielen anderen, denen der Brenner auf die eine oder andere Art ans Herz gewachsen ist.
Wichtigster Alpenübergang, Wasserscheide, Transitroute, Einkaufs- und Ausflugsziel, Grenze, Tor zum Süden: Der Brenner war und ist für die Menschen nördlich und südlich der Grenze so vieles, fast immer aber ein emotionaler Ort. Zum Brenner fuhren schon die Eltern und Grosseltern zum Einkaufen. Der Süden war hier zumindest kulinarisch ganz nah, die Brennerjause fixe Institution. Auf dem Rückweg fanden Wein, Parmesan und andere Köstlichkeiten oft den Weg an den Zöllnern vorbei, sehr zur Freude vieler Tiroler, die den Brenner sowieso nicht so recht als Grenze akzeptieren wollten.
Warum auch, denn die Teilung des Landes vor fast 100 Jahren wurde von vielen als historisches Unrecht angesehen. Nicht immer passierten also nur Alkohol und Käse die Grenze. Waffen und Sprengstoff waren ebenfalls in den Kofferräumen der Autos versteckt, diesmal Richtung Süden. Der Traum von der Wiedervereinigung erfüllt sich nicht, mit Autonomie und Wohlstand kam eine Anpassung an die Begebenheiten.
Othmar Kopp hat sich in seinem Projekt intensiv mit dem Brenner auseinandergesetzt, mit dessen historischer und aktueller Bedeutung, mit dessen Mythos. Seine Fotografien zeigen einen Ort, der sich zwischen den Welten befindet und bis heute eine ganz eigene Ästhetik zwischen Verfall und Neubeginn sein eigen nennt. Etliche Motive sind im kollektiven Tiroler Gedächtnis eingebrannt, von vielfachen Fahrten in den Norden oder Süden. Das Eisenbahnschild „Brenner – Brennero“, die Remise, die Bahnhofsreste und der Uhrturm, die Stände mit den Lederwaren, der Brennermarkt. Auch neue Bilder sind in den letzten Jahren dazugekommen: Flüchtlinge auf dem Weg in den Norden, aufgehalten von den Behörden, in Warteposition im Niemandsland zwischen Verzweiflung und Hoffnung.
Das Porträt des Brenners, auch anlässlich seiner „Entstehung“ als Grenzort vor 100 Jahren, aber gleichzeitig aktuell und am Puls einer bewegten Zeit. Mit einem Essay von Kurt Lanthaler und zahlreichen Beiträgen von Künstlern, Fernfahrern, Eisenbahnern, Ausflüglern, Brenner-Liebhabern und vielen anderen, denen der Brenner auf die eine oder andere Art ans Herz gewachsen ist.
Kundinnen und Kunden meinen
Bildband mit anregenden Texten zum Brenner, einem Ort zwischen den Welten
Bewertung aus Tulfes am 15.04.2018
Bewertungsnummer: 1097556
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Viele kennen den Brenner nur als Durchzugsort, als einen der bedeutendsten Routen des Alpentransits, als meist befahrensten Pass (den Straßenverkehr betreffend) der Alpen. Vielen ist auch seine Bedeutung als Tor zum Süden, als Verbindung zwischen Österreich und Italien, zwischen Nord- und Südtirol ein Begriff. So mancher assoziiert mit dem Brenner auch lange LKW-Kolonnen, Staus an der Grenze, Zollbeamte, den Brennermarkt und - aktueller - einem steten Strom an Flüchtlingen, die versuchen, über den Brenner nach Deutschland und Österreich zu gelangen, sehr oft ohne Erfolg.
Alls dies und noch viel mehr ist der Brenner. Ein Ort "der Trennung und des Übergangs, des Wartens, der Hoffnung". Diesen politischen, historischen und emotionalen Ort hat der Innsbrucker Fotograf Othmar Kopp wirkungsvoll in Szene gesetzt. In anrührenden Bildern zeigt er alte und ganz neue Aspekte eines Ortes, der so gern recht grau daher kommt. Vieles erkennt der Leser dabei wieder, anderes lässt ihn den Brenner in völlig neuem Licht erscheinen. Es sind keine bunten, grellen Töne, die Othmar Kopp dabei zum Ausdruck bringt, sondern leise, nachdenkliche, nostalgische und wehmütige Betrachtungen.
Ergänzt wird diese "Grenzbetrachtung in Bildern" von ebenso nachdenklich stimmenden Texten. Dem Südtiroler Kurt Lanthaler ist es dabei gelungen, einen gar nicht grauen Essay über das "Wesen" des Brenners zu schreiben, der sich so gar nicht fassen lassen möchte. Bereichernd sind auch die 27 Geschichten von Menschen, die auf irgendeine Art und Weise mit dem Brenner verbunden sind: Zollbeamte, Reisende, Fernfahrer, Anwohner, Geschäftsleute, Demonstranten und mehr. Gemein ist ihnen alle die Erinnerung, die Zärtlichkeit und die Hoffnung in Bezug auf einen Ort, der viel mehr ist, als nur ein Punkt auf der Landkarte.
Ich kann dieses Buch all jenen empfehlen, die einen vermeintlich alt vertrauten Ort neu entdecken und erleben und die sich vielleicht bei einem nächsten "Grenzgang" die Zeit nehmen möchten, selbst auf Spurensuche zu gehen.
Absolute Kaufempfehlung!