Die Funktion der Ohnmacht in der Englischen Literatur des 18. Jahrhunderts
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
14.09.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
85 (Printausgabe)
Dateigröße
346 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638217972
hinweg eine facettenreiche Komponente bildet, ist die Ohnmacht. Es liegt auf der Hand,
dass dieses Phä nomen als Bestandteil der Rhetorik des Überwältigtseins aufgrund seines
ästhetischen Potentials für literarische Inszenierungen besonders reizvoll ist. Dabei folgen
die meisten Ohnmachten dem "Grundmuster von Schrecken, Zusammenbruch und Abwehr"
(Galle 1993, 111). Die vorliegende Arbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, literarisch
inszenierte Ohnmachten nach eben jenem Grundmuster zu untersuchen. Die Betrachtungen
konzentrieren sich dabei auf die englische Literatur des 18. Jahrhunderts, wobei das Motiv
der Ohnmacht hauptsächlich in narrativen Texten untersucht wird. Wenn die "Variationen,
die eine Zeit mit einem Motiv vornimmt, die Epoche kennzeichnen" (Frenzel 1966, 30), so
kann davon ausgegangen werden, dass sich an der jeweiligen Ausgestaltung des
Ohnmachtmotivs gleichermassen signifikante Entwicklungsschritte in der kulturellen
Konzeption des Körpers ablesen lassen. Der Untersuchungsgegenstand legt - wie noch zu
zeigen sein wird - eine Fokussierung des 18. Jahrhunderts nahe.
Die pathologische Dimension der Ohnmacht wird in dieser Untersuchung nicht
untersucht. Ohnmachten, die etwa in Verbindung mit Epilepsie, Katalepsie, Hysterie oder
auch Hypochondrie eintreten, haben ihre Ursache in der jeweiligen Krankheit und nicht in
einem äusseren Geschehen. Für die literarische Ausgestaltung ist jedoch genau dieses äussere
Geschehen von beträchtlichem Interesse, denn es erhält durch einen Ohnmachtanfall eine
besondere Akzentuierung. Die Zeit bleibt für einen kurzen Augenblick stehen und der
Moment erfährt dadurch eine Fokussierung. Des Weiteren beruhen pathologisch begründete
Ohnmachten auf einer anatomischen Dysfunktion, wohingegen die hier relevanten
Ohnmachtanfälle lediglich ein Bild momentan "kollabierender leiblicher Normativität"
(Galle 1993, 104) vermitteln. In Anlehnung an Zedlers Grosses Vollständiges Universal-
Lexicon nenne ich meinen Untersuchungsgegenstand die "eigenleidige Ohnmacht" (1732-
1752, Band V, Spalte 993). Der eben nur kurzzeitige Verlust des normativen körperlichen Status dürfte dafür
verantwortlich sein, dass sowohl die Betroffenen als auch die Betrachter des Spektakels die
Ohnmacht meist als belangloses Ereignis herunterspielen konnten und somit den Blick auf
die eigentliche Brisanz des Phänomens verstellten. [...]
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