Nationale Stereotype: Das deutsch-französische Verhältnis nach 1945 Ein kompakter Überblick
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
18.11.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
13 (Printausgabe)
Dateigröße
482 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638231855
deutsche Frankreichpolitik völlig neu konzipiert werden. Das Ende des Krieges bedeutete für
die deutsche Politik einen totalen "Zusammenbruch nationalstaatlicher Machtpolitik und der
sie tragenden sozioökonomischen Kräfte."1
Bereits in der deutschen Widerstandsbewegung gab es unterschiedliche Auffassungen
darüber, welche Rolle das neue Deutschland nach der erwarteten Niederlage einnehmen
sollte. Es gab Stimmen, die Deutschland nach dem Kriegsende wieder eine Führungsrolle in
Europa sichern wollten, demgegenüber gab es aber auch Stimmen, die eine Unterordnung
zugunsten einer Völkergemeinschaft befürworteten, so wie es zum Beispiel die Mitglieder des
Kreisauer Kreises vertraten.
Das Problem welches sich den Mitgliedern der Widerstandsbewegung bei ihren Überlegungen
in bezug auf das zukünftige Deutschland stellte, war es sich die Folgen einer totalen
Niederlage vorstellen zu können und die daraus resultierenden Folgen zu erkennen. In Bezug
auf dieses Problem schien ein europäischer Zusammenschluss die einzige Alternative zur
totalen Unterjochung durch die Siegermächte zu sein. Vielen war klar, dass sich Deutschland
nach dieser Niederlage keine Optionen zwischen Ost und West mehr offen halten konnte. In
weiten Kreisen herrschte die Hoffnung auf einen Zerfall der Siegermächte und eine Westorientierung Deutschlands. Deutschland sollte danach als "Bollwerk gegen den
Bolschewismus"2 von den Westmächten akzeptiert und geschätzt werden.
Vielfach wurde Europa auch als "Vehikel des deutschen Wiederaufstiegs"3 verstanden.
1 G. Ziebura: Die deutsch-französischen Beziehungen seit 1945 - Mythen und Realitäten, Pfullingen 1970, S.56
2 ebd., 1970, S.58
3 ebd., 1970, S.58
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