Antijüdische Muster in spätmittelalterlicher Maerendichtung
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
02.02.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
19 (Printausgabe)
Dateigröße
388 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638250320
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 1-2, Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Deutsche Philologie), Veranstaltung: Proseminar: Maeren, Sprache: Deutsch, Abstract: Judenfeindschaft in Deutschland ist nicht erst ein Phänome n der Neuzeit, auch wenn
man zugeben muss, dass der Holocaust während des Zweiten Weltkriegs alles bis dahin
erlebt und dokumentierte durch seine unvorstellbaren Ausmasse und unmenschliche
Grausamkeit bei weitem übertraf.
Ausschreitungen gegen Mitbürger jüd ischen Glaubens gab es in Deutschland schon
während des Mittelalters, doch wurden diese durch ein äusseres Ereignis hervorgerufen.
"Durch den vom Papst Urban II. befohlenen ersten Kreuzzug begannen im Jahre 1096
die deutschen Judenverfolgungen [...]."1
Einen geschichtlichen Abriss der Entwicklung der Beziehungen zwischen Juden und
Christen würde das Mass dieser Arbeit sprengen und auch deren Sinn verfehlen, wichtig
erscheint mir jedoch in diesem Zusammenhang, dass dieser religiöse Fanatismus eben
den Hauptunterschied zum modernen Antisemitismus darstellt.
Der Begriff 'Antisemitismus' ist eine Neubildung des letzten Drittels des 19.
Jahrhunderts und bezieht sich vielmehr auf eine rassenbiologische Trennung von Ariern
und Semiten, wohingegen 'Antijudaismus' eine Judenfeindschaft aufgrund religiöser
Gegensätze bezeichnet.2 Dass ich also in dieser Arbeit von antijüdischen und nicht von
antisemitischen Mustern spreche, ist definitorisch bedingt und schliesst sich im Übrigen
der Meinung von Heiko A. Obermann an, der sich dafür aussprach, "[...] die
Judenfeindschaft des Mittelalters und der frühen Neuzeit mit 'Antijudaismus' zu
bezeichnen, da nicht in rassischen Kategorien gedacht worden sei."3 [...]
1 Margit Frank: Das Bild des Juden in der deutschen Literatur im Wandel der Zeitgeschichte. Freiburg,
1987, S. 10.
2 Vgl. Christine Mittelmeier: Publizistik im Dienste antijüdischer Polemik. Spätmittelalterliche und
frühneuzeitliche Flugschriften und Flugblätter zu Hostienschändungen. Frankfurt am Main,
2000, S.33 f., im folgenden zitiert als Mittelmeier: Publizistik .
3 Mittelmeier: Publizistik. S.34. Mittelmeier erwähnt in diesem Zusammenhang, dass diese Abgrenzung
zum Antisemitismus dann problematisch oder nahezu unmöglich wird, wenn man die
Blutreinheitsgesetze in Spanien, die bei konvertierten Juden in Kraft traten, mitberücksichtigen
möchte.
man zugeben muss, dass der Holocaust während des Zweiten Weltkriegs alles bis dahin
erlebt und dokumentierte durch seine unvorstellbaren Ausmasse und unmenschliche
Grausamkeit bei weitem übertraf.
Ausschreitungen gegen Mitbürger jüd ischen Glaubens gab es in Deutschland schon
während des Mittelalters, doch wurden diese durch ein äusseres Ereignis hervorgerufen.
"Durch den vom Papst Urban II. befohlenen ersten Kreuzzug begannen im Jahre 1096
die deutschen Judenverfolgungen [...]."1
Einen geschichtlichen Abriss der Entwicklung der Beziehungen zwischen Juden und
Christen würde das Mass dieser Arbeit sprengen und auch deren Sinn verfehlen, wichtig
erscheint mir jedoch in diesem Zusammenhang, dass dieser religiöse Fanatismus eben
den Hauptunterschied zum modernen Antisemitismus darstellt.
Der Begriff 'Antisemitismus' ist eine Neubildung des letzten Drittels des 19.
Jahrhunderts und bezieht sich vielmehr auf eine rassenbiologische Trennung von Ariern
und Semiten, wohingegen 'Antijudaismus' eine Judenfeindschaft aufgrund religiöser
Gegensätze bezeichnet.2 Dass ich also in dieser Arbeit von antijüdischen und nicht von
antisemitischen Mustern spreche, ist definitorisch bedingt und schliesst sich im Übrigen
der Meinung von Heiko A. Obermann an, der sich dafür aussprach, "[...] die
Judenfeindschaft des Mittelalters und der frühen Neuzeit mit 'Antijudaismus' zu
bezeichnen, da nicht in rassischen Kategorien gedacht worden sei."3 [...]
1 Margit Frank: Das Bild des Juden in der deutschen Literatur im Wandel der Zeitgeschichte. Freiburg,
1987, S. 10.
2 Vgl. Christine Mittelmeier: Publizistik im Dienste antijüdischer Polemik. Spätmittelalterliche und
frühneuzeitliche Flugschriften und Flugblätter zu Hostienschändungen. Frankfurt am Main,
2000, S.33 f., im folgenden zitiert als Mittelmeier: Publizistik .
3 Mittelmeier: Publizistik. S.34. Mittelmeier erwähnt in diesem Zusammenhang, dass diese Abgrenzung
zum Antisemitismus dann problematisch oder nahezu unmöglich wird, wenn man die
Blutreinheitsgesetze in Spanien, die bei konvertierten Juden in Kraft traten, mitberücksichtigen
möchte.
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