Gewalt im Großen Terror
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Sprache:Deutsch
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inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
20.07.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
9 (Printausgabe)
Dateigröße
114 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638293730
Diese Fragen tragen sicherlich zum Verständnis des Terrors bei. Aber sie tragen eben nur dazu bei und können allein nicht den Schlüssel zum Verständnis liefern. Ohnehin ist klar, dass es diesen einen Schlüssel, diese eine Ursache des stalinistischen Terrors, nicht gegeben hat. Dennoch vereinfachende Erklärungen präsentieren zu wollen, bleibt eine verständliche Versuchung angesichts der Komplexität des Gegenstandes.
Die zentrale Frage aber bleibt, wie bereits erwähnt: "Wie war der Terror möglich?" Der Weg zu einer Antwort führt über die zweite Frage, die wir oben schon gestellt haben, nämlich: "Wie sah der Terror im Alltag aus?" Als Gegengewicht zu den abstrakteren Fragen politischer Entscheidungen ist diese Frage unerlässlich, bewahrt sie doch vor der Gefahr, angesichts der gewaltigen Dimensionen die Waffen des Historikers zu strecken - vielleicht gäbe es schon mehr Untersuchungen zum Alltag des Terrors, hätte er in kleinerem Massstab stattgefunden.
Die Beschäftigung mit der Gewalt, die die Menschen im Terror auf lokaler Ebene einander antaten, bewahrt ausserdem davor, sich die abstraktere Sicht der Moskauer Führung zu eigen zu machen, die die Opfer wenn nicht ausschliesslich, so doch überwiegend in Form von Erschiessungslisten und Volksfeind-Kontingenten der einzelnen Republiken wahrnahm. Die Frage nach der konkreten Gewalt macht dann auch, so hat Stefan Plaggenborg betont, den eingangs erwähnten Streit um Terror "von oben" oder "von unten" müssig. Ohne Anstachelung oder zumindest Legitimierung von oben kann die Gewalt unten nicht solche Ausmasse annehmen. Und ohne die grundsätzliche Bereitschaft unten, Gewalt auszuüben, können die Impulse von oben keine Wirkung zeigen. Stalin radikalisierte die Auseinandersetzung. Aber der Ursprung der Gewalt war er nicht.
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