Untersuchung des Territorialverhaltens anhand der Figur des Wanja in Castorfs Erniedrigte und Beleidigte (Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
08.10.2002
Verlag
GRINSeitenzahl
14 (Printausgabe)
Dateigröße
410 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638145893
Spielzeit 2000/2001 in Koproduktion mit der Wiener Festwoche Dostojewskis "Erniedrigte
und Beleidigte". In diesem Grossstadtroman "[...] geht [es] um zwei sich überschneidende
Dreiecksverhältnisse zwischen Menschen in unterschiedlichen sozialen Positionen, die von
einem fürstlichen Machtmenschen, der es sich leisten kann, (fast) immer die Wahrheit zusagen,
oder das, was er dafür hält, für seine Interessen ein- und ausgespannt werden. Das
halbwüchsige, bettelarme Waisenkind, das eigentlich eine Prinzessin ist, der aufstrebende
und verachtete Schriftsteller, die Tochter aus gutem aber verarmten Hause, der sympathische
aber willenschwache Sohn des Fürsten und die bezaubernde reiche Erbin begegnen
sich [...]."1 Castorf inszeniert den Stoff auf einer Bühne, deren Mittelpunkt ein Big-
Brother-artiger Container ist, auf dessen Dach eine Videoleinwand installiert wurde, die
das Geschehen aus dem Inneren zum Teil geschnitten wiedergibt.
Zu analysieren ist, ob sich eine Form der Intimität, der Privatheit, des Rückzuges in einer
solchen Situation einstellen kann. Anhand der Person des Wanja, eines Schriftstellers mit
Schreibhemmung, soll in folgender Arbeit erläutert werden, welche Räume und Gebiete er
sich schafft, welche ihm zugestanden werden, wie er sie verteidigt und sich in ihnen verhält.
Keine der Figuren scheint besser dafür geeignet zu sein als er ,weil er besonders grossen
Wert auf seine Privatsphäre legt und man sie ihm nicht gewähren will.
Im ersten Teil der Arbeit habe ich mich mit Erving Goffmans Theorien zur Hinter- und
Vorderbühne, sowie mit Irwin Altmans Ansichten zur Privatheit beschäftigt. Beide Grundsätze
geben hilfreiche Erkenntnisse hinsichtlich des menschlichen Verhaltens in Bezug auf
Räume, auf die sich die Analyse des Wanja aufbauen lässt.
Nützlich für die Arbeit war die, vom Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin, auf
Video aufgezeichnete Vorstellung am 10.11.2001 in der Berliner Volksbühne am Rosa-
Luxemburg-Platz. Dieses Material liess eine eingehendere Betrachtung verschiedener Szenen
zu, die bei einem normalen Theaterbesuch nicht möglich gewesen wären.
Da es sich bei der Inszenierung Castorfs um ein fünf-stündiges Stück handelt, habe ich
mich bei der Analyse auf die ersten zweieinhalb Stunden bis zur Pause beschränkt, da eine
umfangreichere Betrachtung dieser Thematik den Rahmen dieser Hausarbeit gesprengt
hätte. [...]
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