Der Umgang mit Seuchen im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit am Beispiel der Pest
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
10.03.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
27 (Printausgabe)
Dateigröße
564 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640857449
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: 2,00, Universität Karlsruhe (TH) (Institut für Geschichte), Veranstaltung: Geschichte am Rand. Alte, Kranke und Arme im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Einleitung
Seit der Antike hat die Pest (lat.: pestis = Seuche) wie keine andere Krankheit die Menschen beeindruckt und die kollektive Vorstellung von Machtlosigkeit und Untergang geprägt. Allein das Wort symbolisiert Verderben und Tod. Noch im heutigen Sprachgebrauch, auch wenn die Krankheit in Europa praktisch ausgerottet ist, verheisst "die Pest" nichts Gutes: "Die Luft ist verpestet" oder "es stinkt wie die Pest". Solche Sprachwendungen haben ihren Ursprung in den frühen Erklärungsmodellen der Krankheitsübertragung.
In zahlreichen Epidemien (=regional begrenzt auftretende Seuchen) und drei Pandemien (=länderübergreifende Seuchen) fiel die Pest über die Menschheit her. Die letzte, ausgehend von Asien Ende des 19. Jahrhunderts, forderte laut dem Medizinhistoriker Manfred Vasold bis Mitte des 20. Jahrhunderts an die 15 Millionen Todesopfer weltweit.(1)
Doch spätestens seit in den Jahren 1347/48 der "Schwarze Tod" über Europa hereinbrach, weckte die Pest immer wieder von neuem Urängste.
Man unterscheidet verschiedene Arten der Pest, ausgehend von Übertragungsweg und Symptomen, doch kann man, unter Berücksichtigung des damaligen medizinischen Wissenstandes, tatsächlich immer von dem reden, was wir heute unter der Pest verstehen?
Diese Frage stellt ein grosses Problem für die Retrodiagnose dar, obwohl seit dem 16. Jahrhundert eine recht hohe Quellendichte zu diesem Thema vorliegt. Bakteriologische Erkenntnisse hierüber entwickelten sich erst im späten 19. Jahrhundert.
Behandelt werden soll hier die Gesamtheit der Pestepidemien im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit, da gerade hier, noch geprägt von der zweiten grossen Pestpandemie (1347/48), erstmals auf allen gesellschaftlichen Ebenen systematisch gegen die Seuche vorgegangen wurde.
[...]
_____
(1) Vasold, Manfred: Die Pest. Ende eines Mythos; S.80
Seit der Antike hat die Pest (lat.: pestis = Seuche) wie keine andere Krankheit die Menschen beeindruckt und die kollektive Vorstellung von Machtlosigkeit und Untergang geprägt. Allein das Wort symbolisiert Verderben und Tod. Noch im heutigen Sprachgebrauch, auch wenn die Krankheit in Europa praktisch ausgerottet ist, verheisst "die Pest" nichts Gutes: "Die Luft ist verpestet" oder "es stinkt wie die Pest". Solche Sprachwendungen haben ihren Ursprung in den frühen Erklärungsmodellen der Krankheitsübertragung.
In zahlreichen Epidemien (=regional begrenzt auftretende Seuchen) und drei Pandemien (=länderübergreifende Seuchen) fiel die Pest über die Menschheit her. Die letzte, ausgehend von Asien Ende des 19. Jahrhunderts, forderte laut dem Medizinhistoriker Manfred Vasold bis Mitte des 20. Jahrhunderts an die 15 Millionen Todesopfer weltweit.(1)
Doch spätestens seit in den Jahren 1347/48 der "Schwarze Tod" über Europa hereinbrach, weckte die Pest immer wieder von neuem Urängste.
Man unterscheidet verschiedene Arten der Pest, ausgehend von Übertragungsweg und Symptomen, doch kann man, unter Berücksichtigung des damaligen medizinischen Wissenstandes, tatsächlich immer von dem reden, was wir heute unter der Pest verstehen?
Diese Frage stellt ein grosses Problem für die Retrodiagnose dar, obwohl seit dem 16. Jahrhundert eine recht hohe Quellendichte zu diesem Thema vorliegt. Bakteriologische Erkenntnisse hierüber entwickelten sich erst im späten 19. Jahrhundert.
Behandelt werden soll hier die Gesamtheit der Pestepidemien im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit, da gerade hier, noch geprägt von der zweiten grossen Pestpandemie (1347/48), erstmals auf allen gesellschaftlichen Ebenen systematisch gegen die Seuche vorgegangen wurde.
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(1) Vasold, Manfred: Die Pest. Ende eines Mythos; S.80
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