Konzepte rechter Ökologie - am Beispiel der Debatte über die Überbevölkerung
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
27.03.2002
Verlag
GRINSeitenzahl
126 (Printausgabe)
Dateigröße
411 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638117838
1.1. Gegenstand der Arbeit
In der öffentlichen Debatte und in den Massenmedien wird Ökologie in Deutschland zumeist als linkes, emanzipatorisches Anliegen wahrgenommen. Wichtigste Ursache dafür ist das Aufkommen einer "Ökologiebewegung" in den 70er Jahren, die sich im Anschluss an
die linke Protestbewegung formierte, sich selbst überwiegend als links wahrnahm und auch entsprechend rezipiert wurde. Die hieraus entstehenden Organisationen und v.a. die Partei Die Grünen werden folgerichtig bis heute dem linken politischen Lager zugerechnet, auch
wenn seit den zunehmenden Wahlerfolgen und Regierungsbeteiligungen ab Mitte der 80er Jahre von verschiedenen Seiten die Etablierung im bürgerlichen Staat oder ein Rechtsruck der Grünen festgestellt und kritisiert wurde.(1)
Diese Sichtweise verstellt den Blick für die konservativen Aspekte der Ökologiebewegung, die bereits in den Anfangsjahren von Bedeutung waren und zumindest in der Binnenbetrachtung entsprechend wahrgenommen wurden. Dies wurde jedoch durchaus nicht grundsätzlich negativ eingeschätzt, da die Vorläufer der Grünen ein möglichst breites Bündnis ökologisch orientierter Kräfte anstrebten. Deren politische Herkunft galt als sekundär, da man sich in nach grünem Selbstverständnis ausserhalb des etablierten und als überkommen angesehenen Links-rechts-Schemas bewegte.(2)
[...]
_____
1 Die Begriffe "links" und "rechts" werden im folgenden in einem möglichst umfassenden Kontext verwendet, wobei davon
ausgegangen wird, dass sie unter Berücksichtigung der jeweiligen historisch-politischen Situation nach wie vor eine
deskriptive und analytische Schlüsselfunktion bei der Darstellung gesellschaftlicher Prozesse haben.[...]
2 "nicht links - nicht rechts - sondern vorn" war dann auch einer der Slogans der Grünen; zur Problematik dieser Parole vgl.
Peters (1980a), insbes. S116ff, Ulbricht (1995), S. 221f, sowie van Hüllen (1990), S. 9ff; zur Heterogenität der
Ökologiebewegung und der Grünen vgl. Kap. 3.2.3. Dudek merkte zu diesem Aspekt bereits 1984 an: "Die anfängliche
Euphorie der Grünen, das Ökologieproblem als Gattungsproblem sprenge das politische Links-Rechts-Kontinuum, ist zu
Recht verflogen."; Dudek (1984), S. 91.
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