Transformation religiöser Motive in der Modernen Kunst in Hanna Wilkes "Intra-Venus"
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
24.10.2018
Verlag
GRINSeitenzahl
24
Maße (L/B/H)
21/14.8/0.3 cm
Gewicht
51 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-668-80389-3
Die Künstlerin Hannah Wilke steht kurz vor ihrem Tod, als sie ihr letztes Werk "Intra-Venus", eine Reihe von fotografischen Selbstporträts, in 1992 veröffentlicht. Sie stellt ihren vom Krebs gezeichneten Körper und den Alltag im Krankenhaus während ihrer Chemotherapie zur Schau. Für den Betrachter eröffnet sich eine Möglichkeit, an einer intimen Erfahrung teilzuhaben, die normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. So erzeugt Wilke Authentizität in ihren Bildern, mit denen sich Betroffene und Angehörige möglicherweise identifizieren und trösten können.
Zwei Selbstporträts aus dieser Serie beinhalten die Darstellung von Jesus Christus und der heiligen Maria, die Wilke durch bestimmte Gestiken mit ihren Händen und einer Krankenhausdecke als Kopftuch andeutet. Der kurz bevorstehende Tod sorgt zwar bei vielen Menschen dafür, einen Weg zu Gott zu finden, den sie vorher nie gegangen sind; für Wilkes Verhältnisse erscheint diese Motivwahl in Anbetracht ihrer vorangegangenen, provokanten und sehr stark feministischen Karriere jedoch irritierend. Sorgen die Erkrankung an Krebs und der bevorstehende Tod etwa für einen plötzlichen Sinneswandel bei der Künstlerin, die sich nun dem religiösen Lebensstil zuwendet und durch das Aufgreifen dieser christlichen Inhalte um Vergebung für ihre Sünden bittet? Meine These dazu lautet, dass religiöse Symbolik und Bildmotive längst aus ihrer traditionellen Deutung entankert wurden und in der modernen Kunst passend zu verschiedenen Zwecken und Bildaussagen geändert und neugedeutet werden, wie das Beispiel "Intra-Venus" von Wilke zeigt: die Künstlerin modifiziert die Identifikation der heiligen Maria und Jesus Christus zu einer feministischen Bedeutung. Sie will damit die Rolle der Frau positiv bestärken und darstellen, dass eine Frau ebenso viel Leid ertragen kann.
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