Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Altersempfehlung
ab 50 Jahr(e)
Erscheinungsdatum
19.11.2019
Verlag
RowohltSeitenzahl
96
Maße (L/B/H)
21.1/13.1/1.5 cm
Gewicht
200 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-498-00135-3
Warnhinweis
nicht erforderlich.
Das bunt zusammengesetzte Volk will endlich von einem König geeint und angeführt werden. Widerwillig erfüllt Gott ihm den Wunsch und lässt den jungen Saul zum Herrscher ausrufen, der anfangs umjubelte Erfolge feiert: Er gewinnt Kriege und gründet einen fest gefügten Staat, dessen Macht er stetig ausbaut. Doch immer mehr wird Saul von Selbstzweifeln geplagt, immer fataler bestimmen Misstrauen, Schwermut und Jähzorn sein Handeln. Er, der der Ursprung der neuen Ordnung ist – dem Wechsel von der Theokratie zur Monarchie –, wird zunehmend zu ihrer grössten Gefahr. Gott muss erkennen, dass er die falsche Wahl getroffen hat, und nicht nur ihn reut seine Entscheidung, die zur Folge hatte, dass die alte Einheit zwischen ihm und den Menschen endgültig entzweit wurde.
Botho Strauss verdichtet die biblische Erzählung aus dem 1. Buch Samuel zum eindringlichen Porträt eines Menschen, der zerrissen wird von der ihm schicksalhaft zugeteilten Aufgabe, den in ihn gesetzten Erwartungen und den Grenzen seiner Fähigkeiten. In einer beeindruckend klaren und gleichzeitig hoch poetischen Sprache zeigt "Saul" die Geburt der Tragödie aus dem Geist des Alten Testaments.
Botho Strauss verdichtet die biblische Erzählung aus dem 1. Buch Samuel zum eindringlichen Porträt eines Menschen, der zerrissen wird von der ihm schicksalhaft zugeteilten Aufgabe, den in ihn gesetzten Erwartungen und den Grenzen seiner Fähigkeiten. In einer beeindruckend klaren und gleichzeitig hoch poetischen Sprache zeigt "Saul" die Geburt der Tragödie aus dem Geist des Alten Testaments.
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Botho Strauss‘ zeitgenössische…
Max Gutbrod aus Berlin am 07.03.2025
Bewertungsnummer: 2926886
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Botho Strauss‘ zeitgenössische Zaubersprüche in biblischer Größe Strauss’ Herrscher will selbst bestimmen (ob er Herrscher wird, wen er tötet, wann er seine Herrschaft abgibt, ob er seine Gefühle zeigt) und dennoch Gott folgen, Strauss’ Gott die unnachsichtige Tötung der Feinde und dennoch den holden David erhöhen, nicht zuletzt, an die Utopien der 70-iger erinnernd: Strauss‘ junge Generation ist utopisch anders, ohne sich aufzudrängen. Wie bei Strauss üblich, ist das zwar psychologisch plausibel, aber nicht folgerichtig, hat es mehr Konsistenz als Spiel der Gegensätze. Wie in seiner Fremdenführerin, bei der es um die Spannbreite der Liebe ging, hält sich Strauss hier, vielleicht eben von der Bibel, vielleicht von der Vorstellung eines Librettos inspiriert, an ein Thema, kollagiert nicht mehrere. Umso deutlicher wird Strauss‘ Kunst, umso weniger kann seine Eigenart durch eine Balance des Verschiedenen getroffen werden. Strauss hat sich in den 70-igern und 80-igern so leicht von so unterschiedlichen Regisseuren wie Stein, Bondy, Wilson, Dorn, Rudolph, Giesing durchsetzen lassen, weil sie alle psychologisierendem Pathos abschwören und großartige Schauspieler wie Ganz, Kirchhoff, Samel, Quadflieg, Dene, Froboess einander gegenüber stellen konnten, und ist wegen seines beschwörenden Tons, der zur heute modischeren Brilianz der Einzelszenen nicht passt, aus der Zeit gefallen. Während Galic im jüngst im BE natürlich zu liegen schien, was Strauss zum Scheinen bringt, sie gelegentlich an die große Christine Oesterle erinnert, schien Harzer heutiges Theater mit dem Strausschen versöhnen zu wollen und erreicht genauso wie Bühnenbild, Kostüme und Musikeinspielung keines von beiden. Anregend ist die Vorstellung, dass der Text mit seinen kräftigen Bildern Rihm und andere Komponisten ebenso glänzen könnten wie Reimann mit Hennebergs Lear.