Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
01.01.2019
Verlag
Boer VerlagSeitenzahl
324
Maße (L/B/H)
22.1/14/2.7 cm
Gewicht
581 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-96662-022-2
Theodor Storm in seinen Erinnerungen:
Die Husumer Schule wusste so wenig von neuerer deutscher Literatur, dass mir Uhland, dessen Namen ich einmal gehört hatte, derzeit als ein alter Minnesänger vorschwebte; hier aber hatten Röse und Geibel, letzterer als L. Horst, schon im Chamissoschen Musenalmanach 1834 ihren Beitrag geliefert; an den alten Fouqué hatten sie Huldigungsgedichte geschickt und eine Antwort erhalten; Röses Gedicht, das mir von ihm vorgelesen wurde, hiess: »Die Bleichen« (die Toten auf dem Schlachtfelde) und machte einen grossen Eindruck. Sie wollten auch später Fouqués gesunkenen Ruhm wieder zu seinem Rechte verhelfen. Der Zurückgebliebene erschien mir von einem Dunst geheimnisvollen Wissens und Könnens umgeben, aus dem ihm nur mitunter in geweihter Stunde beliebte, einen Brocken an Auserwählte mitzuteilen. So munkelte es, dass er ein grosses Drama »Ahasver« begonnen habe; aber es verging eine lange Zeit, bis er es endlich aus dem Schranke, worin das Manuskript verschlossen war, hervorholte und mir eine oder einige Szenen daraus vorlas. Ich hatte dabei die Empfindung, als wenn ich einer ganz ausnahmsweisen Gunst gewürdigt wurde. Es gefiel mir sehr und schien mir unter dem Einflusse von Goethes »Faust« abgefasst, den ich damals zuerst kennen gelernt hatte.
Die Husumer Schule wusste so wenig von neuerer deutscher Literatur, dass mir Uhland, dessen Namen ich einmal gehört hatte, derzeit als ein alter Minnesänger vorschwebte; hier aber hatten Röse und Geibel, letzterer als L. Horst, schon im Chamissoschen Musenalmanach 1834 ihren Beitrag geliefert; an den alten Fouqué hatten sie Huldigungsgedichte geschickt und eine Antwort erhalten; Röses Gedicht, das mir von ihm vorgelesen wurde, hiess: »Die Bleichen« (die Toten auf dem Schlachtfelde) und machte einen grossen Eindruck. Sie wollten auch später Fouqués gesunkenen Ruhm wieder zu seinem Rechte verhelfen. Der Zurückgebliebene erschien mir von einem Dunst geheimnisvollen Wissens und Könnens umgeben, aus dem ihm nur mitunter in geweihter Stunde beliebte, einen Brocken an Auserwählte mitzuteilen. So munkelte es, dass er ein grosses Drama »Ahasver« begonnen habe; aber es verging eine lange Zeit, bis er es endlich aus dem Schranke, worin das Manuskript verschlossen war, hervorholte und mir eine oder einige Szenen daraus vorlas. Ich hatte dabei die Empfindung, als wenn ich einer ganz ausnahmsweisen Gunst gewürdigt wurde. Es gefiel mir sehr und schien mir unter dem Einflusse von Goethes »Faust« abgefasst, den ich damals zuerst kennen gelernt hatte.
Kundinnen und Kunden meinen
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kund*innen durch Ihre Meinung