Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
17.09.2020
Verlag
Langen - Müller eBooksSeitenzahl
328 (Printausgabe)
Dateigröße
3124 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783784483757
Ein Zwillingspaar wie es ungleicher nicht sein könnte: Martin und Jonas Blume empfinden seit ihrer Kindheit nur Verachtung füreinander. Jonas ist der weltläufige Kunsthändler und wohlhabende Bonvivant. Martin hingegen, Polizeibeamter im höheren Dienst, führt das eintönige Leben eines kleingeistigen Misanthropen - bis einige spektakuläre Fälle auf seinem Schreibtisch landen: ein von antiken Pfeilen durchbohrter Mann im Londoner Richmond Park, ein mit einem Säbel enthaupteter Russe in einem Hotel ganz in seiner Nähe. Keinerlei Spuren, kein Motiv, nichts! Seltsame Träume suchen Martin heim. Dann, nach jahrelanger Funkstille ein Anruf seines Bruders. Plötzlich sieht er die Zusammenhänge glasklar - nur, kann er sie auch beweisen?
Kundinnen und Kunden meinen
Ein Krimi der etwas anderen Art
Bewertung aus Neu Wulmstorf am 06.02.2021
Bewertungsnummer: 1422255
Bewertet: eBook (ePUB)
Inhalt: Eigentlich heißt der Kunsthändler John mit richtigem Namen Jonas Blume, aber da er ihn schrecklich findet, hat er ihn schnell abgelegt. Er möchte nicht an seinen ungeliebten Vater und seinen grässlichen Zwillingsbruder Martin erinnert werden. Martin ist ein erfolgloser Polizeibeamter, der im Gegensatz zu John ein eintöniges Leben führt. Bei John ist immer etwas los, der Lebemann schlechthin. Er reist regelmäßig nach London, Paris und Venedig um seinen dubiosen Geschäften in der Kunstszene nachzugehen. Niemand würde vermuten, dass in John ein eiskalter Psychopath steckt, denn dies weiß er mit seinem gespielten Charme gut zu verstecken. Eines Tages kommt ihm allerdings sein Bruder Martin auf die Schliche, nämlich als ein paar spektakuläre Fälle auf seinem Schreibtisch landen, die ihn an die krankhaften Neigungen seines Bruders erinnern. Im Londoner Richmond Park wurde ein junger Mann von antiken Pfeilen durchbohrt und in einem Hotel wurde ein Russe mit einem Säbel enthauptet. Für Martin stellen sich die Morde wie eine Inszenierung dar, die nur ein Kunstkenner nachahmen konnte. Martin beschließt John hinterher zu reisen, aber kann er ihm wirklich das Handwerk legen?
Meine Meinung: Ein Kunstkrimi ist mal etwas ganz anderes dachte ich und war geradezu neugierig auf die Handlung. Zu Beginn lernt man die Hauptfigur John kennen, unverkennbar ein Blender und Psychopath. Er schlängelt sich gut durch das Leben, was ich anfangs noch interessant fand, doch irgendwann eben nicht mehr, weil ihm alles zu einfach gelang. Die Mordopfer machen es ihm zu einfach, die Frauen liegen ihm zu Füßen und er stößt auf keinerlei Widerstand. Was ich nebenbei über Kunst erfahren habe, gefiel mir soweit ganz gut, auch das es zu den Bildern die entsprechenden Abbildungen gab. Was jedoch zu viel Raum einnimmt, sind die ausschweifenden Schilderungen über Weine und Speisen, schließlich handelt es sich um einen Krimi und nicht um einen Weinführer. Das Mordgeschehen als solches ist schon eine spannende Angelegenheit, da John sich vor seinen Taten von der Kunst inspirieren lässt. Man erlebt seine krankhafte Liebe zur Kunst und wie wichtig es für ihn ist, mit den Opfern dieselbe Szene perfekt nachzustellen. Er sieht sich selbst als großartigen Schöpfer seines Meisterwerks. Was mir leider fehlte, waren gezielte Ermittlungen in seine Richtung. Bis auf seinen verhassten Bruder und ein paar zwielichtigen Personen , kommt ihm niemand auf die Schliche. Viele Geschehnisse wirkten so irreal und skurril auf mich, dass ich es mir angewöhnt habe, sie lieber augenzwinkernd zu betrachten, bevor ich noch meine Leselust verliere. Dennoch haben die vielen Verwirrungen, unglücklichen Perspektivwechsel und dass John alle Frauen als Spielfiguren sieht zu Genüge meinen Lesefluss gestört, was wiederum schade ist, denn Potenzial hat die Geschichte irgendwie schon. Ein weiteres Defizit ist, dass das Buch nicht professionell lektoriert und korrigiert worden ist und dafür hat es meiner Meinung nach einen zu stolzen Preis. Wiederum fand ich nicht alles negativ, zumal ich einiges über Kunst gelernt habe und mir die Beschreibungen der einzelnen Schauplätze gefallen haben, daher vergebe ich drei von fünf Sternen.
Fazit: Nicht nur ein Kunstkrimi, sondern auch ein Weinkrimi, denn beides steht im Mittelpunkt. Teilweise obskure Charaktere und unreale Geschehnisse. Wer sich aber für Kunst und Weine interessiert, ist mit diesem Buch gut bedient. Die Morde sind zwar schaurig, doch fehlen dazu leider die dazugehörigen spannenden Ermittlungen.
Passion und Grauen
Bewertung aus Berlin am 27.12.2020
Bewertungsnummer: 1419437
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwillingsbrüder die sich überhaupt nicht nahe stehen und doch zueinander gezogen werden. Jonas fühlt sich als der ungeliebte Sohn. Die Mutter ist früh verstorben, der Vater hat nur Augen für den Zwillingsbruder Martin. Der kommt auch mehr nach ihm. Geht auch wie der Vater in den Polizeidienst. Jonas dagegen geht seiner Leidenschaft nach – der Kunst. Er wird im Kunsthandel sehr erfolgreich. Doch sein Wesen ist völlig emapthielos. Frauen betrachtet er eher als Gefährten für kurze Stationen in seinem Lebens oder aus Mittel zum Zweck. Also zum Ausleben seiner sexuellen Gelüste oder um ihm ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Er ist den schönen Genüssen sehr zugetan und liebt die gute Küche, die Weine und das Reisen. Der Roman spielt in verschiedenen Städten wie London, Paris und Venedig. Die verschiedenen Sprachen fließen in das Buch ein und machen die Kulturen dadurch noch lebendiger. Zusätzlich beeindrucken mich Menschen, die mehr als zwei Sprachen sprechen können. Kunstwerke, besonders Darstellungen von Heiligen, stellen in diesem Roman eine zentrale Rolle dar. Der Autor beschreibt die einzelnen Bilder durch die Augen des Bruders Jonas mit Sachverstand und Leidenschaft. Abbildungen der beschriebenen Bilder sind im Buch vorhanden. Doch erst durch das genaue Betrachten der Bilder sowie der zahlreichen Hintergrundinformationen erhalten sie ihre Besonderheit und ihren Reiz. Ich hatte das Gefühl, die Bilder sehr lange betrachten zu müssen, um sie wirklich zu verstehen. Die Mordphantasien und Umsetzungen des Jonas beim Betrachten der Bilder sind grausam und nicht für das sanfte Gemüt geeignet. Mich hat dieser Roman etwas an „Das Parfüm“ erinnert. Ein Psychopath der seiner Passion folgt und auf wenig Gegenliebe vom Leser hoffen kann. Die Idee hinter der Geschichte ist wirklich gut, die Leidenschaft des Kunsthändlers kommt sehr glaubhaft rüber. Obwohl ich nun wirklich kein Kunstkenner bin, haben mich die detaillierten Bildbeschreibungen sehr angesprochen. Und die Passion für gute Gerichte und Weine kann ich voll nachempfinden. Das Buch mit hungrigem Magen zu lesen ist eine Qual, darüber hinaus aber ein wirkliches Erlebnis.