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Wenn ich dich je vergesse ... Historischer Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.2021

Verlag

Wartburg Verlag - c/o Evangelisches Medienhaus

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

21.4/13.2/1.8 cm

Gewicht

276 g

Farbe

Altweiß / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86160-586-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.2021

Verlag

Wartburg Verlag - c/o Evangelisches Medienhaus

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

21.4/13.2/1.8 cm

Gewicht

276 g

Farbe

Altweiß / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86160-586-7

Herstelleradresse

Wartburg Verlag GmbH
Lisztstr. 2A
99423 Weimar
DE

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  • N. Krüger

    5/5

    14.12.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Ein äußerst lesenswerter und gut recherchierter Roman

    Am 21. März 1349 wurde die jüdische Gemeinde von Erfurt innerhalb eines Tages ausgelöscht, 900 Menschen wurden vom Mob ermordet. Die Pest wütete in jener Zeit in Europa und den Juden wurde daran die Schuld gegeben: Sie hätten Brunnen vergiftet und so die fürchterliche Seuche ausgelöst, dies der vollkommen absurde Vorwurf, der jedoch durch ständiges Wiederholen bei immer mehr Christen Glauben gefunden hat. Fake News im Mittelalter mit für die jüdische Minderheit tödlichen Konsequenzen. Anne Bezzels Roman „Wenn ich Dich je vergesse …“ beschreibt die Ereignisse aus Sicht dreier junger Erwachsenen: Jakob und Naomi, Sohn und Tochter des jüdischen Schlachters in Erfurt, und dem gehbehinderten Merten, Sohn eines der christlichen Schlachter. Die drei Freunde müssen erleben, wie die Angst vor der Pest und bösartig gestreute Gerüchte eine fatale Dynamik entfalten. Merten wird sogar Zeuge, wie in seiner eigenen Familie Menschen zu Mörder werden. Und der Rat, der eigentlich Gesetz und Ordnung in der Stadt sichern sollte, schaut den Verbrechen tatenlos zu. Merten, der ein großes Talent für das Zeichnen und Malen hat, kann seine Freunde nicht beschützen, aber am Ende findet er einen Weg, im Rahmen seiner Möglichkeiten der Gerechtigkeit ein kleines Stück weit Geltung zu verschaffen. Anne Bezzels Roman ist unbedingt lesenswert. Die Autorin gelingt es, das mittelalterliche Leben in Erfurt und die tragische Entwicklung der Ereignisse plastisch darzustellen. Dabei beruht der Plot auf sorgfältigen Recherchen unter anderem in den Erfurter Stadtarchiven, in dessen dort aufbewahrten Dokumenten der Gerichtsprozess gegen die Mörder nach den Pogromen dokumentiert wurde. Viele der Romanfiguren sind daher Erfurter Bürger, die wirklich gelebt haben. Die Hauptschuldigen an den Morden wurden jedoch – wie so oft – am Ende nicht verurteilt. In ihrem Nachwort gibt Anne Bezzel der Frage der Realität bzw. Fiktionalität der Figuren und Handlung ausreichend Raum. Karten von Erfurt und seiner Umgebung unterstützen den Lesefluss, schnell wird der Leser in die Geschichte hineingesogen. Dabei erfährt man interessante Details, sowohl zu städtebaulichen Aspekten des mittelalterlichen Erfurts als auch zu speziellen Themen wie der mühevollen Farbherstellung aus pflanzlichen und tierischen Stoffen und der Buchmalerei im Allgemeinen. Eine besondere Stärke von Anna Bezzels Roman ist das Eintauchen in die religiösen Aspekte des Judentums und Christentum. So wird eine jüdische Hochzeit als Motiv des Lebens liebevoll dargestellt. Die vielen und ausführlichen religiösen Zitate – Segenssprüche wie auch Bibeltexte – und eine detaillierte Beschreibung von insbesondere jüdischen Bräuchen lassen die Wärme und Tiefe, die mit einem religiösen Leben einhergehen können, fühlbar werden. Auf christlicher Seite sind es insbesondere Zitate des Mystikers Meister Eckhart, der lange Zeit in Erfurt gewirkt hat und gut zwanzig Jahre vor den Ereignissen während eines Inquisitionsprozesses gestorben ist, die einer humanistischen Stimme Geltung verschaffen. Gegenüber der zerstörerischen Kraft des Mobs, der auf Basis des etablierten christlichen Antijudaismus durch einige Rädelsführer aufgestachelt wurde, konnten sich Eckharts Gedanken jedoch nicht durchsetzen. Anne Bezzel hat mit „Wenn ich Dich je vergesse …“ einen ganz besonderen Roman verfasst, der sich dem Thema des Judenhasses im Allgemeinen und den Pestpogromen in Erfurt im Besonderen mit der gebotenen geschichtlichen Ernsthaftigkeit und Genauigkeit nähert. Mit ihren lebendigen Figuren und einem glaubwürdigen Plot, der der Dynamik der Ereignisse gerecht wird, hat Anne Bezzel zudem ein mitreißendes Leseerlebnis geschaffen.

  • Monika S.

    aus Leutesdorf

    5/5

    15.04.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Aus Freunden werde Feinde

    Erfurt 1348, die Menschen leben friedlich ungeachtet der Religion zusammen, sie treiben Handel und verbringen ihre Freizeit gemeinsam. Doch dann ändert sich etwas im Denken der Erfurter, mitten in diesen Warren sind die jüdischen Geschwister Jakob und Naomi sowie deren Freund aus Kindheitstagen der Christ Merten, welcher auf Grund seiner Gehbehinderung von der Gesellschaft eher gemieden wird. Wird es den drei Freunden gelingen , an ihrer Freundschaft festzuhalten und den Pogrom zu überleben? Vorab möchte ich sagen, dass ich historische Roman sehr gerne lese und es liebe in vergangene Zeiten einzutauchen. So hat mich auch dieser Roman angesprochen und ich wollte wissen, was es mit den drei Freunden und dem Pogrom auf sich hat. Zu Beginn des Buches hatte ich leichte Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden, da einige Zeitsprünge dabei waren, die sich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschlossen. Doch dann war ich plötzlich mitten in Erfurt, in einer Stadt, wo Menschen einander achten, ihren Glauben ausüben und in Freundschaft zueinanderstehen. Ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, auch wenn der Schreibstil der Autorin sehr ansprechend und in meinen Augen gehoben ist. Man kann dem Geschehen gut folgen, jedoch merkt man schnell, dass mehr dahinter steckt und die Autorin sehr gut recherchiert hat. Von einem Tag auf den anderen ist plötzlich alles anders, die Juden werden zu Feinden und jahrelange Handelsabkommen sind nichtig, Nachbarn schauen sich nicht mehr an und die Stimmung kocht. Als sehr ansprechend empfand ich, dass die Autorin die Religionsausübung der Juden sehr stark in den Fokus genommen hat, so sind für mich viele Momente dabei gewesen, die ich neu lernte und über die ich mir zuvor nie Gedanken gemacht habe. Erstaunlicherweise empfand ich beim Lesen gerade diese Momente als sehr ruhig und harmonisch. Die Handlung selber ist sehr rasant, mal liebevoll und dann wieder brutal. In diesem Roman habe ich wirklich alle Emotionen durchlebt, die es gibt. Vielleicht ist es auch gerade dieser Zustand, dass mich das Buch auch nach dem ich es gelesen habe, lange nicht losgelassen hat. Das Nachwort der Autorin sollte man auf jeden Fall lesen, denn es beinhaltet Erklärungen zu Momenten und erwähnt auch, welche Personen in dem Roman reine Fiktion sind, ich war erstaunt, dass es so wenige waren....

  • jutscha

    5/5

    23.03.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Sehr fesselnder Roman über die Judenverfolgung im Mittelalter - super recherchiert und absolut spannend erzählt

    In Erfurt im Jahr 1348 leben die jüdischen Geschwister Naomi und Jakob mit ihrer Familie direkt neben Merten und seiner christlichen Familie. Die Kinder sind befreundet und kennen sich von klein auf. Doch der Frieden trügt, denn Patrizier und hoch angesehene Handwerker wollen die jüdische Gemeinde auslöschen. Marten hat unglaubliche Angst um den Freund und Naomi, in die er sich verliebt hat. Reichen die Zeit und seine Möglichkeiten aus, die beiden zu retten? Was kann er als Junge und Sohn eines Christen ausrichten? Die Geschichte wird abwechselnd aus den Sichten der 3 Protagonisten und nicht chronologisch erzählt. Anfangs fand ich das etwas verwirrend, aber die Zeit- und Personenangaben über den Kapiteln haben mir geholfen, mich zurecht zu finden. Die Autorin ist Theologin und hat promoviert in mittelalterlicher Kirchengeschichte. Das merkt man den ganzen Roman hindurch. Das Progrom an den Erfurter Juden im Jahr 1349 ist wunderbar recherchiert, der Konflikt zwischen Christen und Juden sehr deutlich und anschaulich erzählt. Auch der Stand der Kirche und der Einfluss der reichen Bürgen wurde gut herausgestellt. Mir war gar nicht bewusst, dass die Juden bereits im Mittelalter mit solcher Grausamkeit verfolgt wurden. Insofern habe ich wieder was über die deutsche Geschichte gelernt. Sehr gut gefallen hat mir auch die Karte im Klappenumschlag, weil ich so immer genau wusste, wo sich was befindet und wo die Protagonisten gerade unterwegs sind. Der Schreibstil ist einfach wunderbar, passt genau zur Geschichte und ich war von Anfang an direkt in der Handlung drin. Die Recherchen zu Orten des Geschehens, der Situation der Juden im Mittelalter und alles rund um das Schlachterhandwerk sowie Malen und Schreiben im Kloster waren sehr gut. Alles könnte sich genauso zugetragen haben, ich habe mich direkt in die Zeit zurückversetzt gefühlt. Die Geschichte ist plausibel und logisch aufgebaut. Wer die Kombination aus Historie, Handwerk und gelebter Geschichte liebt, dem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Ich war total gefesselt und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. So muss ein guter Roman sein. Ich kann die Geschichte absolut und uneingeschränkt empfehlen und bewerte das Buch mit absolut verdienten 5 von 5 Sternen.

  • Bewertung

    aus Glauchau

    5/5

    11.03.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Wenn der Hass siegt

    „...Noch nie hat er sie so gesehen: seine Stadt, seine Schöne. Sie scheint zwischen den beiden aufeinander zurollenden Hügeln zu ruhen wie eine schillernde Perle, eingehüllt in Dunst, der in der Sonne leuchtet...“ Es ist Jakobs letzter Blick auf Erfurt, bevor er sich abwendet. Er ist auf der Flucht. Was war geschehen? Die Autorin hat einen bewegenden historischen Roman geschrieben. Wie obiges Zitat zeigt, ist der Schriftstil sehr ausgereift. Wir schreiben das Jahr 1348. Merten, der Sohn des Schlächters, kann nach einer schweren Krankheit schlecht laufen. Nachfolger im Betrieb wird deshalb sein Zwillingsbruder Caspar. Merten hilft mit, seine Liebe aber gilt dem Zeichnen. Befreundet ist Merten mit Jakob und Naomi. Sie haben schon als Kinder zusammen gespielt. Ihr Vater ist ebenfalls Schlächter, allerdings gehört er zu den Juden der Stadt. Sehr detailliert wir das mittelalterliche Leben in Erfurt beschrieben. Da ich die Stadt kenne, habe ich viele der Orte einordnen können. Noch leben Juden und Christen einträglich nebeneinander. Aber schon ziehen dunkle Schatten herauf. Vertreter des Rates sind daran nicht unschuldig. Als Merten zu Jakobs Onkel Simson eingeladen wird, der ein bedeutendes Werk illustriert hat, kommt es zu einer interessanten Diskussion zum Thema Bilderverbot. „...Übrigens gelten die Zehn Gebote ja auch für euch Christen, und ihr scheut euch nicht vor den Bildern….“ Durch Jakob und Naomi erfahre ich eine Menge über die jüdischen Feiertage. Das gilt für die Vorbereitung und Feier des Schabbat, für eine jüdische Hochzeit oder Chanukka. Entsprechende Zitate aus der Thora begleiten das Geschehen. Dann aber spitzt sich die Lage zu. Jakob erlebt erste Anfeindungen. Tiefgehende Gespräche gibt es zwischen Jakob und Merten. Es klingt fast bitter, was Jakob konstatiert: „...Wahrscheinlich hast du recht, Merten. Vielleicht wäre es besser, wir hätten Kinder bleiben können.“ Merten und Naomi mögen sich. Es sind kleine Gesten, die das zeigen. Werden sie je eine Chance haben? Ab und an werden Worte von Bruder Eckhard angefügt. Der war für Jahren als Ketzer angeklagt worden. Michael, der Vater von Jakob und Naomi, hat für seine Kinder vorgesorgt. Er will sie rechtzeitig aus Erfurt bringen. Doch dann kommt alles anders. Es ist ausgerechnet eine Schabbat, an dem sich der Mob zusammenfindet. Die Zeichnung, die im Buch eine besondere Rolle spielt, ist abgebildet. Ein inhaltsreiches Nachwort gibt zusätzliche Informationen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, wie weit Menschen zu gehen bereit sind, wenn sie ihre Ziele durchsetzen wollen. Plötzlich siegt Angst selbst über Dankbarkeit.

  • Friederike

    aus Lkr. FÜ

    5/5

    08.01.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Die Geschichte hat mich sehr…

    Die Geschichte hat mich sehr angesprochen, habe viel Intererssantes erfahren und ich konnte prima eintauchen in diese Zeit. Hat mich sehr beeindruckt, wie offenbar sorgfältig recherchiert, in sich stimmig und sprachlich rund die Autorin erzählt. Nebenbei erfährt man eine Menge über das Judentum und die historischen Begebenheiten rund um eine Progromwelle in Deutschland im 14. Jhd, die garnicht mehr im Bewusstsein ist. In der heutigen Zeit, in der wieder Hass geschürt wird und plötzlich Gräben aufreißen, die vorher undenkbar waren, ist ein solches Buch ein wichtiges Zeugnis über die Mechanismen und Auswirkungen solcher gesellschaftlicher Entwicklungen, die es leider immer wieder gab und gibt.

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