»Es ist nicht übertrieben, dass dieses Buch von allen gelesen werden sollte, die ab und zu mit Mädchen oder Frauen zu tun haben. Oder selbst welche sind. Also: von allen.« Aus dem Vorwort von Margarete Stokowski
Susie Orbach untersucht detailliert und mit vielen anschaulichen Beispielen aus ihrem Therapiealltag unser heutiges Verhältnis zu unserem Körper. Sie betrachtet Optimierungsmechanismen und Schönheitsideale, geht aber auch auf Epigenetik, Leihmutterschaft, Hormontherapien und künstliche Intelligenz ein, um schliesslich zu fragen: Sind wir die letzten Menschen, die in Körpern leben, wie wir sie kennen? Und wie können wir es schaff en, uns nicht einer Körperdiktatur zu unterwerfen, sondern zu mehr Diversität, Gesundheit und Akzeptanz zu gelangen? Es steht ausser Frage, dass wir uns stärker mit dem Körper auseinandersetzen müssen. Wichtig ist, dass wir es jetzt tun.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
5/5
19.09.2025
Buch (Taschenbuch)
messerscharf
10/10
sehr gutes Buch. Verständlich geschrieben, wirkt inspirierend, rüttelt auf, zeigt tiefgreifende Zusammenhänge…
Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft findet in dem buch in angemessener Weise ihren Platz.
sehr zu empfehlen
Jessi
Thalia Book Circle Community
3/5
30.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Gut geschrieben und erklärt - aber nicht ganz konsequent in der Aussage
Ich habe ein bisschen mit der Bewertung gehadert. Sollte ich 3 oder 4 Sterne vergeben? Am Ende habe ich mich für die 3 Sterne entschieden, obwohl ich den Großteil dieses Buchs als empfehlenswert erachte. Leider ist das Buch in seiner Aussage in meinen Augen nicht ganz konsequent und konsistent. Dazu später mehr.
Ich habe mich ebenfalls lange Zeit nicht gut in meinem Körper gefühlt und somit waren einige Passagen Balsam für die Seele. Auch schafft es die Autorin und Übersetzerin, das Buch trotz des ernsten und eher trockenen Themas interessant zu gestalten. Die Beispiele halfen ebenfalls sehr dabei, die Thematik greifbarer zu machen.
Die Aussagen von Susie Orbach waren jetzt größtenteils keine Überraschung oder Augenöffner, dennoch ein sehr fundiertes Erklären, wie viele Dinge zusammenhängen (können).
Stellenweise war mir das Anprangern mancher Dinge aber zu plump und pauschal. Als jemand, der eine Brustverkleinerung hinter sich hat, die lt. Krankenkasse medizinisch nicht notwendig war (ehemals H-Cup, 1,5 kg Gewebe entfernt) habe also offiziell auch ich eine Schönheitsoperation hinter mir. Mein Rücken dankt sie mir seit Jahren sehr. Natürlich sind manche Bereiche zu heftig propagiert, bei manchen ist es aber gut, dass es sie gibt.
Im Vorwort wird erwähnt, dass Susie Orbach eine der wenigen der Generation der Psychoanalytiker*innen sei, die auch Transfrauen als Frauen betrachten. Tut mir leid, das hervorzuheben ist eher ein Armutszeugnis, denn das sollte doch selbstverständlich sein. Gerade in dem Beruf. Darin in Widerspruch finde ich ihre Ablehnung von Androgynie. Sie spricht von Diversität und stellt gleichzeitig androgynes Aussehen in wenigen Sätzen und fast schon nebensächlich an den Pranger. Das passt für mich absolut nicht zusammen.
Leider fand ich generell die letzten beiden Kapitel, auf die ich mit am meisten gespannt war, am Schwächsten in ihrer Aussage. Einiges wird verallgemeinert und manchmal hatte ich den Eindruck als wolle sie sagen, dass jeder, der was anderes im Bett möchte als Blümchensex, irgendein Trauma oder Unsicherheit verstecken bzw. verdrängen möchte…
Dennoch war es in großen Teilen eine gelungene Lektüre.
Bewertung
aus Cottbus
5/5
21.05.2021
eBook (ePUB 3)
Eins sein mit dem Körper
Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " Bodies - Im Kampf mit dem Körper " testlesen .
Autor : Susie Orbach
Handlung des Buches :
Mit ›Bodies – Im Kampf mit dem Körper‹ legt die profilierte Psychotherapeutin Susie Orbach ihr bahnbrechendes Sachbuch neu vor und geht auf die rapiden Veränderungen ein, denen unser Körperbild in den letzten zehn Jahren ausgesetzt war und weiter sein wird. Dieses Buch zeigt eindrücklicher denn je, warum wir den permanenten Kampf mit unserem Körper nur verlieren können. Susie Orbach untersucht messerscharf und mit vielen anschaulichen Beispielen aus ihrem Therapiealltag das heutige Verhältnis zu unserem Körper. Sie betrachtet Optimierungsmechanismen und Schönheitsideale, geht aber auch auf Epigenetik, Leihmutterschaft, Hormontherapien und künstliche Intelligenz ein, um schließlich zu fragen: Sind wir die letzten Menschen, die in Körpern leben, wie wir sie kennen? Und wie können wir es schaffen, uns nicht einer Körperdiktatur zu unterwerfen, sondern zu mehr Diversität, Gesundheit und Akzeptanz zu gelangen? Es steht außer Frage, dass wir uns stärker mit dem Körper auseinandersetzen müssen. Wichtig ist, dass wir es jetzt tun.
Mein Fazit :
Wenn ich Berichte im Fernseh erlebe, in denen sich Frauen riskanten Operationen unterziehen , zum Beispiel Brust OP's , Magenverkleinerungen, entfernen von Rippen für eine super schlanke Taille, Fettabsaugen u.a. , dann frage ich mich : Wie krank ist die menschliche Psyche bei diesen Frauen? Warum rennen sie einem Schönheitsideal hinterher, daß in gewissen Kreisen so hervor gehoben wird? Warum riskieren sie ihr Leben? Für perfekte Augenbrauen, eine schmale Nase, dicke Lippen oder einen schlanken Körper .
" Bodies " ist wie ich denke ein Buch, was zum Nachdenken anregt. Warum wollen die Menschen so perfekt aussehen und welches Ideal spiegelt die Gesellschaft wieder? Themen wie Schönheitsideale , Geschlechtsumwandlungen , perfekte Modellisierung des Körpers und künstliche Intelligenz, all diese Fragen zu den Themen hinterfragt die Autorin und stellt der Gesellschaft einen Spiegel vors Gesicht.
" Bodies " ist wie ich denke ein Buch, was zum Nachdenken anregt. Ist nicht Perfektion erstrebenswert, oder wie werden wir von der Gesellschaft akzeptiert ? Die Themen in " Bodies " sind sehr vielfältig. Zuerst dachte ich , es geht im Buch mehr um Schönheitsideale . Aber die Autorin geht dabei sehr in die Tiefe. Lassen wir uns wirklich so sehr von den Medien manipulieren? Abnehmpillen, Schlank im Schlaf Bücher, Abnehm App oder überteuerte Diäten? Wie vergleichen wir uns mit anderen Menschen? Sind sie schöner, schlanker und deshalb vorzeigbarer ? Auf jeden Fall rüttelt dieses Buch auf und räumt mit verschiedenen Klischees auf.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr lebendig und modern , aber sehr anspruchsvoll geschrieben. In vielen Situationen oder Beschreibungen erkennt man sich bestimmt selbst und es ist spannend zu lesen, daß es anderen auch so ergeht. Die verschiedenen Beispiele im Buch sind Realitätsnah und super beschrieben. Wer kennt das nicht : man sieht sich im Spiegel und wird tieftraurig. Da sind Dellen an den Oberschenkeln , am Bauch eine Fettschürze, die Brust hängt.......und dann sehe ich im Fernseh perfekte Körper. Wer gerät da nicht in Depressionen. Einfach sich so nehmen wie man ist.
Ein treues Herz, ein guter Charakter , ist das nicht viel mehr Wert als ein perfekter Körper? Ich finde schon.
Ein tolles Buch was sehr lesenswert ist. Am Ende denkt man doch über sein Körperverhalten nach und reagiert in manchen Situationen realer. Auch in der Schönheitsindustrie sollte endlich ein umdenken erfolgen. Für mich ist ein perfekter Körper nicht relevant , sondern ein guter Charakter und ein großes Herz.
zeilenrauschen
aus Stuttgart
4/5
21.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin beschreibt anhand…
Die Autorin beschreibt anhand vieler Beispiele und eigener Erfahrungen mit Patient*innen in psychotherapeutischer Behandlung, wie das Körperempfinden durch äußere Einflüsse aus Gesellschaft, Erziehung und Kultur gestört wird. Einiges war mir bereits zuvor bekannt, anderes hat mich sehr erstaunt - beispielsweise die Auswirkungen des Verhaltens der Eltern auf ihre Babys, dass selbst kleinste Kommunikationssignale die spätere Entwicklung und Körperwahrnehmung des Kindes beeinflussen. Auch werden die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der Schönheitsindustrie beleuchtet. Insgesamt empfand ich jedes Kapitel sehr interessant und informativ. Gerne hätte ich mir noch einen größeren Bezug der Sozialen Medien gewünscht, die meiner Meinung nach, auch einen immer größeren Einfluss auf uns haben. Großer Kritikpunkt meinerseits jedoch ist der sehr eindringliche Tonfall der Autorin, mit dem sie versucht, ihre Meinung zu verdeutlichen. Ich hatte stellenweise das Gefühl, dass hier auf Seiten der Leser*innen unbedingt auf Zustimmung gedrängt wurde. Auch empfand ich die Darstellung von Diäten und problematischem Essenverhalten als zu undifferenziert. Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder gesundheitliche Hintergründe, die eine bestimmte Ernährungsform verlangen, werden nicht mit einbezogen. Stattdessen seien Diäten/der Verzicht von Lebensmitteln lediglich die Nachahmung eines gesellschaftlichen Trends oder Ausprägungen einer Essstörung. Als Betroffene möchte ich mir jedoch nicht unterstellen lassen, dass ich nur auf bestimmte Lebensmittel verzichte, weil ich mit meinem Körper nicht klarkomme. Ich bin dazu gezwungen, weil ich andernfalls in ärztliche Behandlung muss. Ansonsten empfand ich den Schreibstil der Autorin als sehr verständlich und angenehm zu lesen. Mir hat auch gefallen, dass auf eine korrekt gegenderte Schreibweise geachtet wurde.
Tobias Krieg
4/5
20.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Über die Krise der Körperlichkeit in den Zeiten der Globalisierung
Susie Orbachs Buch "Bodies" erschien ursprünglich 2009 im Original und 2010 in deutscher Übersetzung. Laut Autorin selbst führten verschiedene Entwicklungen des Themas zur vorliegenden, überarbeiteten und erweiterten Neuausgabe von 2019 (dt. 2021).
Die Autorin ist psychoanalytisch arbeitende Psychotherapeutin und beschäftigt sich seit den 70er Jahren intensiv mit Körperstörungen und deren gesellschaftlichen Verknüpfungen. In "Bodies" geht sie den Fragen nach, wie unser Körperbild und unser individuelles Verhältnis zum Körper geprägt werden und welche Auswirkungen die moderne globale Bilder- und Medienkultur auf diese Prozesse hat. Sie vertritt dabei die These, "dass unsere gesamte Körperlichkeit nicht von der Natur hervorgebracht wurde (...), sondern von der Art und Weise, wie der natürliche Körper von unseren frühesten Bezugspersonen behandelt wurde" (S. 219). Eine immer größere Rolle spielt dabei die Exposition mit modellierten und bearbeiteten Idealbildern auf allen Medienkanälen. Eine Multi-Millarden-Dollar Industrie macht fette Gewinne auf Kosten der Lebensqualität vieler Menschen. Dies trifft nicht mehr nur zu für die westlichen Industriestaaten, sondern mittlerweile auch für viele Entwicklungsländer und Kulturen, die ursprünglich andere Idealvorstellungen von weiblichen und männlichen Körpern hatten.
Das Buch besteht aus sieben Kapiteln auf insgesamt 262 Seiten (inkl. Vorwort, Einleitung und Anhang), die je nach Unterthema eher psychoanalytisch oder eher soziologisch ausgerichtet sind. Die Darstellung beinhaltet viele Beobachtungen und Erkenntnisse aus der therapeutischen Arbeit der Autorin und auch einige Fallbeispiele werden geschildert und in Bezug auf das Kernthema analysiert.
Die Thematik des Buches halte ich sowohl aus individueller als auch aus gesellschaftlicher Perspektive für hoch relevant. Die Darstellungen der Autorin sind für mich größtenteils gut nachvollziehbar und verständlich, allerdings wirken die psychoanalytischen Abschnitte trotz der Fallbeispiele teilweise recht zäh und akademisch trocken. Ich würde mir hier mehr Auflockerungen z.B. in Form von Bildern, Tabellen oder Diagrammen wünschen. Sehr positiv ist ohne Zweifel, dass die Autorin sich nicht nur dogmatisch auf die Psychoanalyse beruft, sondern auch Erkenntnisse aus verwandten Feldern wie den Neurowissenschaften miteinbezieht. Mit ihrer therapeutischen Empathie und der These vom Krieg gegen die Körperzufriedenheit spricht sie mir in einigen Passagen aus dem Herzen.