In der vorliegenden Abhandlung wird die Gründungsgeschichte und das Betätigungsfeld des ersten deutschen luftfahrtmedizinischen Instituts in Hamburg-Eppendorf dargestellt, mit dessen Aufbau in 1927 begonnen wurde. Der Internist und Ärztliche Direktor des Allgemeinen Krankenhauses Eppendorf, Ludolph Brauer (1865-1951), gilt als einer der Wegbereiter der deutschen Luftfahrtmedizin. Nach Jahren der Stagnation nach dem Ersten Weltkrieg war er es, der einen Neuanfang in der Hansestadt machte: Sein der Tuberkulose-Forschungsansalt angegliedertes Institut für medizinische Forschung auf dem Gebiet der Luftfahrt wurde 1927 ins Leben gerufen und nach erfolgtem Ausbau 1931 als selbständiges Institut für Luftfahrtmedizin und Klimaforschung ins Vereinsregister eingetragen. Im Rahmen der Gleichschaltung wurde das Institut spätestens seit 1935 durch das Reichsluftfahrtministerium (RLM) kontrolliert und 1939 als Aussenstelle des Berliner Luftfahrtmedizinischen Forschungsinstituts vollends dem RLM unterstellt. Es hatte Bestand bis Februar 1945. Das Kernstück des Institutes bildeten zwei pneumatische Kammern, die zur Behandlung von Lungenerkrankungen sowie für weitere allgemeine medizinische Fragestellungen und Therapiekonzepte genutzt werden konnten; andererseits Verwendung fanden für arbeits-, sport- und höhenphysiologische Untersuchungen. Die Eppendorfer Institution beeinflusste unter ihren drei Leitern die deutsche Luftfahrtmedizin in massgeblicher Weise, wobei neben höhenphysiologischen Aufgabenstellungen vor allem anwendungsbezogene Fragen untersucht und Fliegertauglichkeitsuntersuchungen durchgeführt wurden. Ein Stück Universitäts- und Zeitgeschichte mit flugmedizinischem Hintergrund in 2. , weitgehend unveränderter Auflage.
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