Produktbild: Die Sprache der Sonne

Die Sprache der Sonne Roman

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inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.01.2023

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

331

Maße (L/B/H)

22.3/15.2/3.5 cm

Gewicht

548 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-80004-7

Beschreibung

Rezension

Der Roman ist vielschichtig. Ein faszinierendes Puzzles aus Zeitgeschichte und moderner Identitätssuche. ... Wer sich für die Türkei interessiert, muss diesen Roman lesen. Ein spannender und auch handwerklich erstklassig gebauter Roman."

Deutschlandfunk Kultur Lesart, Ingo Arend

Eine packenden Schilderung der zum Teil dramatischen Ereignisse."

Die Rheinpfalz, Gerhild Wissmann

Eine faszinierend kunstvolle Collage aus Gegenwart und Vergangenheit, Extrakten aus Tagebüchern, Briefauszügen und erinnerten Gesprächen.

Die Rheinpfalz, Gabriele Weingartner

Mit einer gekonnten Mischung aus Rückblicken, lebhaften Erzählungen und einer vielschichtigen Handlung entsteht so dank Göritz erzählerischem Talent ein Roman, der sowohl historische Ereignisse als auch persönliche Geschichten auf beeindruckende Weise miteinander verknüpft.

literaturkritik.de, Lena Berg

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.01.2023

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

331

Maße (L/B/H)

22.3/15.2/3.5 cm

Gewicht

548 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-80004-7

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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  • Bewertung

    5/5

    19.06.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Alt trifft auf neu

    Lee braucht Antworten! Antworten, die nicht nur die Lücken in ihrer Familiengeschichte füllen sollen, sondern ihr auch zur Selbstfindung verhelfen sollen. Und diese liegen in der pittoresken Stadt Istanbul, in welche ihre Großmutter vor Jahrzehnten floh. Was dieses Buch besonders macht, ist nicht nur die Virtuose M. Göritzs, sondern auch der im Westen wenig bekannte historische Rahmen: Die Flucht der intellektuellen Juden in die Türkei und die Modernisierungsversuche Atatürks. Ebenso die Art, wie Göritz es durch detailliert-authentische Beschreibungen schafft, das Istanbul der 30er Jahre wieder zum Leben zu erwecken.

  • Buch_im_Koffer

    aus Münster

    5/5

    02.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartiger, facettenreicher Roman mit Tiefgang

    Wahrhaft facettenreich waren die Erzählstränge, die uns Matthias Göritz in seinem neuen Roman offenbart hat. Da ist zunächst die Amerikanerin Lee, die nach dem Tod ihrer jüdischen Großmutter Helene auf den Spuren ihrer Tagebücher nach Istanbul reist. Hierhin war sie einst als junge Frau vor den Nazis geflüchtet. Lee trifft dort auf den 116 Jahre alten Georg Naumann, der in den dreißiger Jahren als deutscher Spion und Journalist in Istanbul lebt. Er erzählt ihr von seinem ereignisreichen Leben und öffnet Lee so einen tiefen Einblick in das Leben und geistige Umfeld ihrer Großmutter. Was zunächst wie ein weiterer Familienroman klingt entpuppt sich schnell als ein gewaltiges Werk, das gekonnt Liebesroman, Reiseführer, Geschichtsbuch, Literatursachbuch in sich vereint. Rund um die Kernhandlung der Gespräche zwischen Lee und Georg spannt sich ein Netz aus vielen einzelnen Strängen. Da ist die Verfolgung und Hetze der Nazis noch vor der Machtergreifung Hitlers gegen politische und öffentliche Gegner, Juden, Homosexuelle und alle, die nicht in das Nazi-Bild passen. Da ist ein Kreis von Intellektuellen, meist jüdischen Gelehrten, Professoren, Literaten etc. die vor diesem Regime bereitwillig in die Türkei geflohen sind; angelockt durch Mustafa Kemal Atatürk, der in der noch jungen Republik zahlreiche Reformen anstrebte. Die Diskussionen dieser Intellektuellen damals wie auch der Betrachtungen Lees heute drehen sich um Fragen von Sprache und Identität; um die Reformen Atatürks bis zur Rolle Erdogans heute; um Betrachtungen von Zuhause, Exil, Zugewanderten und Heimat. Und über allem: die wunderschöne, laute, dreckige, pulsierende, glänzende Metropole Istanbul, die „Perle der Welt“. Matthias Göritz schreibt unglaublich wortreich. Seine Schilderungen sind sachlich präzise und manches Mal gleichwohl wie mit einer Pinzette seziert. Trotz der dichten Handlungen und der intensiven Schilderungen hatte ich jedoch immer irgendwie das Gefühl, nur eine Beobachterin zu sein, nur bis zu einer bestimmten emotionalen Grenze an das Geschehen heranzudürfen. Genau diese Distanz, die auch die Hauptfiguren für sich einfordern. Großartig. Der Roman ist sicherlich nicht als einfache Lektüre gedacht und in ganzen Passagen braucht es schon „Konzentration“ und Aufmerksamkeit. Dann aber offenbart sich hier ein ganz toller, facettenreicher Roman!

  • Bewertung

    5/5

    23.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Grandios

    Zuallererst möchte ich gerne sagen, wie begeistert ich von diesem tollen Roman bin. Eindringlich, aber auf eine sehr angenehm ruhige Art, schreibt der Autor die Geschichte von Georg Naumann und Lee. Er ein Ex-Agent und Exiljude aus Österreich, der Spitzeldienste für die Nazis machen musste, sie eine junge Amerikanerin auf der Suche nach ihren Wurzeln. Im Rahmen ihrer Dissertationsarbeit entdeckt Lee, dass Georg, der ehemaliger Geliebter ihrer jüdischen Großmutter Helene, noch lebt. Rückblenden entführen uns in die 30‘er Jahre von Berlin und Istanbul, wo wir über die Vergangenheit von den beiden erfahren. In der Gegenwart finden die Treffen von Lee u Georg in Istanbul statt, wo der über 100 jährige noch lebt. Als die Nazis anfangen die Juden zu vertreiben, werden diese von dem Gründer der türk. Republik, Mustafa Kemal Atatürk, in die Türkei eingeladen. Er bietet ihnen Schutz, möchte aber auch, dass die ganzen Architekten, Ärzte, Juristen und Intellektuellen ihm helfen, seine ganz frisch aus dem Sultanat befreite, Republik mit aufzubauen. Ganz nebenbei und sehr gekonnt werden Persönlichkeiten wie Hanna Arendt, Erich Auerbach, Yaşar Kemal und Ahmed Hamdi Tanpınar mit der Handlung verwoben. Besonders die Kapitel über die Schriftreform in der Türkei und die ,Sonnensprachtheorie‘ fand ich persönlich sehr interessant. Philologen und Linguisten unter uns ist es bestimmt nicht unbekannt. Für mich war es eine neue Erkenntnis. -Hätte man Helene vor 1933 gefragt, ob sie Jüdin sei, hätte sie wohl die Stirn gerunzelt und geantwortet, nein, sie sei nicht religiös. So erging es vielen der Emigranten, Familien aus Berlin oder Wien, aber auch aus Aachen, Köln oder Bonn, die sich gar nicht mit den religiösen Wurzeln ihrer Vorfahren identifizierten. Plötzlich auch noch eine Rasse, nicht einmal nur eine Religionsgemeinschaft, zu sein - und kein Mensch mehr -, Itzig gerufen zu werden, gehasst, bloß weil man angeblich anders war als ein Arier ~ Seite 238 Die Beschreibungen von Orten und Lokalitäten sind so detailliert, dass man nahezu in die 30‘er Jahre von Istanbul zurückkatapultiert wird. Auf die Protagonisten geht der Autor sehr ausführlich ein, so dass man eine tiefe Bindung zu ihnen aufbaut. Vor allem Georg ist mir persönlich sehr ans Herz gewachsen. Ein alter sympathischer Mann, der ein bewegtes Leben mit Höhen und Tiefen hatte, jetzt auf ein langes Leben zurückblickt, und das nicht nur wehmütig. Ziele hat er immer noch, er möchte z.B. „den Rekord für das längste Leben“ noch knacken Ein großartiger und tiefsinniger Jahrzehnte-Roman, über die Heimatlosigkeit, über die Suche nach Identität und Zugehörigkeit, und auch über die Liebe.

  • Wedma

    4/5

    29.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Atmosphärischer, lesenswerter Roman.

    Von der Leseprobe mein Interesse geweckt, hier wollte ich unbedingt weiterlesen. Und ja, jetzt, nach so und so vielen Wochen, nach dem die letzte Seite umgeblättert, kann ich sagen, dass der Roman einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Auf drei Zeitebenen erzählt er nicht nur spannende, eigenartige Lebensgeschichten, auch ein Stück deutscher Geschichte, insb. die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Berlin, wurde hier gekonnt in den Erzählteppich eingebettet. Der Roman fängt im Jahr 2016 in Istanbul an und kehrt immer wieder, nach kurzen oder auch längeren Ausflügen in die Vergangenheit, dorthin auch zurück. In diesem Erzählstrang sucht eine junge Amerikanerin Lee, nach dem Tod ihrer innig geliebten Großmutter, nach so etwas wie Halt im Leben. Lee kann sich zu nichts aufrappeln, keine Entscheidung bezüglich ihres weiteren Werdegangs treffen, hat keine Kraft, um weiterzumachen. Als Lösungsansatz versucht sie, die Spuren ihrer Großmutter zu erforschen und reist nach Istanbul, wo diese, als junge Frau auf der Flucht aus Nazi-Deutschland, einige Jahre verbracht und in einen gefragten Journalisten verliebt war. Dabei hilft ihr auch das Tagebuch ihrer Oma, in dem sie vieles aus ihrem damaligen Leben festgehalten hatte. Diese Frau, die Großmutter, ist unbedingt des Kennenlernens wert: so geistreich und charakterstark, so mutig, strotzend vor Lebenskraft und Überzeugung, dass sie dieses Leben zu einem besseren Ort machen kann! Faszinierend. Vllt versucht Lee nun zumindest einen Bruchteil davon abzubekommen, in dem sie sich mit der Vergangenheit beschäftigt. Lee ist in vielen Dingen das Gegenteil ihrer Oma. Die Lebens- und Liebesgeschichte des damaligen Geliebten wurde in den Rückblenden erzählt: seine Zeit in Berlin der zwanziger Jahre, und wie und warum er hinkam und dann nach Istanbul ging. Hier musste ich oft an das Buch aus der Feder von Volker Ullrich „Deutschland 1923“ denken. Er hat wunderbar lebendig, ja zum Greifen nah, diese Zeit im Rahmen seines Sachbuches eingefangen. Sprachlich ist der Roman ebenso ein Highlight. Ungewöhnlich, bereichernd, herzerfrischend wirken etliche Sätze auf Türkisch. Auch einige Gedichte sind dabei. In etwa die Hälfte des Romans, wenn nicht noch mehr, spielt in der Türkei. Das passt. Und lässt auch in diese Kultur eintauchen. Dabei werden Kontraste sichtbar: Orient und Okzident, die auch in dem Zusammenhalt der Menschen, in der Art miteinander umzugehen zum Ausdruck kommen. Kontraste kann man auch in den Figuren von Lee, und ihrer Großmutter sehen, zwischen ihr und ihrem Geliebten, zwischen damals und heute usw. Man kann seitenlang über diesen Roman referieren. Besser: selbst lesen. Für mich war „Die Sprache der Sonne“ etwas zu wortreich erzählt. Das passt zwar zum Orient in dieser Geschichte, aber ich habe die Klarheit und präzise Knappheit vermisst, die ich z.B. in „Kleine Freiheit“ von Nicola Kabel genossen habe. Die Art der Stoffdarbietung bei der „Sonne“ hätte an einigen Stellen gern etwas filigraner, ja geschickter ausfallen können. Die Buchgestaltung fällt hochwertig aus, was das Buch zu einem netten Mitbringsel/ Geschenk macht. Es gibt zwei geographische Karten, in Farbe, von den Orten in der Türkei, wo der Roman spielt. Festeinband mit Schutzumschlag aus festem, glattem Papier, ein schönes Cover-Bild mit der jungen Frau, die Lee oder auch ihre Großmutter darstellt, das prima zum Inhalt passt. Fazit: Ein beeindruckender Roman, der noch lange nachhallt. Gern gelesen.

  • Bewertung

    3/5

    02.12.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Melodischer Schreibstil mit Längen

    „‚Das ist es, was mir immer wieder zu schaffen macht. Dass erst Angst uns politisch werden lässt. Nicht das Gute, nicht Mitleid, Freude, Liebe. Nur Angst. [... ]‘“ „‚Hüzün nennt man hier diese besondere Melancholie, die nur Weltstädte haben, voller Schichten und Geschichten, wissen Sie. [...]‘“ Dieses Buch hat perfekt in den Herbst gepasst, dabei ist die Thematik doch schwer, aber aktueller denn je. Lee, eine junge US-Amerikanerin, begibt sich auf die Reise nach Istanbul auf der Suche nach ihrer familiären Vergangenheit. Kunstvoll verwebt Matthias Göritz in seinem Roman „Die Sprache der Sonne” die Themen Identität, Verlust und Treue in der NS-Zeit und dem generationenübergreifenden Umgang damit in der aktuellen Zeit. Dabei wechselt die Erzählperspektive immer wieder zwischen den 1930er und 2010er Jahren. Emotional hat mich das Zitat Ahmet Hamdi Tanpinars zu Beginn sehr berührt und auch im weiteren Verlauf liest sich Göritz’ Sprache sehr melodisch und rhythmisch. Durch die vielen zeitlichen Wechsel und auch dem Wechsel zwischen langen, verschachtelten und sehr kurzen Sätzen wurde der Roman ab dem Mittelteil leider etwas langatmig. Das Einbringen von sehr vielen Nebensträngen hat zusätzlich dazu beigetragen, dass mich der Roman nicht ganz überzeugen konnte. Historisch etwas ungenau (der Todestag Atatürks ist nicht am 09.11.1938, sondern am 10.11.1938) hat Göritz aber eines wirklich sehr gut umgesetzt: die Liebe zur Stadt Istanbul, dem Umbruch durch Atatürk und zur türkischen Philologie werden auf jeder Seite spürbar.

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