Die Schlacht von Pharsalos ist verloren, Pompeius der Grosse ist tot.
In der römischen Provinz Africa rüsten sich Cato und die Senatspartei im Jahr 48 vor Christus zum letzten Gefecht gegen Caesar. Doch es geht um mehr als nur den Kampf zwischen zwei politischen Lagern. Caesar hat ein düsteres Geheimnis. Er gehört zu den Keren, mächtigen Blutsaugern, gegen die Roms Optimaten seit Jahrhunderten kämpfen. Mit allen Mitteln versuchen sie zu verhindern, dass Rom zu einer Republik der Untoten wird.
Atia, die ehrgeizige Mutter des Gaius Octavius, wünscht sich seit ihrem Besuch bei der Nekromantin Erichtho nichts sehnlicher, als ihren Sohn als Nachfolger zu etablieren. Eine rätselhafte Prophezeiung bestärkt sie in ihren Plänen ...
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Geschichte trifft auf Vampire
SmilingKatinka aus Finningen am 17.03.2023
Bewertungsnummer: 1902729
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich mag Geschichte, fand es aber immer schwierig, den richtigen Zugang zu finden. Hat man erst einen Anhaltspunkt, dann flutscht es. Ich mag auch Vampirromane. Ist vielleicht ein Vampirroman in einem historischen Setting genau das, was ich brauche? Nach der Lektüre von Karen Aydins „Tote beißen nicht“ bin ich mir sicher: genau dieses Buch habe ich gebraucht.
Wer sich Büsten von Julius Caesar anschaut, der kann verstehen, dass Karen Aydin ihn zu einem Vampir machen musste. Wirkt er doch meist sehr perfekt. Karen Aydin kennt sich aus in dem, was sie schreibt und das merkt man auch immer wieder. Mit viel Wortwitz und Wissen nimmt sie den Leser an die Hand und präsentiert unglaublich lebendig beschriebene Namen, die man aus dem Geschichtsunterricht (und vielleicht auch aus Asterix) kennt: Cato, Caesar, Kleopatra sind nur ein paar davon. Gerade zu Beginn des Buches fühlte ich mich wie die Neue in einer großen Firma: lauter Namen, die wohl irgendwie wichtig sind, die man aber sofort vergisst. Mir hat es da aber unglaublich geholfen, das Buch als das zu sehen, was es ist: Ein Fantasybuch. Da wird man ja auch mit fremden Begriffen und Namen zugeworfen und kann das Chaos im Kopf erst nach und nach entwirren.
Was mir auch Tage nach Beenden der Lektüre noch nachschwingt ist die Liebe und Begeisterung der Autorin zu ihren Figuren. Obwohl es, wie gesagt, an Figuren nicht mangelt, ist doch jeder einzelne sehr liebevoll und vielschichtig beschrieben, sodass man ein genaues Bild vor Augen hat. Es gibt beispielsweise eine Szene mit Caesar, die ich mir wirklich bildlich vorstellen konnte. Überhaupt ist Caesar in diesem Buch grandios dargestellt.
Wer sich ein wenig mit Geschichte auskennt, dem werden die ein oder andere Bemerkung ins Auge fallen, die mir mehr als einmal ein Schmunzeln ins Gesicht zauberten.
Ein wirklich wundervolles Buch, dem man das herzblut anmerkt, dass hineingesteckt wurde. Wortwitz, Vampire, Liebe, Sex, Schlachten und Intrigen- was will man mehr. Ich empfehle dieses Buch wärmstens weiter und möchte unbedingt mehr davon lesen.
Nehmen wir an, Caesar war ein Vampir…
Bewertung am 14.03.2023
Bewertungsnummer: 1900624
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
48 vor Christus, Römer & Vampire. Dies vereint Karen Aydin im Dark Fantasy-Roman Tote beißen nicht: Libri I – III, dem ersten von zwei Teilen.
Dieses Buch erzählt eine etwas andere Geschichte als die, die man womöglich aus der Schule oder einer Doku im Fernsehen kennt. Denn dies hier ist eindeutig mehr Fantasy als historischer Roman. Auch, wenn man einige Namen & Orte vielleicht schon einmal gehört hat (Cato etwa kann man kennen, muss man nicht, Cleopatra dürfte aber wohl fast allen schon mal zu Ohren gekommen sein), geht es hier weniger um bloße Feldzüge & Intrigen, obwohl die natürlich nicht gänzlich fehlen dürfen.
Der mystische, übernatürliche Teil überwiegt aber. Und auch, wenn die Namen für Menschen ohne geschichtliche Vorkenntnisse vielleicht auf den ersten Blick schwierig zu lesen sind, ist das ja auch bei anderen Fantasyromanen nicht unüblich, also keine großartige Besonderheit, solange man dieses Buch einfach mehr als fantastische Erzählung denn als trockene Abhandlung von Schlachten liest. Vor allem der für mich sehr angenehme Schreibstil & die zum Teil wirklich witzigen Passagen haben das Ganze zu einem echten Vergnügen gemacht.
Nur eins bitte beachten: Es ist nicht als Quelle für ein mögliches Referat im Fach Geschichte geeignet!