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Band 52358

Zukunftsmusik Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

13109

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.08.2023

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

18.8/12.4/2.1 cm

Gewicht

161 g

Farbe

Elfenbein / Kaffee

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-70939-7

Beschreibung

Rezension

Katerina Poladjan hat mit ›Zukunftsmusik‹ einen der ganz grossen deutschen Gegenwartsromane geschrieben, den man jetzt in Zeiten des Krieges anders liest als noch in der Zeit des Friedens. ("WDR 2")
Vier weibliche Mitglieder einer Familie, eine Kommunalka und viel Witz – daraus entwirft Katerina Poladjan ein Sittengemälde der späten Sowjetunion. ("Ruhr Nachrichten")
Unbedingt lesen! ("Freundin")
Man könnte noch sagen, dass [Katerina Poladjan mit ›Zukunftsmusik‹] ein ›Buch der Stunde‹ geschrieben hat, das man jetzt lesen muss, im Angesicht russischer Grossmachtfantasien. ("Der Spiegel")
Ein Schlüsselwerk, ein Pflichtbuch. ("Kleine Zeitung")
Man kann es lesen als eine Allegorie auf einen historischen Wendepunkt in der Geschichte der Sowjetunion. Vor allem aber ist [Poladjans] Roman ein Psychogramm [...] ("Freizeitmagazin Leo der Rheinpfalz")
Poladjans kurzer Roman ist voller novellistischer Beobachtungen. Aus dem lebensgrossen Glück oder Unglück der Menschen wird allerdings etwas Grösseres: ein psychologischer Augenblick der Zeit. ("Neue Zürcher Zeitung")
Der Roman ›Zukunftsmusik‹ ist ein Hoffnungs- und ein Trostbuch. Eine literarische Verteidigung der Menschlichkeit unter den besonderen Bedingungen der Macht. ("Neue Zürcher Zeitung")
Das Schöne ist, dass dieses Buch jenseits jedweder Aktualität eine Klasse für sich ist. ("Der Tagesspiegel")
Katerina Poladjans Roman [...] erzählt in seinem Kern von der Liebe, von der Hoffnung auf und der Sehnsucht nach einem besseren Leben. ("Der Tagesspiegel")

Produktdetails

Verkaufsrang

13109

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.08.2023

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

18.8/12.4/2.1 cm

Gewicht

161 g

Farbe

Elfenbein / Kaffee

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-70939-7

Herstelleradresse

FISCHER Taschenbuch
Hedderichstr. 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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    5/5

    16.08.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    In der sowjetischen Provinz

    Wir sind in Sibirien in der Sowjetunion in einer Kommunalka, das war eine Art staatlich verordnete WG, in der die Zimmer einer Wohnung auf mehrere Familien verteilt wurden, und die kollektiv genutzten Räume wie Küche und Bad so reguliert gemeinsam genutzt wurden, wie es die staatlichen Institutionen vorsehen. So wird der 3 cm zu grosse Küchentisch von Maria durch Genosse Matwei beklagt. Aber natürlich auch Begegnungsstätte zwischen den Bewohnern, deren Privatsphäre ja auf ein Zimmer beschränkt blieb. Wir landen tief im Dickicht sowjetischer Absurditäten. Und rund um diese Bühne gruppiert sich das Personal dieser Bühne an dem Tag, an dem der verehrte Genosse Generalsekretär Tschenenko das Zeitliche gesegnet hat. Wir sind im März 1985, als ein neuer Mann im Kreml an die Macht kommt, der Michail Gorbatschow heißt. Es wird Chopins Trauermarsch im Dauerlauf gespielt, aber in der sibirischen Provinz geht die sowjetische Realität unverändert weiter, noch ahnt niemand, welche Umwälzungen bevorstehen. Janka plant ihr Kwartirnik, eine Art “Hauskonzert” nicht systemkonformer Musik. Nachts arbeitet sie in der Fabrik, tagsüber kümmert sie sich um ihre Tochter Koschka, ihre Mutter Maria geht als Aufsicht ins Museum und die Oma Warwara hilft als pensionierte Hebamme auf der Gebärstation Kindern auf den Weg. Da ist Matwei, der pateitreue korrekte Beamte, der Versuche für die Weltraumfahrt beaufsichtigt. Ihm passiert an diesem Tag Unerhörtes, eine Versuchsperson stirbt. Es wirft ihn aus der Bahn, er klagt sich selber an. Da ist Ippolit, der Zugbegleiter, der immer alleine ist, weil seine Frau als Zugbegleiterin dann unterwegs ist, wenn er frei hat. Dann gibt es noch einen Professor, der immer abwesend ist, die Karisen und die Liebermann. Mit diesem Personal vollführt die deutsche Autorin mit russischen Wurzeln Grandioses, da wird geliebt, da wird gelästert und vor allem wird überlebt. Es entstehen groteske und absurd komische Dialoge. Die Welt wird als eine bürokratisch strukturierte Farce beschrieben, in der die “grosse Idee” den Menschen schätzen lernt, was ist, das beste aus der Situation zu machen und geduldig auf eine Verbesserung der Situation zu warten. Dieses kalte bürokratische System zwingt zur Menschlichkeit. So hilft die resolute Warwara einem Kind auf die Welt, dessen Mutter es ihr überlassen will. Matwei holt Koschka ab, weil Janka eine Gitarre auftreiben muss. Ihre Freunde Pawel und Andrej helfen ihr, mehr oder weniger. Das Ende des Buches ist der “Kwartirnik” und so surreal wie überragend.

  • Bewertung

    5/5

    26.04.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zeitenwende in der Kommunalka

    Aus einem Transistorradio scheppert Chopins Trauermarsch. So beginnt frühmorgens der Tag, an dem allmählich durchsickert, dass Generalsekretär Tschernenko gestorben ist. Die Bewohner der Kommunalka, in einer Stadt weit östlich von Moskau gelegen, berührt das wenig. Keiner begreift diesen Tag als Zeitenwende. Jede und jeder geht dem gewohnten Alltag nach. Der Höhepunkt des Tages soll am Abend Jankas Küchenkonzert, ein Kwartirnik, werden. Wenn es Pawel doch nur gelingt, ihr bis dahin Ersatz für ihre beschädigte Gitarre zu besorgen. Poladjans Roman ist mit seinen leicht surrealen Momenten eine großartige Verbeugung vor der "russischen Seele": Auf dem Herd der Karisen simmert immer ein Topf mit köstlichem Essen, aus dem sich die anderen unauffällig bedienen. Und ist der Professor, den keiner zu Gesicht bekommt, womöglich durch das Dach verschwunden?

  • Ingrid

    aus Erkelenz

    5/5

    23.02.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Liebe, Trauer, Wut und Hoffnung der Bewohner einer Kommunalka Mitte der 1980er

    Der Roman „Zukunftsmusik“ von Katerina Poladjan spielt am 11.März 1985 in der Sowjetunion, in einer Stadt östlich von Moskau, die über eine Klinik, ein Museum für Natur- und Völkerkunde, eine Fabrik zur Glühbirnenproduktion, eine technische Fakultät sowie ein geheimes Institut verfügt. Am Vortag ist der Staats- und Parteichefs Tschernenko verstorben, daher läuft im Radio Trauermusik. Die Autorin nimmt in ihrer Geschichte eine Kommunalka in den Fokus, in der das Staatsereignis kaum wahrgenommen wird. Aber ohne dass es jemand von den Mitbewohnern ahnt, bricht an diesem Tag eine politisch bedeutende neue Zeit an, von dessen Auswirkungen alle betroffen sein werden. In einer der Mietparteien der Kommunalwohnung leben vier Generationen auf kleinem Raum zusammen. Warwara ist Mitte 60 und wurde nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemanns von ihrer Tochter Maria in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen. Sie arbeitet immer noch aushilfsweise als Hebamme in der städtischen Klinik. Maria ist 45 Jahre alt, lebt getrennt und arbeitet als Museumswärterin. Ihre 20-jährige Tochter Jalka gehört ebenfalls zum Haushalt und ist seit einiger Zeit selbst Mutter. Um zum Haushaltsbudget beizutragen, arbeitet Jalka Schichten in der Fabrik. An eben jenem 11. März 1985 möchte sie mit einem Küchenkonzert in der Kommunalka etwas Neues wagen, doch die Umstände sprechen eher gegen die Durchführung. In dem Mikrokosmos der Wohngemeinschaft haben die meisten sich längst mit den Gegebenheiten abgefunden. Die vom Staat genehmigte Wohnfläche für jeden ist klein, aber man arrangiert sich. Das Gemeinwohl steht über dem des Einzelnen. In der Küche bleibt man nicht lange allein und in den Töpfen und Schränken der anderen lässt sich gern was Gutes finden. Dennoch hat sich jeder auf seine Weise einen Rückzugsort geschaffen. Auch wenn es nicht zu einem eigenen Bereich in der Wohnung reicht, kann man beim Träumen die ganze Welt bereisen und die Person sein, wer immer man sein möchte. Fantasien sind nicht zu reglementieren und nicht strafbar. Janka wünscht sich beispielsweise, mit einem selbstverfassten Lied berühmt zu werden und damit endlich die Tristesse ihres bisherigen Alltags hinter sich zu lassen. Katerina Poladjan hat ihre Figuren liebevoll mit Eigenarten versehen, die dafür sorgen, der Geschichte einen heiteren Ton zu verleihen. Auch wenn vieles in einem abgesteckten staatlichen Rahmen stattzufinden hat, sorgen Gefühle weckende zwischenmenschliche Kommunikation und unvorhergesehene Ereignisse für Abwechslung im Leben der Bewohner der Kommunalka. Liebe, Wut, Trauer und Hoffnung sind nicht zu vermeiden und vor allem die Älteren wissen, dass es trotz manchem Sturm immer weitergeht und jeder Tag neue Herausforderungen mit sich bringt. In ihrem Roman „Zukunftsmusik“ erzählt Katja Poladjan von einem Tag Mitte der 1980er im Leben einer Familie mit vier Generationen von Frauen, die auf engem Raum zusammenleben. Keine von ihnen ahnt, dass an diesem Tag eine politische Wende beginnt, alte Krusten aufgebrochen und neue Werte gesetzt werden, die zu unendlich weiteren Träumen von Chancen führen. Die Geschichte entbehrt nicht einem amüsanten Unterton durch die kleinen Marotten der Figuren. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

  • Aischa

    aus Kissing

    4/5

    15.12.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen Pessimismus und Perestroika

    Katerina Poladjans neuester Roman spielt an einem einzigen Tag. Es ist der 11. März 1985, der Tag nach dem Tod des sowjetischen Generalsekretärs Tschernenko. An diesem Tag wurde Michail Gorbatschow zu dessen Nachfolger gewählt. Dies wird nicht explizit erwähnt, und doch scheinen bei einer gewissen Grundschwermut, die sich durch die Erzählung zieht, auch immer wieder hoffnungsvolle Zukunftsaussichten durch. Ausgangspunkt der Geschichte ist eine Kommunalka, eine Gemeinschaftswohnung mit sechs Mietparteien. Der Staat ist auch im Privaten stets gegenwärtig, was beispielsweise dadurch deutlich wird, dass sogar die Länge der Küchentische vorgeschrieben ist. Die Bewohner sind bunt zusammengewürfelt, vom systemgetreuen Genossen, unter dessen Verantwortung ein Student bei einem medizinisch-physikalischen Versuch stirbt, bis zur jungen Musikerin, die nicht weiß, welcher ihrer Liebhaber der Vater ihrer Tochter ist. Dabei ist der Autorin eine grundlegende Liebe zu den Menschen anzumerken, egal wie schrullig eine Figur gerät, sie ist immer auch mit liebenswerten Eigenschaften ausgestattet. Der Roman ist von extremer Dichte und voller Anspielungen auf russische Literatur und Musik, die ich ehrlich gesagt mangels entsprechender Kenntnisse großteils nicht verstanden habe. Sehr unterhaltsam fand ich die stellenweise surrealen, zumindest aber skurrilen Twists. Und auch Poladjans Humor ist großartig, etwa wenn es über den Erdtrabanten heißt: "Was die Amerikaner vom Mond übrig gelassen hatten, hing tief am Nachmittagshimmel."

  • BücherBummler

    4/5

    11.04.2022

    Hörbuch-Download

    Zukunftsmusik von Katerina Poladjan

    Es ist der 11. August 1985. Aus dem Radio schallt Chopins Trauermarsch, ein Zeichen, dass im fernen Moskau ein wichtiger Funktionär gestorben sein muss. Wer und welche Bedeutung das für die Zukunft haben wird, kann zu dem Zeitpunkt niemand wissen, am Rande wird spekuliert, aber im Großen und Ganzen geht das Leben seinen gewohnten Gang. Auch in der Kommunalka, in die uns Katerina Poladjan in ihrem Roman „Zukunftsmusik“ entführt. Sechs Einheiten teilen sich hier eine Wohnung, ein Raum steht jeder Familie oder Einzelperson zu, Bad und Küche müssen geteilt werden. Beengend ist das, auch für Maria, die sich mit ihrer Mutter Warwara, erwachsenen Tochter Janka und Enkelin Kroschka (=Krümel) ein Zimmer teilen muss. Weitestgehend hat sie sich mit ihrem Los abgefunden, aber ein wenig Hoffnung und Sehnsucht nach einem anderen Leben bleibt. Viel größer sind da noch die Pläne ihrer Tochter Janka, die Musikerin werden, und für diesen Abend ein Konzert mit selbstgeschriebenen Liedern in der Küche geben will. Lieder, die vielleicht die titelgebende Zukunftsmusik sein könnten. Oder ist es doch Chopins Trauermarsch? Poladjan zeichnet ihre Figuren wunderbar nah und liebenswert, mit all ihren Schrullen und Eigenheiten. Ich habe mich oft an die alten sowjetischen Spielfilme erinnert gefühlt, so bildlich stand mir alles vor Augen. Und ich hätte mir gewünscht, dass der Roman noch einige Seiten mehr hätte, mich weiter am Leben der Charaktere teilhaben lässt, als mir nur den Blick auf diesen einen Tag zu gönnen. Erinnert gefühlt habe ich mich auch an die Figuren aus den Theaterstücken Tschechows. Diese ganz eigene Grundstimmung aus Langeweile, Resignation, Bewegungslosigkeit auf der einen Seite und Hoffnung, Plänen und Träumen auf der anderen strahlt „Zukunftsmusik“ ebenfalls aus. Was für mich persönlich nicht gut funktioniert hat, war der Windstoß an Surrealem, der spät im Roman recht unvermittelt auftaucht. Ich vermute, er steht sinnbildlich für ein sich auftun von Möglichkeiten, die man vorher nicht für möglich gehalten hat, aber ich gehöre eher zu den Lesern, die alles vorbuchstabiert bekommen möchten. Mit Surrealismus kann ich nur selten etwas anfangen und das war keiner dieser Momente. Gelesen wird die Hörbuchversion von Ulrich Noethen, dessen Stimme ich sehr mag. Er gehört allerdings zu den Vorlesern, die die einzelnen Charaktere nicht extrem ausmodellieren, wogegen in der Regel nichts spricht. Aber in diesem speziellen Fall wusste ich tatsächlich ein oder zwei Mal nicht, welche der Figuren gerade das Wort hatte. Doch das ist klagen auf hohem Niveau, auf jeden Fall ist es eine gelungene Einspielung geworden. Fazit: ein lesenswerter Roman, sowohl sprachlich, als auch inhaltlich, dessen Einschränkungen alleine dem persönlichen Geschmack der Rezensentin geschuldet sind. Ich bin sicher, dass er seine Leser finden wird. Verdient.

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