Die doktrinäre Entwicklung der Theologie und insbesondere der Soteriologie erlebte vom zweiten Jahrtausend bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts eine düstere Blütenlese. Der lehrmässige Fall der Erlösung in der Schrift stellte sich ganz anders dar als in der Tradition der Kirche. In den konziliaren Entwicklungen des Dogmas hingegen ist sein Platz seltsam eingeschränkt. Es ist ganz auf die menschlich-göttliche Identität Jesu ausgerichtet. In der Neuzeit hat ein unbewusster Prozess der "Dekonversion" viele der metaphorischen Kategorien der Erlösung und des Heils erreicht und die theologische Systematisierung des Mysteriums parasitiert. Viele unserer Zeitgenossen zeigen ein Unbehagen, das sich in einer Anfechtung oder einer erklärten Ablehnung der christlichen Lehre von der Erlösung äussert. Worin besteht der Beitrag von Sesboüé?
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