Bis jetzt ist es sehr mitreißend, aber auch ziemlich gruselig. Der Autor setzt immer wieder kleine Gedanken durch eingeklammerte Sätze in den Kopf des Lesers und baut damit mehr Spannung auf!
Der Horror Klassiker
Bewertung am 26.11.2024
Bewertungsnummer: 2350412
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Die meisten dürften eine ganz grobe Ahnung haben, worum es geht, aber das Buch ist sehr viel menschlicher und empathischer geschrieben als der Film. Jack ist eine zutiefst komplexe Figur welche anschaulisch nahelegt, wie und warum häusliche Gewalt so schwierig zu verstehen und gegen anzugehen ist. Selten ist jemand einfach nur "böse". Vater und Sohn hängen sehr aneinander und während die Beziehung zwischen den Eltern schwierig ist, vergibt sie viel aus Empathie und weil er ja gut mit dem Kind ist...
Wirklich gruselig fand ich das Buch nicht, aber mein Gruselmeter ist eh kaputt, ich höre Horrorpodcasts zum schlafen, sehr wenig bewegt mich dahingehend, also heißt das nix.
Wenn liegt der Horror darin, wie der Hauptcharakter durch das Hotel zu einer Karrikatur seiner selbst wird, mehr und mehr Verstand und Kontrolle verliert und dennoch kann es nur ausnutzen, was eh schon da ist, wogegen er sich sein ganzes Leben lang versucht hat zu wehren. Es ist der Horror unserer eigenen Dunkelheit. Wozu wir selbst in der Lage sind, sind wir nur in den falschen Umständen..
Für mich lag der Reiz des Buches absolut darin, in Jacks Hirn zu sein und zu beobachten, wie er Dinge vor sich rechtfertigt, Schuld auf andere abschiebt, sein Horror seinen Sohn verletzt zu haben, seine wechselnden Phasen von selbstgefällig und schmerzlicher Unsicherheit.
King hat ein absolut grandiose Talent sich in die Köpfe von Missbrauchern zu versetzen und mit viel Nuance zu schreiben was sie antreibt, die inneren Wiedersprüche, Kämpfe zwischen wer jemand sein will, und ihren dunkleren Impulsen, wie sie ihre Handlungen rechtfertigen und was intern abgeht, was zu Eskalation führt. Wärend er im schreiben diese Menschen erklärt, macht er jedoch nie Entschuldigungen für sie, ihre eigenen Entschuldigungen sind deutlich als fehlerhaft zu durchschauen.
Leider erstreckt sich dieses Talent nicht auf die Opfer, es ist immrt wieder merkbar, dass ihm Wendy mit der selben Empathie schreiben schwerfiehl oder gar nicht gelang. Dies ist ein wiederkehrendes Muster, das etwa Carrie aus Carrie ihm auch verschlossen blieb, während Jack mit endlosen Nuancen sehr viel Mitgefühl offengelegt wird.
Für jeden interessiert an Psychologie und Horror der auf mehr als nur Ekel und Schock aufbaut, spreche ich eine klare Empfehlung aus!
Auch wenn das Hotel absolut übernatürliche Schrecken enthält, wie ao oft bei King ist der ware Schrecken was in der menschlichen Psyche schlummert.
Wer jedoch sehr Wert legt auf nuancierte weibliche Figuren, ist mit King eher schlecht bedient.