Der "vnselig getranck". Zur (selbst-)entfremdenden Wirkung des Minnetranks auf den Helden Tristrant
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
17.07.2023
Verlag
GRINSeitenzahl
17 (Printausgabe)
Dateigröße
638 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783346907936
Studienarbeit aus dem Jahr 2021 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 1,0, Universität Leipzig (Germanistisches Institut), Veranstaltung: Tristrant 1498, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Liebe ist das grosse Unbekannte. Sie entspringt nicht naturgegeben aus der Beziehung eines Menschen zum anderen, sondern fällt als ausserweltliches Fremdes über ihn her. Übermächtig durchdringt sie ihn, überschreibt alle anderen Gefühle, Wünsche und Gedanken, die er gehabt haben mochte, und verzerrt sein inneres Wesen in ein Phantom seines alten Selbsts. Die Liebe steht dafür, was der Mensch begehrt, aber auch dafür, wovor er Angst hat. In ihr schwankt der Mensch zwischen Sehnsucht und Furcht, weil sie ihn an einen anderen Menschen bindet, ihn aber gleichzeitig vom Menschen, der er selbst ist, entfremdet. Sie ist Verknüpfung und Trennung, Gewinn und Verlust zugleich, ein Paradox, und als solches die Variable, die, wenn sie in die Gleichung unserer Welt eingefügt wird, ebenjene unlösbar macht.
Zu einem solchen (nach modernen Standards sicher nicht unanfechtbaren) Verständnis von der Liebe mögen die Rezipienten1 des Tristrant von Eilhart von Oberg gekommen sein, insofern sie "Liebe" als das verstanden, was Tristrant und Isalde im Zuge der Einnahme des Minnetranks erfahren, oder genauer, mit Blick auf die Fremdeinwirkung: was ihnen widerfährt.
Zu einem solchen (nach modernen Standards sicher nicht unanfechtbaren) Verständnis von der Liebe mögen die Rezipienten1 des Tristrant von Eilhart von Oberg gekommen sein, insofern sie "Liebe" als das verstanden, was Tristrant und Isalde im Zuge der Einnahme des Minnetranks erfahren, oder genauer, mit Blick auf die Fremdeinwirkung: was ihnen widerfährt.
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