Band 12
An den Synod Texte zur Exkommunikation, Brief an den Klerus und Zeugnisse zum eigenen Glaubensweg
Aus der Reihe
Tolstoi-Friedensbibliothek A
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
09.08.2023
Herausgeber
Peter BürgerVerlag
BoD - Books on DemandSeitenzahl
260 (Printausgabe)
Dateigröße
859 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783757844851
Ein Kirchentum, das Dogma und Ritus an die Stelle der Botschaft Jesu setzt, kann sich nur mit Machtmitteln behaupten. Im Jahr 1901 verurteilt der "heilige Synod" in Russland die "antichristliche und antikirchliche Irrlehre des Grafen Leo N. Tolstoi". Der vorliegende Band enthält Texte zu dieser "Exkommunikation", einen Aufruf an den Klerus sowie weitere Zeugnisse des Dichters zum eigenen Denken und Glaubensweg.
Tolstoi beantwortete den Bann der Priesterkirche mit folgendem Bekenntnis: "Ich glaube an Gott, den ich als Geist, als Liebe, als Prinzip des Alls verstehe. Ich glaube, dass Er in mir ist und ich in Ihm bin. Ich glaube, dass der Wille Gottes am allerklarsten, verständlichsten in der Lehre des Menschen Christus ausgedrückt ist, den als Gott aufzufassen und zu dem zu beten - ich für die grösste Lästerung halte. Ich glaube, dass das wahre Heil des Menschen in der Erfüllung des Willens Gottes besteht, Sein Wille aber darin, dass die Menschen einander lieben und infolgedessen gegen die andern so handeln, wie sie wünschen, dass man gegen sie handele, wie es auch im Evangelium heisst, darin bestehe das ganze Gesetz und die Propheten. Ich glaube, dass der Sinn des Lebens eines jeden Menschen deshalb nur in der Vergrösserung der Liebe in sich besteht; dass diese Vergrösserung der Liebe den einzelnen Menschen in diesem Leben zu immer grösserem Heile führt, nach dem Tode ein um so grösseres Heil schenkt, je mehr Liebe im Menschen ist, und zugleich mehr als alles andere zur Aufrichtung des Reiches Gottes in der Welt beiträgt, d.h. einer Lebensordnung, bei der die Zwietracht, der Betrug und die Gewalt, die jetzt herrschen, durch freie Übereinstimmung, Wahrheit und brüderliche Liebe der Menschen zueinander ersetzt sein werden. Ich glaube, dass es zum Fortschreiten in der Liebe nur ein Mittel gibt: das Gebet ..., von dem uns Christus ein Muster gegeben hat, das einsame, das darin besteht, in seinem Bewusstsein den Sinn seines Lebens ... wiederherzustellen und zu befestigen."
Tolstoi-Friedensbibliothek
Reihe A, Band 12 (Signatur TFb_A012)
Ausgewählt und herausgegeben von Peter Bürger,
mit einem Einleitungstext von Käte Gaede (1980)
Tolstoi beantwortete den Bann der Priesterkirche mit folgendem Bekenntnis: "Ich glaube an Gott, den ich als Geist, als Liebe, als Prinzip des Alls verstehe. Ich glaube, dass Er in mir ist und ich in Ihm bin. Ich glaube, dass der Wille Gottes am allerklarsten, verständlichsten in der Lehre des Menschen Christus ausgedrückt ist, den als Gott aufzufassen und zu dem zu beten - ich für die grösste Lästerung halte. Ich glaube, dass das wahre Heil des Menschen in der Erfüllung des Willens Gottes besteht, Sein Wille aber darin, dass die Menschen einander lieben und infolgedessen gegen die andern so handeln, wie sie wünschen, dass man gegen sie handele, wie es auch im Evangelium heisst, darin bestehe das ganze Gesetz und die Propheten. Ich glaube, dass der Sinn des Lebens eines jeden Menschen deshalb nur in der Vergrösserung der Liebe in sich besteht; dass diese Vergrösserung der Liebe den einzelnen Menschen in diesem Leben zu immer grösserem Heile führt, nach dem Tode ein um so grösseres Heil schenkt, je mehr Liebe im Menschen ist, und zugleich mehr als alles andere zur Aufrichtung des Reiches Gottes in der Welt beiträgt, d.h. einer Lebensordnung, bei der die Zwietracht, der Betrug und die Gewalt, die jetzt herrschen, durch freie Übereinstimmung, Wahrheit und brüderliche Liebe der Menschen zueinander ersetzt sein werden. Ich glaube, dass es zum Fortschreiten in der Liebe nur ein Mittel gibt: das Gebet ..., von dem uns Christus ein Muster gegeben hat, das einsame, das darin besteht, in seinem Bewusstsein den Sinn seines Lebens ... wiederherzustellen und zu befestigen."
Tolstoi-Friedensbibliothek
Reihe A, Band 12 (Signatur TFb_A012)
Ausgewählt und herausgegeben von Peter Bürger,
mit einem Einleitungstext von Käte Gaede (1980)
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