Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
31.08.2023
Verlag
TreditionSeitenzahl
484
Maße (L/B/H)
21/13/3.4 cm
Gewicht
606 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-347-93275-3
Stuttgart 1942. Die Eltern der sechsjährigen Helene verschwinden spurlos. Daraufhin wächst sie bei Pflegeeltern in der Schweiz auf und kommt 1955 als junge Opernsängerin zurück nach Stuttgart. Dort trifft sie Paul Schwartz und heiratet ihn, ohne zu wissen, wie unheilvoll seine Familie mit dem Schicksal ihrer Eltern verknüpft ist. Als das Geheimnis schliesslich zutage kommt, beginnt eine Reihe von schicksalhaften Ereignissen, die auch das Leben des Sohnes von Helene und Paul tief prägen. Wolfgang führt ein ausschweifendes Leben mit vielen Frauengeschichten und heiratet später die farblose, tugendhafte Bettina. Doch er hat seine Frau gründlich unterschätzt. Will er die Liebe retten, muss er sich endlich den Schatten seiner Vergangenheit stellen.Wie ein Streichholz, das Licht ins Dunkel bringt, aber auch Feuer legen kann, wirkt die Prostituierte Yvonne in die Geschicke aller Generationen hinein. Sie trägt selbst ein Geheimnis, dessen Tragweite ihr erst in ihren reifen Jahren bewusst wird. Die Folge davon bekommt Sarah, die Tochter von Wolfgang und Bettina, als junge Frau zu spüren. Eine Familiengeschichte, die Brücken baut zwischen Opfern und Tätern des Naziregimes, zwischen Religiosität und Prostitution, zwischen Kriegstrauma und Lebenslust. Sie spiegelt die letzten fünfundachtzig Jahre deutscher Geschichte. Nach Lea Söhners erfolgreichem Debüt-Roman Vielleicht im Himmel einmal (Silberburg-Verlag 2017), ist ihr mit Wiederfinden ein wunderbar leichter und doch tiefsinniger Familienroman gelungen. Über Vielleicht im Himmel einmal (Silberburgverlag 2017) wird geschrieben: "... eine Familiengeschichte, die durch falsch verstandenen Gauben geprägt ist, meisterhaft erzählt", dicketilla auf lovelybooks"Hätte Tilmann Moser seine als "Gottesvergiftung" titulierten Erinnerungen nicht in die literarische Form eines fiktiven Gebets gegossen, sondern einen Roman geschrieben - er könnte so aussehen." Deutsches Pfarrerblatt"Dieses Buch zieht den Leser von der ersten Minute in das Geschehen hinein. Die Autorin entführt in eine menschliche Tiefe, die einem phasenweise den Atem stocken lässt." Angelika auf AmazonDieses Buch (...) ist etwas sehr Besonderes. Der Schreibstil ist klar und leicht verständlich. Die Personen werden so gut beschrieben das man mit ihnen leidet und sich auch freut. Gartenfee von Leserjury
Kundinnen und Kunden meinen
Eine sehr bewegende Geschichte
Bewertung aus Heek am 03.11.2023
Bewertungsnummer: 2060706
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Buch "Wiederfinden" von der Autorin Lea Söhner ist eine Familiengeschichte, die im Jahre 1942 spielt. Sie handelt von der sechsjährigen Helene deren Eltern spurlos verschwinden. Diese wächst daraufhin bei einer Pflegefamilie in der Schweiz auf, kommt aber als Opernsängerin 1955 nach Stuttgart zurück. Sie heiratet Paul Schwartz ohne zu ahnen, dass er mit dem Schicksal ihrer verschwundenen Eltern verknüpft ist. Es gibt viele schicksalhafte Ereignisse, die auch Einfluss auf das Leben ihres Sohnes Wolfgang hat. Dieser führt ein Leben in dem es viele Frauengeschichten gibt, heiratet aber später die tugendhafte Bettina. Dann gibt es in der Geschichte auch noch die Prostituierte Yvonne, die eine wichtige Rolle spielt. Diese Familiengeschichte ist sehr vielschichtig und ist sehr interessant geschrieben. Sie baut Bücken zwischen Tätern und Opfern, zwischen Religiosität aber auch Kriegstrauma. Das Buch erstreckt sich über einen Zeitraum von gut 80 Jahren. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.
Das Buch ist eine Wucht
Beatrix am 04.10.2023
Bewertungsnummer: 2036720
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Buch ist eine Wucht! Lea Söhner erzählt die Geschichte von deutschen Menschen aus drei Generationen wie ein Spinnerin, die ihr Gewebe webt. Es sind Psychogramme von Traumatisierten, Versehrten, Leidenden und Liebenden.
Die Geschichten der Kriegsgeneration sind die wuchtigsten und auch schwersten. Ihre Kinder wollen oder können nicht recht nachfragen, spüren aber, was (nicht) sein konnte und leben mit den Folgen. Und die Enkelgeneration ist schon so weit weg vom Krieg, dass sie denkt, sie habe damit nichts zu tun. Aber weit gefehlt: Die Autorin seziert die Lebensgeschichten ihrer Protagonistinnen, so dass klar wird, wie sich Traumata durch die Familiengeschichte ziehen. Sie webt die Leben so eindringlich zusammen, dass ich das Buch auch in den dunkelsten Momenten schlicht nicht aus der Hand legen mochte. Dem Sog, den die Autorin mit klarer und präziser Sprache entwickelt, konnte ich mich kaum entziehen.
Zu Lea Söhners Themen gehören Eros und Religion. Beide bekommen ihren Platz auch im neuen Roman. Sie kommen in der Figur der Prostituierten Yvonne zusammen. Sie, die alles andere als eine einfach Kindheit und Jugend hatte, ist es, die mit Hilfe von weisen Frauen ihre verletzte Sexualität heilt und aus vollem Herzen Ja sagt zu ihrem Beruf. Sie geht ihren Weg aufrichtig und entwickelt eine Form der Prostitution, die den Männern auf Augenhöhe begegnet und sie in mit ihrer heilen Männlichkeit in Kontakt bringt. Sie rekrutiert sich einen Zuhälter als Beschützer, damit sie in Ruhe auf ihre Art arbeiten kann. Damit wächst sie weit über das hinaus, was man landläufig unter Prostitution versteht. Damit ist Yvonne eine Provokation für viele - vielleicht auch für Leserinnen und Leser. Doch mit ihrer Spiritualität und ihrer künstlerischen Ader kann sie durchaus zu einer Identifikationsfigur werden. Wer hätte das am Anfang des Buchs gedacht?