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Myriam Leroy

1. Rote Augen

Rote Augen

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Melika Foroutan

Spieldauer

4 Stunden und 20 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

04.09.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

58

Verlag

Speak Low

Sprache

Deutsch

EAN

9783948674861

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Melika Foroutan

Spieldauer

4 Stunden und 20 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

04.09.2023

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Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

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58

Verlag

Speak Low

Sprache

Deutsch

EAN

9783948674861

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Aufregend, polarisierend, feministisch und abgefahren.

Lust_auf_literatur am 04.09.2023

Bewertungsnummer: 2014586

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Knackig, polarisierend, feministisch und abgefahren. Willkommen in meiner literarischen Wohlfühlzone! Doch von einem Wohlfühlbuch ist “Rote Augen” weit entfernt. Oder um es wie Le Nouveau Magazine littéraire sachlicher zu formulieren: »Eine Geschichte über Belästigung, die sich zu einer Horrorgeschichte entwickelt. Eine Reise in das Herz der Misogynie.« Eine Frau, scheinbar Radiomoderatorin, erhält per Facebook Nachrichten von einem Fan, von einem gewissen Denis. Seine Nachrichten sind wenig subtil übergriffig und offenbaren sein Selbst- und Frauenbild. Er ist völlig von sich vereinnahmt, hat Langeweile und zu viel Zeit im Job, ist dort intellektuell unterfordert, will sie aber natürlich nicht nerven oder gar anbaggern, Zwinker Smily. Generell alles Schlampen außer Mutti (und der Radiomoderation - noch). Fleisch ist sein Gemüse, die Medien sind alle ferngesteuert und die politcal correctnes kann über biologische Tatsachen nicht hinwegtäuschen. Alta, ich kenne diesen Typen! Ich begegne ihm auf der Arbeit, wo er mir erklärt, dass Kleinkinder immer zur Mutter gehören und ich zum Glück nicht zu den Frauen gehöre, die sich viel schminken, so was findet er nämlich gar nicht schön. Ihr kennt diesen Typen auch. Ihr müsst nur unter einem beliebigen Artikel einer beliebigen seriösen OnlineZeitung in die Kommentarspalte schauen, da trefft ihr ihn in verschiedener Ausführung und er erklärt euch wie die Welt seinem gesundem Menschenverstand nach zu funktionieren hat. Mir ist klar, wenn sein unrealistisches und völlig idealisiertes Bild von der Frau Risse bekommt oder bei Zurückweisung, wird seine Rache fürchterlich sein. Und so kommt es auch. Als die Frau auf seine intensive Kontaktversuche immer weniger reagiert und ihn schließlich blockiert und Anzeige erstattet, verkehrt sich seine Verehrung in Hass. Denis beginnt mit einer digitalen Hass- und Stalkingkampagne. Das volle Programm. Die Frau fühlt sich belästigt und bedroht und nicht mehr sicher. Ihre Suche nach Hilfe und Verständnis läuft ins Lehre. Vom Umfeld, Polizei und Justiz kommt hauptsächlich Victim blaming und Verharmlosung. Ihr Feministen Boyfriend zeigt sein wahres Gesicht. Leroy verwendet in ihrem Roman hauptsächlich indirekte Rede durch die Ich-Erzählerin. Das gefällt mir richtig gut und verbildlicht sehr gut, wie sehr die Erzählerin in der digitalen Vorstellung von Denis und später auch von Ärtze und von Behörden zum Objekt gemacht wird. Wie wenig sie selbst das misogyne und sexistische Bild von sich selbst beeinflussen und kontrollieren kann. Erst ziemlich am Schluß kommt die Erzählerin aktiv selbst zu Wort. Ob und in welcher Weise sie sich von dem Stalker befreien kann, verrate ich natürlich nicht, das dürft ihr selbst herausfinden! Das letzte Drittel kann polarisieren, ich fand es folgerichtig und trotz aller Absurdität realistisch. Es hat mich aufgeregt! Die belgische Autorin Myriam Leroy hat das Genre des Briefromans ins digitale Zeitalter überführt und hier einen Wahnsinns-Stalking Roman geschrieben. Ich fühle mich auf höchstem literarischen und gesellschaftskritischem Niveau unterhalten und bei so viel Aufregung gibts von mir natürlich ein fette Leseempfehlung!

Aufregend, polarisierend, feministisch und abgefahren.

Lust_auf_literatur am 04.09.2023
Bewertungsnummer: 2014586
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Knackig, polarisierend, feministisch und abgefahren. Willkommen in meiner literarischen Wohlfühlzone! Doch von einem Wohlfühlbuch ist “Rote Augen” weit entfernt. Oder um es wie Le Nouveau Magazine littéraire sachlicher zu formulieren: »Eine Geschichte über Belästigung, die sich zu einer Horrorgeschichte entwickelt. Eine Reise in das Herz der Misogynie.« Eine Frau, scheinbar Radiomoderatorin, erhält per Facebook Nachrichten von einem Fan, von einem gewissen Denis. Seine Nachrichten sind wenig subtil übergriffig und offenbaren sein Selbst- und Frauenbild. Er ist völlig von sich vereinnahmt, hat Langeweile und zu viel Zeit im Job, ist dort intellektuell unterfordert, will sie aber natürlich nicht nerven oder gar anbaggern, Zwinker Smily. Generell alles Schlampen außer Mutti (und der Radiomoderation - noch). Fleisch ist sein Gemüse, die Medien sind alle ferngesteuert und die politcal correctnes kann über biologische Tatsachen nicht hinwegtäuschen. Alta, ich kenne diesen Typen! Ich begegne ihm auf der Arbeit, wo er mir erklärt, dass Kleinkinder immer zur Mutter gehören und ich zum Glück nicht zu den Frauen gehöre, die sich viel schminken, so was findet er nämlich gar nicht schön. Ihr kennt diesen Typen auch. Ihr müsst nur unter einem beliebigen Artikel einer beliebigen seriösen OnlineZeitung in die Kommentarspalte schauen, da trefft ihr ihn in verschiedener Ausführung und er erklärt euch wie die Welt seinem gesundem Menschenverstand nach zu funktionieren hat. Mir ist klar, wenn sein unrealistisches und völlig idealisiertes Bild von der Frau Risse bekommt oder bei Zurückweisung, wird seine Rache fürchterlich sein. Und so kommt es auch. Als die Frau auf seine intensive Kontaktversuche immer weniger reagiert und ihn schließlich blockiert und Anzeige erstattet, verkehrt sich seine Verehrung in Hass. Denis beginnt mit einer digitalen Hass- und Stalkingkampagne. Das volle Programm. Die Frau fühlt sich belästigt und bedroht und nicht mehr sicher. Ihre Suche nach Hilfe und Verständnis läuft ins Lehre. Vom Umfeld, Polizei und Justiz kommt hauptsächlich Victim blaming und Verharmlosung. Ihr Feministen Boyfriend zeigt sein wahres Gesicht. Leroy verwendet in ihrem Roman hauptsächlich indirekte Rede durch die Ich-Erzählerin. Das gefällt mir richtig gut und verbildlicht sehr gut, wie sehr die Erzählerin in der digitalen Vorstellung von Denis und später auch von Ärtze und von Behörden zum Objekt gemacht wird. Wie wenig sie selbst das misogyne und sexistische Bild von sich selbst beeinflussen und kontrollieren kann. Erst ziemlich am Schluß kommt die Erzählerin aktiv selbst zu Wort. Ob und in welcher Weise sie sich von dem Stalker befreien kann, verrate ich natürlich nicht, das dürft ihr selbst herausfinden! Das letzte Drittel kann polarisieren, ich fand es folgerichtig und trotz aller Absurdität realistisch. Es hat mich aufgeregt! Die belgische Autorin Myriam Leroy hat das Genre des Briefromans ins digitale Zeitalter überführt und hier einen Wahnsinns-Stalking Roman geschrieben. Ich fühle mich auf höchstem literarischen und gesellschaftskritischem Niveau unterhalten und bei so viel Aufregung gibts von mir natürlich ein fette Leseempfehlung!

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