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Fluchtlinien Wie die Welt sich in Innen und Außen teilte

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

05.09.2023

Verlag

Geest-Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20.3/13.9/2 cm

Gewicht

360 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86685-950-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

05.09.2023

Verlag

Geest-Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20.3/13.9/2 cm

Gewicht

360 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86685-950-0

Herstelleradresse

Geest-Verlag GmbH
Marienburger Straße 10
49429 Visbek
DE

Email: Witzlau@geest-verlag.de

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Ein wichtiges Buch einer großen Autorin

Bewertung aus Steinfurt am 31.10.2023

Bewertungsnummer: 2058081

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Fluchtlinien von J. Monika Walther ist trotz oder gerade wegen seiner tiefgreifenden Recherche in der eigenen Historie ein erschreckend heutiges und leider außerordentlich notwendiges Buch. Die penible und seit langer Zeit andauernde Spurensuche führt die aus einer jüdisch-protestantischen Familie stammende Autorin zu den Wurzeln ihrer eigenen Erinnerung und weit darüber hinaus. Sie sucht und findet die verschiedenen Mitglieder ihrer über den Erdball versprengten und gewaltsam dezimierten Familie und findet neben den zahlreichen berührenden Geschichten und Fakten vor allem Fehlstellen- Ungesagtes und Unsagbares in der Familiengeschichte. Fluchtlinien wäre wahrscheinlich gern ein Buch über ein natürliches Zugehörigkeitsgefühl, eine präzise persönliche Verortung- aber das kann es nicht sein: Zu sehr ist die Beheimatung der nicht immer freiwillig weitgereisten J. Monika Walthers in Dülmen und den Niederlanden einem bewussten Entschluss entsprungen. Stattdessen ist Fluchtlinien ein großes Buch über Verlust. Verloren ist hier: eine Heimat, sei es in der Gestalt des Hauses in der Idastraße, einer Stadt namens Leipzig, eines Landes namens Deutschland und eine Identität. Und: Fluchtlinien ist ein Buch über Verlust und das, was er nach sich zieht: Trauer, Sehnsucht und Unsicherheit, aber -hier gleichfalls spürbar- auch Resignation, eine gewisse Bitterkeit und Wut. Die Mittel der J. Monika Walther sind vielfältig, der Bildungshorizont weit: sie kann die Welt und unsere traurige Spezies mühelos philosophisch, theologisch oder historisch betrachten und gewinnt dem Ganzen -bei aller scheinbar abgeklärten Illusionslosigkeit- sogar noch einen gewissen bitteren Witz ab. Im Ton der Jay Walther finden sich Ironie und leichter Sarkasmus, genauso aber großes kindliches Staunen und eine deutlich spürbare Wärme. Klingt paradox, ist aber so: Monika Walthers tiefe Verwurzelung in und ihr großes Wissen um die Geschichte machen sie zu einer extrem heutigen Autorin, die sich nicht scheut, die Parallelen zur Gegenwart ganz klar zu benennen. Auf viele der heutigen Probleme scheint es keine einfachen Antworten zu geben; niemand fühlt sich berufen, die Dinge kurz und prägnant zu benennen. Ich bin Monika Walther sehr dankbar, wenn sie es tut- denn manches daran ist sehr wohl einfach zu beantworten: Man grenzt andere Menschen nicht wegen ihrer Rasse, Klasse oder sonst was aus. Punkt. Man hat als Mensch menschlich zu handeln, was jede Form von Herrschaftsgedanken oder Minderwertigkeitstheorien ausschließt. Punkt. Wer daran zweifelt, kann nachlesen: Die Zeugnisse liegen nicht in der Steinzeit und nicht im Mittelalter. Sie liegen nicht mal mehr als ein Menschenleben zurück und im Hier und Jetzt. Sie liegen, klar benenn- und erkennbar, auch in den Fluchtlinien. Für jeden, der will, deutlich dokumentiert. Fluchtlinien ist ein Buch, dem man viele LeserInnen wünscht. Wahrscheinlich sind es wieder nicht die, die diese Lektüre am dringlichsten nötig hätten, denn die sind mal wieder zu sehr vertieft in Aufmarschpläne, Heeresberichte und Propaganda. Aber Jedem, der bereit ist, sich vor Augen führen zu lassen, woher all das kommt und wohin es führt, seien die Fluchtlinien wärmstens ans Herz gelegt.

Ein wichtiges Buch einer großen Autorin

Bewertung aus Steinfurt am 31.10.2023
Bewertungsnummer: 2058081
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Fluchtlinien von J. Monika Walther ist trotz oder gerade wegen seiner tiefgreifenden Recherche in der eigenen Historie ein erschreckend heutiges und leider außerordentlich notwendiges Buch. Die penible und seit langer Zeit andauernde Spurensuche führt die aus einer jüdisch-protestantischen Familie stammende Autorin zu den Wurzeln ihrer eigenen Erinnerung und weit darüber hinaus. Sie sucht und findet die verschiedenen Mitglieder ihrer über den Erdball versprengten und gewaltsam dezimierten Familie und findet neben den zahlreichen berührenden Geschichten und Fakten vor allem Fehlstellen- Ungesagtes und Unsagbares in der Familiengeschichte. Fluchtlinien wäre wahrscheinlich gern ein Buch über ein natürliches Zugehörigkeitsgefühl, eine präzise persönliche Verortung- aber das kann es nicht sein: Zu sehr ist die Beheimatung der nicht immer freiwillig weitgereisten J. Monika Walthers in Dülmen und den Niederlanden einem bewussten Entschluss entsprungen. Stattdessen ist Fluchtlinien ein großes Buch über Verlust. Verloren ist hier: eine Heimat, sei es in der Gestalt des Hauses in der Idastraße, einer Stadt namens Leipzig, eines Landes namens Deutschland und eine Identität. Und: Fluchtlinien ist ein Buch über Verlust und das, was er nach sich zieht: Trauer, Sehnsucht und Unsicherheit, aber -hier gleichfalls spürbar- auch Resignation, eine gewisse Bitterkeit und Wut. Die Mittel der J. Monika Walther sind vielfältig, der Bildungshorizont weit: sie kann die Welt und unsere traurige Spezies mühelos philosophisch, theologisch oder historisch betrachten und gewinnt dem Ganzen -bei aller scheinbar abgeklärten Illusionslosigkeit- sogar noch einen gewissen bitteren Witz ab. Im Ton der Jay Walther finden sich Ironie und leichter Sarkasmus, genauso aber großes kindliches Staunen und eine deutlich spürbare Wärme. Klingt paradox, ist aber so: Monika Walthers tiefe Verwurzelung in und ihr großes Wissen um die Geschichte machen sie zu einer extrem heutigen Autorin, die sich nicht scheut, die Parallelen zur Gegenwart ganz klar zu benennen. Auf viele der heutigen Probleme scheint es keine einfachen Antworten zu geben; niemand fühlt sich berufen, die Dinge kurz und prägnant zu benennen. Ich bin Monika Walther sehr dankbar, wenn sie es tut- denn manches daran ist sehr wohl einfach zu beantworten: Man grenzt andere Menschen nicht wegen ihrer Rasse, Klasse oder sonst was aus. Punkt. Man hat als Mensch menschlich zu handeln, was jede Form von Herrschaftsgedanken oder Minderwertigkeitstheorien ausschließt. Punkt. Wer daran zweifelt, kann nachlesen: Die Zeugnisse liegen nicht in der Steinzeit und nicht im Mittelalter. Sie liegen nicht mal mehr als ein Menschenleben zurück und im Hier und Jetzt. Sie liegen, klar benenn- und erkennbar, auch in den Fluchtlinien. Für jeden, der will, deutlich dokumentiert. Fluchtlinien ist ein Buch, dem man viele LeserInnen wünscht. Wahrscheinlich sind es wieder nicht die, die diese Lektüre am dringlichsten nötig hätten, denn die sind mal wieder zu sehr vertieft in Aufmarschpläne, Heeresberichte und Propaganda. Aber Jedem, der bereit ist, sich vor Augen führen zu lassen, woher all das kommt und wohin es führt, seien die Fluchtlinien wärmstens ans Herz gelegt.

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