«Weil ich es will», sagen 30 Frauen und Männer, die ihren homoerotischen Gefühlen nicht das letzte Wort über ihren Lebensstil geben möchten. Ein kontroverses Thema, das leider nicht mehr kontrovers geführt wird, weil die Stimmen derer, die sich nach Veränderung ihrer Gefühle sehnen, es heute schwer haben, repressionsfrei Gehör zu finden. Sie stehen quer zum Mainstream und das heisst auch: Sie stehen quer zu queer. - Umso wichtiger ist es, dass hier Menschen im Ringen um Identität und sexuelle Orientierung den Mut finden zu erzählen, was ihnen widerfahren ist. Es ist ihre Geschichte, es ist ihr Weg, es ist das, was sie leben wollen.
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Unfassbar gut und vielschichtig
Bewertung aus Lotte am 09.07.2024
Bewertungsnummer: 2240678
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Was für ein unfassbar gutes, tiefes und vielschichtiges Buch!
Markus Hoffmann, Entwicklungspsychologe und Prior der „Bruderschaft des Weges“, hat mit „Weil ich es will“ einen wichtigen Beitrag zum Verstehen und Begleiten von (ehemals) homosexuell empfindenden Menschen veröffentlicht. Die in dem Buch enthaltenen 39 Lebensberichte sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie geschrieben haben. Manche sind anonym, manche mit realem Namen veröffentlicht. Manche erzählen von Jahren offen gelebter Homosexualität, bevor ein Hinterfragen begann, manche haben ihre homosexuellen Empfindungen nie ausgelebt. Was das Buch so kraftvoll macht: Es sind persönliche Geschichten, keine Theorie. Es geht hier um individuell gelebte Entscheidungen, nicht um starre Regeln, „Spontanheilungen“ oder ein „Schema F“.
Was mich beeindruckt hat, war die Offenheit der Berichte. Viele berichteten von erlebten Traumata, von Irritationen, von tiefer Einsamkeit und Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Verbundenheit. Da es so tief ging, konnte ich meist nur ein bis zwei Berichte lesen, bevor ich das Ganze wieder sacken lassen musste. So habe ich letztlich Monate mit dem Buch verbracht, aber keine Minute davon bereut.
„Weil ich es will“ ist ein feinfühlig geschriebenes, gut gegliedertes Buch, das neben selbst betroffenen Menschen auch eine wertvolle Lektüre für Seelsorger und Therapeuten ist. An vielen Zeugnissen zeigt sich ein Gewordensein, aber auch die Kraft innerer Heilungsprozesse, wenn man sich auf den Weg macht. Obwohl ich selbst nicht betroffen bin, haben mich etliche Beiträge tief berührt – Fragen der Identität beschäftigen uns Menschen einfach in jeder Lebenssituation. Am meisten beeindruckt hat mich der Bericht von „Isabell“, die als Frau geboren eine Geschlechtsumwandlung zum Mann vornehmen ließ, sich aber Jahre später doch wieder entschied, als Frau zu leben.
Ich empfehle „Weil ich es will“ von Herzen, denn wie Verleger Dominik Klenk im Nachwort schreibt: „Zwischen den Zeilen der einzelnen Geschichten [entsteht] ein Raum, in dem Menschen sich verorten können: umgeben vom Wort und von der Liebe Gottes, erfüllt mit dem Zuspruch von Gefährten, die ihr Anliegen teilen und ernst nehmen.“
Ein berührendes Buch, das mehr Aufmerksamkeit verdient
Buchpinguin am 25.04.2024
Bewertungsnummer: 2187067
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In „Weil ich es will“ berichten und begründen 39 Männer und Frauen, wie und warum sie sich gegen eine homoerotischen Lebensstil entscheiden haben. Auf eine sehr interessante Art öffnen sich die Autoren und Autorinnen dem Leser und berichten aus ihrem Leben, oft schon in der Kindheit beginnend. Die Geschichten, die alle wahr sind, regen zum Nachdenken und Hinterfragen auf und lässt einen mit viel Stoff zum Weiterdenken und Diskutieren auf.
Das Buch wirft wichtige Fragen auf: Können homosexuelle Identitäten sich verändern? Sollten sie? Es versucht, diese Fragen zu beantworten, indem es die Geschichten von Menschen teilt, die mit ihrer Geschlechtlichkeit und Sexualität ringen.
Dieses „Sachbuch“ ist alles andere als leichte Kost, da einem die Leidensgeschichten und die inneren Kämpfe der meist noch wirklich jungen Menschen erstaunlich real dargestellt werden und dadurch sehr nahe gehen.
Ich würde mir wirklich sehr wünschen, dass dieses Buch mehr Beachtung bekommt, dass es definitiv die Minderheit unter den Minderheiten zeigt und einige gesellschaftskritische Fragen aufzeigt. Es ist ein sehr wichtiges Buch zu einem sehr wichtigen Thema, welches dem allgemeinen Mainstream stark widerspricht, allerdings ohne ihn anzugreifen. Einige, die dieses Buch lesen, werden es wahrscheinlich kontrovers finden. Trotz dieser „Kontroversen“, die das Buch umgeben, bietet es aber einfach einen perfekten Einblick in die persönlichen Kämpfe und Entscheidungen von Menschen, die mit ihrer sexuellen Orientierung ringen. Es fordert die Leser heraus, über die Komplexität der menschlichen Sexualität und Identität nachzudenken.
Insgesamt ist “Weil ich es will” ein herausforderndes und provokatives Buch, das eine wichtige Stimme in der laufenden Diskussion über Sexualität und Identität bietet. Es ist ein Buch, das man lesen sollte, um die Vielfalt der menschlichen Erfahrung besser zu verstehen und um die eigene Perspektive zu erweitern. Ich empfehle dieses Buch allen, die sich für die Themen Sexualität, Identität, Glaube und Selbstbestimmung interessieren.
Viele Grüße