Getreide,Malz,Bier - jüdische Betriebsamkeit zwischen Mecklenburg und Mähren. Wie im 19. Jahrhundert aus jüdischen Hausierern und Landproduktehändlern Von der Emanzipation zur "Entjudung". Erworbene Freiheiten und erarbeitete Erfolge werden Opfer des modernen Antisemitismus und der Rasssenverfolgung.
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
19.06.2023
Verlag
TreditionSeitenzahl
297
Maße (L/B/H)
24.6/17.5/2.3 cm
Gewicht
741 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-347-97403-6
Erster Teil: Von den ersten Dokumenten aus dem frühen 19. Jahrhundert an können die Schritte aus dem historisch zugewiesenen und meist von Armut gekennzeichneten Hausierer- und Kleinhändlerdasein nur geduldeter "Schutzjuden" in gehobene Händlerpositionen bis hin zum an der Börse akkreditierten und wohlsituierten Getreidehändler und schliesslich Industriellen des Nahrungsmittelsektors aufgezeigt werden.
Zu den Gründen für den Erfolg innerhalb einer christlich dominierten Gesellschaft gehört die seit 500 vor unserer Zeitrechnung beginnende Verpflichtung zum Erlernen von Lesen und Schreiben in den jüdischen Familien. Ein weiterer Grund liegt im Zusammenhalt der Religionsgemeinschaft und der Familienbeziehungen auch bei erheblichen durch die Vertreibungen bedingten räumlichen Trennungen. Das Verbot der christlichen Kirche von Heiraten zwischen Christen und Juden bewirkt den engen Zusammenschluss der jüdischen Gemeinschaft, der sich durch die dem Buch zugrunde liegenden Recherchen auch in wirtschaftlicher Hinsicht nachweisen lässt.
Zweiter Teil: Aller Erfolg aber wird durch den ab 1870 aufkommenden Modernen Antisemitismus und schliesslich die nationalsozialistische Rassenverfolgung zunichte gemacht. Auch hierzu legt das aus Archiven und weiteren Recherchen stammende Material zum Teil erschütternde Fakten offen.
Grosse Bedeutung bekommen im Rahmen der Verfolgung durch den Nationalsozialismus die "Arisierung" oder "Entjudung" genannten Enteignungen. Wie diese vonstatten gingen, welche Methoden angewandt wurden und wie die Verflechtung zwischen "Ariseuren" und den Machtpersonen im NS-Staat aussahen, kann an den Beispielen einiger der im Mittelpunkt des Buches stehenden Familien nachverfolgt werden.
Dritter Teil: Nach 1945 versuchen die Siegermächte und demokratisch gesinnte Kräfte in Deutschland in Verfahren zur "Wiedergutmachung" den vertriebenen Juden und deren Nachfahren den erlittenen Schaden an Leib, Seele und Besitz zumindest in Teilen wiedergutzumachen. Wie das gelingen oder misslingen konnte, ergibt sich erneut - u.a. an Beispielen der seit dem frühen 19. Jahrhundert hier begleiteten Familien - aus Archivdokumenten vor allem der zuständigen Wiedergutmachungsämter.
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