Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
23.02.2024
Verlag
Otto Müller Verlag GmbHSeitenzahl
168
Maße (L/B/H)
19/12.1/2 cm
Gewicht
254 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-7013-1314-3
Das Nichts war zeitlebens im Rücken der Mutter, war allumfassend und doch nie greifbar. Nach dem Tod der Mutter fragt die Tochter sich, ob sie nun endlich sehen kann, was die Mutter hinter sich verborgen und worüber sie geschwiegen hat. Ihr bleiben nur wenige Erzählungen, geflüsterte Erinnerungen, ein paar Fotos und Zeitungsausschnitte. Die Mutter hat eine Kindheit voller Härte und Kälte auf einem fremden Hof in einem Südtiroler Seitental verbracht. Sie habe Gedichte in den Schnee geschrien und gegen den Frost angesungen – das hat die Mutter immer erzählt. Dass sie es gut hatte unter den fremden Menschen, liess sie die Tochter glauben. Doch die glaubt es nicht mehr. Wie kann sie die Geschichte der Mutter erzählen, wo beginnen, was darf sie verknüpfen?
Denn erzählen muss sie endlich, bevor diese Tür sich für immer schliesst. „Ich stemme einen Fuss dazwischen, klemme ihn zwischen Mutters sich auflösende Geschichte und mich.“ Wer also war sie? Die Erzählerin nähert sich Schritt für Schritt dem Leben der Mutter an, stets hinterfragend, ob es so gewesen sein könnte oder ob sie mittels ihrer Sprache eine bereits vorgeformte Wirklichkeit schafft, die sich mit der Wahrheit der Mutter nicht deckt.
„Mutternichts“ ist ein kraftvoll-poetisches Debüt. Christine Vescoli nimmt darin etwas so Altmodisches wie Gegenwärtiges neu in den Blick: die Liebesbeziehung zwischen Mutter und Tochter.
Denn erzählen muss sie endlich, bevor diese Tür sich für immer schliesst. „Ich stemme einen Fuss dazwischen, klemme ihn zwischen Mutters sich auflösende Geschichte und mich.“ Wer also war sie? Die Erzählerin nähert sich Schritt für Schritt dem Leben der Mutter an, stets hinterfragend, ob es so gewesen sein könnte oder ob sie mittels ihrer Sprache eine bereits vorgeformte Wirklichkeit schafft, die sich mit der Wahrheit der Mutter nicht deckt.
„Mutternichts“ ist ein kraftvoll-poetisches Debüt. Christine Vescoli nimmt darin etwas so Altmodisches wie Gegenwärtiges neu in den Blick: die Liebesbeziehung zwischen Mutter und Tochter.
Kundinnen und Kunden meinen
Berührendes Buch
Bewertung am 03.08.2025
Bewertungsnummer: 2557371
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Christine Vescolis Roman Mutternichts ist ein intensives literarisches Debüt über eine Kindheit im Schatten emotionaler Vernachlässigung. Die Ich-Erzählerin erinnert sich an eine Mutter, die körperlich anwesend, aber seelisch abwesend war – eine Frau, die weder sprach noch liebte, sondern das Kind mit Kälte und Gleichgültigkeit zurückließ. Dieses „Nichts“ wird zur zentralen Metapher des Romans: das Mutternichts.
In kurzen, fragmentarischen Textpassagen, die oft nur wenige Zeilen umfassen, tastet sich die Erzählerin durch ihre Erinnerungen. Die Sprache ist karg, präzise und poetisch – jede Sentimentalität wird vermieden. Vescoli schafft es, das emotionale Vakuum literarisch erfahrbar zu machen. Der Schmerz ist dabei nicht laut, sondern still und eindringlich.
Der Roman verzichtet auf psychologische Deutungen oder klare Erzählstrukturen. Stattdessen begegnet man einer radikalen Subjektivität, die das Fehlen von Liebe und Zuwendung ungeschönt zeigt. Dabei geht es nicht nur um das Kindsein, sondern auch um die bleibenden Spuren im Erwachsenenleben: die Schwierigkeit, Beziehungen zu führen, Nähe zuzulassen, sich selbst zu verstehen.
Mutternichts ist kein leichter, aber ein eindrucksvoller Roman über familiäre Leere, Sprachlosigkeit und die Suche nach Identität. Vescoli gelingt ein sprachlich starkes Porträt einer Erfahrung, über die selten gesprochen wird. Ein schmaler Band, der lange nachwirkt.
Mutters Geheimnis
Lavendelgarten aus Berlin am 21.08.2024
Bewertungsnummer: 2272800
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Roman "Mutternichts" befasst sich mit einem Thema aus dunkler Vergangenheit. Die Tochter versucht nach dem Tod der Mutter das Geheimnis ihres Schweigens um die Kindheit zu ergründen. Es lag zeitlebens wie ein waberndes und nicht zu durchdringenden Nichts um die Mutter. In kraftvoller und sehr besonderer Sprache erzählt die Autorin ihre Kindheit. Eine Zeit, die viel härter und karger war, als es sich die Tochter vorzustellen vermochte. Die Mutter schwieg ihr Leben lang über diese Zeit, die Tochter traute sich nicht zu fragen, weil sie ahnte, keine Antworten zu erhalten. Obwohl das Buch recht wenige Seiten hat, sind sie doch eindringlich geschrieben und ziehen den Lesenden in den Bann. Wenn man sich auf die ungewöhnlich dichte Sprache der Autorin einlässt, spürt man trotz Melancholie die Schönheit der Erzählung. Ein Buch zum mehrmals lesen!