Produktbild: Auf tausend Straßen. Gedichte & Prosa
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Kurt Tucholsky

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Auf tausend Straßen. Gedichte & Prosa

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Karl Menrad + weitere

Spieldauer

1 Stunde und 59 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

05.02.2025

Hörtyp

Lesung

Fassung

gekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

40

Verlag

Goyalit

Sprache

Deutsch

EAN

9783833749803

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Spieldauer

1 Stunde und 59 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

05.02.2025

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Fassung

gekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

40

Verlag

Goyalit

Sprache

Deutsch

EAN

9783833749803

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Lerne lachen ohne zu weinen

Bewertung am 03.08.2025

Bewertungsnummer: 2557494

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wer “Auf tausend Straßen” liest, liest die Beiträge von fünf Autoren: Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel und Kaspar Hauser. Trotzdem sind die Vier nur ein Literat, Kurt Tucholsky, der diese Pseudonyme gewählt hat. Er schreibt in seinem Beitrag “Start”, dass es nützlich sei, unter verschiedenen Namen zu schreiben, denn der Satiriker werde nicht ernst genommen, und Humor wird einem politischen Schriftsteller nicht zugetraut. So entstand eine heitere Schizophrenie, jede Figur hatte ihren persönlichen Bereich. Doch alle Fünf einigt das offene Auge, der klare, fast prophetische Blick auf die Gesellschaft vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bis zu den Jahren nach dem ersten Weltkrieg sowie auf den aufstrebenden Nationalsozialismus. Die Bandbreite der Arbeiten Tucholskys ist riesig, er war Lyriker, Journalist, Romanautor, Kritiker und textete Chansons und Kabarettnummern. Da man damals den Kaiser nicht kritisieren durfte, schrieb er bereits im Alter von siebzehn Jahren das “Märchen“, um die rückständigen Ansichten des deutschen Kaisers auf moderne Kunst zu persiflieren. Seine Gedichte und seine Prosa zeigen mit einprägsamen und präzisen Worten die Zustände der Zeit, nie um Humor und Ironie verlegen und, wie der Autor selbst sagt: “Satire darf alles“. Interessant ist, dass in dem Gedicht “Gebet des Zeitungslesers” die damalige Informationsüberflutung aufgezeigt wird, die in der Bitte gipfelt, den Leser von diesem Zeitungsregen zu befreien, denn wie sagt der Dichter: “Was geht mich das an?” So sprach der Autor damals gegen seine kommerziellen Interessen, nicht aber in “Die diskreditierte Literatur” , wo er das Erscheinen billiger Bücher kritisiert, eine für einen Sozialdemokraten vielleicht hinterfragenswerte Einstellung, da Bildung nun auch für einfache Schichten erschwinglich wurde. Ebenso wendete er sich gegen die Verluderung der Sprache, da Sprache eine Waffe sei. Obwohl der Autor sehr bekannt und nachgefragt war, musste auch er schließlich erkennen, dass man mit der Schreibmaschine keine Änderung der Verhältnisse herbeiführen kann. Tucholsky wendet sich gegen die Kriegshetze, gegen Fehlinformation des Volkes, das letztlich nur als Kanonenfutter taugt und den Reichtum der Unternehmer mehrt. Dieser Teil des Buches ist für mich der leider bestürzend aktuelle Bereich. Männer, die in ihrer bürgerlichen Existenz Handwerker oder Bankbeamter waren, wurden in den Krieg getrieben, erbarmungslos und sinnlos. Daher gilt auch heute noch der brennende Appell des Autors: “Krieg dem Kriege”. Die Vielfältigkeit des Werkes dieses großen Schriftstellers, der die Ansichten ganzer Generationen geprägt hat, findet sich in der Zusammenstellung seines Werkes “Auf tausend Straßen”, das dem Autor zum hundertfünfunddreißigsten Geburtstag ein Denkmal setzt. Diese hochwertige Ausgabe mit Hardcover und Lesebändchen wird wunderbar bereichert durch die Illustrationen von Stefanie Harjes, einer Illustratorin, deren Arbeiten national und international seit Jahren höchste Anerkennung finden. Tucholskys pointierte, bissige und doch so treffende Schilderung seiner Beobachtungen machten vor keiner Gesellschaftsschicht halt, weder vor dem Großbürgertum, den Unternehmern, den Richtern oder den Militaristen. Tucholsky war Patriot, der sein Land liebte, aber immer gegen Nationalismus anschrieb. Nach seiner frühen Auswanderung nach Schweden kritisierte der Autor die deutschen Verhältnisse weiterhin. Doch findet sich im Buch auch ein Auszug aus dem Kurzroman “Schloss Gripsholm”, der Leichtigkeit und Romantik bringt. Sogar die Beschreibung seiner Beerdigung, hier wird Ignaz Wrobel zu Grabe getragen, wirft ein bezeichnendes Licht auf den bitteren Humor des Autors. Wer wird hier teilnehmen, nur um im Rampenlicht zu stehen? Und als Ignaz Wrobel sollte auf seinem Grabstein stehen “Hier ruht ein goldenes Herz und eine eiserne Schnauze-gute Nacht.” Mein Fazit: Kurt Tucholsky war einer der wichtigsten Schriftsteller meiner Jugend, ich habe es immer bewundert, mit welcher Präzision er Missstände und Lügen aufgedeckt hat. “Unter tausend Straßen” hat mir seine Werke wieder vor Augen gestellt und an meiner Bewunderung für seinen Mut und seine klaren Worte hat sich nichts geändert. Er war Mahner, Aufklärer und überzeugter Pazifist, seine Gedichte und Prosa sind so erschreckend aktuell, dass es fast weh tut. Mit “Auf Tausend Straßen” wurde dem Autor ein würdiges Denkmal gesetzt in einem wunderbaren Buch, das ich gerne empfehle.

Lerne lachen ohne zu weinen

Bewertung am 03.08.2025
Bewertungsnummer: 2557494
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wer “Auf tausend Straßen” liest, liest die Beiträge von fünf Autoren: Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel und Kaspar Hauser. Trotzdem sind die Vier nur ein Literat, Kurt Tucholsky, der diese Pseudonyme gewählt hat. Er schreibt in seinem Beitrag “Start”, dass es nützlich sei, unter verschiedenen Namen zu schreiben, denn der Satiriker werde nicht ernst genommen, und Humor wird einem politischen Schriftsteller nicht zugetraut. So entstand eine heitere Schizophrenie, jede Figur hatte ihren persönlichen Bereich. Doch alle Fünf einigt das offene Auge, der klare, fast prophetische Blick auf die Gesellschaft vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bis zu den Jahren nach dem ersten Weltkrieg sowie auf den aufstrebenden Nationalsozialismus. Die Bandbreite der Arbeiten Tucholskys ist riesig, er war Lyriker, Journalist, Romanautor, Kritiker und textete Chansons und Kabarettnummern. Da man damals den Kaiser nicht kritisieren durfte, schrieb er bereits im Alter von siebzehn Jahren das “Märchen“, um die rückständigen Ansichten des deutschen Kaisers auf moderne Kunst zu persiflieren. Seine Gedichte und seine Prosa zeigen mit einprägsamen und präzisen Worten die Zustände der Zeit, nie um Humor und Ironie verlegen und, wie der Autor selbst sagt: “Satire darf alles“. Interessant ist, dass in dem Gedicht “Gebet des Zeitungslesers” die damalige Informationsüberflutung aufgezeigt wird, die in der Bitte gipfelt, den Leser von diesem Zeitungsregen zu befreien, denn wie sagt der Dichter: “Was geht mich das an?” So sprach der Autor damals gegen seine kommerziellen Interessen, nicht aber in “Die diskreditierte Literatur” , wo er das Erscheinen billiger Bücher kritisiert, eine für einen Sozialdemokraten vielleicht hinterfragenswerte Einstellung, da Bildung nun auch für einfache Schichten erschwinglich wurde. Ebenso wendete er sich gegen die Verluderung der Sprache, da Sprache eine Waffe sei. Obwohl der Autor sehr bekannt und nachgefragt war, musste auch er schließlich erkennen, dass man mit der Schreibmaschine keine Änderung der Verhältnisse herbeiführen kann. Tucholsky wendet sich gegen die Kriegshetze, gegen Fehlinformation des Volkes, das letztlich nur als Kanonenfutter taugt und den Reichtum der Unternehmer mehrt. Dieser Teil des Buches ist für mich der leider bestürzend aktuelle Bereich. Männer, die in ihrer bürgerlichen Existenz Handwerker oder Bankbeamter waren, wurden in den Krieg getrieben, erbarmungslos und sinnlos. Daher gilt auch heute noch der brennende Appell des Autors: “Krieg dem Kriege”. Die Vielfältigkeit des Werkes dieses großen Schriftstellers, der die Ansichten ganzer Generationen geprägt hat, findet sich in der Zusammenstellung seines Werkes “Auf tausend Straßen”, das dem Autor zum hundertfünfunddreißigsten Geburtstag ein Denkmal setzt. Diese hochwertige Ausgabe mit Hardcover und Lesebändchen wird wunderbar bereichert durch die Illustrationen von Stefanie Harjes, einer Illustratorin, deren Arbeiten national und international seit Jahren höchste Anerkennung finden. Tucholskys pointierte, bissige und doch so treffende Schilderung seiner Beobachtungen machten vor keiner Gesellschaftsschicht halt, weder vor dem Großbürgertum, den Unternehmern, den Richtern oder den Militaristen. Tucholsky war Patriot, der sein Land liebte, aber immer gegen Nationalismus anschrieb. Nach seiner frühen Auswanderung nach Schweden kritisierte der Autor die deutschen Verhältnisse weiterhin. Doch findet sich im Buch auch ein Auszug aus dem Kurzroman “Schloss Gripsholm”, der Leichtigkeit und Romantik bringt. Sogar die Beschreibung seiner Beerdigung, hier wird Ignaz Wrobel zu Grabe getragen, wirft ein bezeichnendes Licht auf den bitteren Humor des Autors. Wer wird hier teilnehmen, nur um im Rampenlicht zu stehen? Und als Ignaz Wrobel sollte auf seinem Grabstein stehen “Hier ruht ein goldenes Herz und eine eiserne Schnauze-gute Nacht.” Mein Fazit: Kurt Tucholsky war einer der wichtigsten Schriftsteller meiner Jugend, ich habe es immer bewundert, mit welcher Präzision er Missstände und Lügen aufgedeckt hat. “Unter tausend Straßen” hat mir seine Werke wieder vor Augen gestellt und an meiner Bewunderung für seinen Mut und seine klaren Worte hat sich nichts geändert. Er war Mahner, Aufklärer und überzeugter Pazifist, seine Gedichte und Prosa sind so erschreckend aktuell, dass es fast weh tut. Mit “Auf Tausend Straßen” wurde dem Autor ein würdiges Denkmal gesetzt in einem wunderbaren Buch, das ich gerne empfehle.

Deutsche Heimat war schon vor 100 Jahren ein schwieriges Pflaster

Bewertung aus Quickborn am 10.09.2025

Bewertungsnummer: 2592342

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kurt Tucholsky (1890 – 1935) war ein bekannter deutscher Schriftsteller, der zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik zählte. Seine Beiträge für die WELTBÜHNE waren und wie man in diesem Buch sieht, sind einfach legendär. Seine diversen Pseudonyme sind es auch: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. Ich bin mit der Lektüre seiner Bücher „Rheinsberg“ und „Schloss Gripsholm“ schon als Kind in Berührung gekommen, kenne Filme, Schallplatten, Hörspiele davon. Die politischen Gedichte und Geschichten sind eher nicht meine Welt. Aber ich besitze ein Reprint von „Deutschland, Deutschland über alles“ aus dem Jahr 1980, das ich bis heute nicht ins Antiquariat gegeben habe. Ich habe festgestellt, im neuen Buch „Auf tausend Straßen“ machte das Kapitel „Heimat“ auf mich heute sehr viel mehr Eindruck als 1980. Wenn ich bedenke, wie viele Leute heutzutage mit Heimat und Deutschland nicht so viel anfangen können, dann war das vor 100 Jahre ähnlich, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. 1929 hat John Heartfield das Bilderbuch „Deutschland, Deutschland über alles“ montiert, heute halte ich das modern und unheimlich anregend von Stefanie Harjes illustrierte Buch „Auf tausend Straßen“ in den Händen. Der äußere Unterschied könnte nicht größer sein. Im Inneren ist es Kurt Tucholsky, wie man ihn kennt und erwartet. Der Wechsel von Lyrik und Prosa ist gut gelungen, die Illustrationen sind kleine Kunstwerke mit dem gleichen Humor, der Ironie und Melancholie, die vom Dichter hereinweht. Als Leser kann man die Unterschiede der Herren mit den drolligen Pseudonymen erforschen, ein jeder auf eigene Art unterhaltsam. Fazit: Kurt Tucholsky wird für das Heute wiederentdeckt und mit wunderbaren Illustrationen zu neuem Leben erweckt.

Deutsche Heimat war schon vor 100 Jahren ein schwieriges Pflaster

Bewertung aus Quickborn am 10.09.2025
Bewertungsnummer: 2592342
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kurt Tucholsky (1890 – 1935) war ein bekannter deutscher Schriftsteller, der zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik zählte. Seine Beiträge für die WELTBÜHNE waren und wie man in diesem Buch sieht, sind einfach legendär. Seine diversen Pseudonyme sind es auch: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. Ich bin mit der Lektüre seiner Bücher „Rheinsberg“ und „Schloss Gripsholm“ schon als Kind in Berührung gekommen, kenne Filme, Schallplatten, Hörspiele davon. Die politischen Gedichte und Geschichten sind eher nicht meine Welt. Aber ich besitze ein Reprint von „Deutschland, Deutschland über alles“ aus dem Jahr 1980, das ich bis heute nicht ins Antiquariat gegeben habe. Ich habe festgestellt, im neuen Buch „Auf tausend Straßen“ machte das Kapitel „Heimat“ auf mich heute sehr viel mehr Eindruck als 1980. Wenn ich bedenke, wie viele Leute heutzutage mit Heimat und Deutschland nicht so viel anfangen können, dann war das vor 100 Jahre ähnlich, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. 1929 hat John Heartfield das Bilderbuch „Deutschland, Deutschland über alles“ montiert, heute halte ich das modern und unheimlich anregend von Stefanie Harjes illustrierte Buch „Auf tausend Straßen“ in den Händen. Der äußere Unterschied könnte nicht größer sein. Im Inneren ist es Kurt Tucholsky, wie man ihn kennt und erwartet. Der Wechsel von Lyrik und Prosa ist gut gelungen, die Illustrationen sind kleine Kunstwerke mit dem gleichen Humor, der Ironie und Melancholie, die vom Dichter hereinweht. Als Leser kann man die Unterschiede der Herren mit den drolligen Pseudonymen erforschen, ein jeder auf eigene Art unterhaltsam. Fazit: Kurt Tucholsky wird für das Heute wiederentdeckt und mit wunderbaren Illustrationen zu neuem Leben erweckt.

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