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Band 63

Der Schnee war schmutzig Eine düstere Graphic-Novel-Adaption von Simenons existentialistischem Noir-Krimi über Schuld, Verrat und menschliche Abgründe

1

Fr. 36.90

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

2675

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

09.01.2026

Illustriert von

Yslaire

Verlag

Carlsen

Seitenzahl

104

Maße (L/B/H)

32.9/23.8/1.7 cm

Gewicht

804 g

Farbe

Grau / Seidengrau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

La neige était sale

Übersetzt von

Christoph Haas

Sprache

Deutsch, Französisch

ISBN

978-3-551-80637-6

Beschreibung

Rezension

"Ein gezeichnetes Meisterwerk" Oliver Hahn maigret.de 20260207

Produktdetails

Verkaufsrang

2675

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

09.01.2026

Illustriert von

Yslaire

Verlag

Carlsen

Seitenzahl

104

Maße (L/B/H)

32.9/23.8/1.7 cm

Gewicht

804 g

Farbe

Grau / Seidengrau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

La neige était sale

Übersetzt von

Christoph Haas

Sprache

Deutsch, Französisch

ISBN

978-3-551-80637-6

Herstelleradresse

Carlsen Verlag GmbH
Völckersstr. 14-20
22765 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@carlsen.de

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  • Recensio

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    05.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die zerstörerische Kraft einer gleichgültigen Welt

    Aus der eisigen Tristesse einer namenlosen, besetzten Stadt erhebt sich eine Geschichte, die sich festsetzt wie Kälte unter der Haut. Der Schnee war schmutzig ist kein Roman, den man einfach konsumiert – er verfolgt seine Leser. Was zunächst wie ein Kriminalroman beginnt, entpuppt sich rasch als schonungslose Studie eines Menschen in einer Welt, in der moralische Ordnung längst außer Kraft gesetzt ist. Die Geschichte ist zweigeteilt. Im ersten Part findet das vermeintliche Leben im Außen statt. Nicht in einer bestimmten Stadt, in einer bestimmten Gegend, sondern unter dem Diktat einer Besatzungsmacht. Einer Macht, die wohl jedem Menschen im Nacken sitzt: sei sie nun real, eben in Form der Willkür von Besatzern, oder als Gewissen eines jeden Menschen. Apropos real: So sind auch die Gegebenheiten. Ein junger Bengel, noch keine zwanzig, vaterlos aufgewachsen, lebt im Puff seiner Mutter und bedient sich dort mehr oder weniger willkürlich. Das Außen, also das Umfeld, ist Richtung Illegalität, Kriminalität gepolt, sodass eine entsprechende „Karriere“ des jungen Mannes vorgezeichnet scheint. Konsequent wird diese Laufbahn durchschritten, Mord und Verführung bilden eine unsichere Melange des Lebens. Der zweite Teil findet hinter den Mauern eines Gefängnisses statt. Was vorher eher einem Tanz des Lebens gleichkam, wenn auch mit verkorksten Vorzeichen, findet nun in der Isolation im Kopf des Mannes statt. Nicht unbedingt in Form von Aktionen, sondern eher in stillen Monologen, die bis an die Grenzen des Menschseins heranführen. Hier finden die eigentlichen Kämpfe statt, das Ringen um Erkenntnis und das Ping-Pong der Gedanken, verschärft durch die Ausnahmesituation einer unmenschlichen Kerkerhaft. Hier wird aus der Kriminalgeschichte eine Menschengeschichte. Mit jedem Verhör werden die Verstrickungen enger, aber die Lösung ultimativ. Und diese ist tatsächlich einzigartig. Liebe erscheint hier nicht als Rettung, sondern als schmerzhafter Moment von Klarheit – ein letzter Beweis dessen, was möglich gewesen wäre und nun unwiederbringlich verloren ist. Besonders gefallen hat mir die direkte Sprache an den Protagonisten, als würde ich selbst mit ihm reden. Beispiele: “Gerade ihre Fürsorge macht dich krank.” / “Du ertrinkst in deinem eigenen Geruch.” Das fand ich ziemlich ungewöhnlich und habe ich so vorher noch nicht gelesen. Auch die teilweise filigranen Illustrationen sind rundum gelungen und spiegeln all die Dramatik, Zerrissenheit und Tristesse wider, die man durchweg wahrnimmt. Fazit: Der Schnee war schmutzig ist ein zeitloser, verstörender Roman über Schuld, Verantwortung und die zerstörerische Kraft einer gleichgültigen Welt. Simenon stellt nicht die Frage nach dem Bösen, sondern nach den Bedingungen, unter denen Menschlichkeit scheitert. Die Geschichte lässt keine Entlastung zu und gerade darin liegt ihre große literarische Kraft. Wer dieses Buch liest, bleibt nicht unberührt zurück. So erging es mir zumindest.

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