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Gnade Roman | Sprachlich überarbeitet und aktualisiert von Mirjam Nuenning

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.12.2025

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19.6/13.2/2 cm

Gewicht

235 g

Farbe

Beige / Anthrazit

Auflage

1. Auflage, Überarbeitete Neuausgabe

Originaltitel

A Mercy

Übersetzt von

Thomas Piltz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-01806-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.12.2025

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19.6/13.2/2 cm

Gewicht

235 g

Farbe

Beige / Anthrazit

Auflage

1. Auflage, Überarbeitete Neuausgabe

Originaltitel

A Mercy

Übersetzt von

Thomas Piltz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-01806-0

Herstelleradresse

Rowohlt Taschenbuch
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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  • Alrik Gerlach

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    08.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Roman wie raues Land unter nackten Füßen

    Manchmal fühlt sich Lesen an wie durch kalten Schlamm laufen – schwer, langsam, aber unmöglich stehen zu bleiben. Genau dieses Gefühl stellt sich bei Gnade ein. Toni Morrison wirft einen ohne Vorwarnung in die nordamerikanischen Kolonien des 17. Jahrhunderts und lässt einen dort nicht mehr los. Keine Schonung, keine hübsche Historienkulisse, sondern ein Leben, das von Schuld, Abhängigkeit und nacktem Überleben geprägt ist. Florens ist noch ein Kind, als sie verkauft wird. Dieser Moment sitzt wie ein Splitter im Kopf und hört nie auf zu stechen. Um sie herum Frauen, die alle auf ihre Weise verloren gegangen sind: Rebekka, Lina, Sorrow. Keine Heldinnen im klassischen Sinn, sondern Figuren mit Rissen, Wunden und Erinnerungen, die nachts lauter sind als der Wind draußen. Morrison erzählt ihre Geschichten leise, aber mit einer Wucht, die sich erst nach und nach entfaltet. Die Sprache ist dicht, manchmal sperrig, dann wieder erschreckend klar. Hier wird nichts erklärt, nichts entschuldigt. Alles fühlt sich roh an, als hätte jemand den Lack der Geschichte abgekratzt. Beim Lesen ertappt man sich ständig bei dem Gedanken, wie wenig Freiheit ein Menschenleben wert sein kann, wenn Herkunft, Hautfarbe und Zufall darüber entscheiden. Trotz der Härte liegt etwas Zärtliches in diesem Buch. Kleine Gesten, flüchtige Nähe, ein Blick zu viel – das alles zählt plötzlich mehr als große Worte. Gnade ist kein Wohlfühlroman, sondern ein stiller Schlag in die Magengrube, der lange nachwirkt. Eines dieser Bücher, die man zuklappt und erst mal aus dem Fenster schaut, weil man kurz sortieren muss, was da gerade passiert ist.

  • Bewertung

    5/5

    02.09.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Ein ganz großes Werk von Toni Morrison

    Wahrscheinlich stehe ich mit meiner Meinung ziemlich alleine da, aber für mich gehört »Gnade« zu den ganz großen Werken von Toni Morrison. Leider wird es selten mit »Sehr blaue Augen« oder »Beloved« in einem Atemzug genannt. Dabei weist »Gnade« alle Qualitäten auf, die Morrisons Bücher so großartig machen: spannende Themen, erschütternde Schicksale, vielschichtige Charaktere, eine glasklare Sprache. Im Grunde komprimiert sie hier viele Inhalte von »Beloved« rund um die barbarische Sklaverei im 17. Jahrhundert auf die Hälfte der Seiten und kleidet sie in einen finsteren, aber sprachlich grandios intensiven Ton. Im Mittelpunkt stehen allesamt ihrer Wurzeln beraubte Charaktere – Sklavenhalter, Sklavinnen, Indigene usw. –, die in einer fremden, feindseligen Umwelt zu überleben versuchen. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, und die ständig wechselnden Assoziationen und Gedankenwelten verdichten sich Stück für Stück zu einem ungemein stimmigen Gesamtwerk. Die Brutalität der Zeit wird mit keiner Zeile geschönt. Gerade dieser Ton hebt das Werk für mich in andere Sphären. Und die Schicksale bewegen in dieser abgründigen Welt umso mehr. Nicht zuletzt ist es auch ein stark feministisches Buch, das die Frauen und ihre Geschichten ins Zentrum rückt. Bei mir hat das Buch einen richtigen Sog entwickelt. Am Ende hat es mich berührt, aufgewühlt und zerknirscht zurückgelassen. Aber selten hatte ich nach einem Buch so ein flirrendes Gefühl in mir, etwas wirklich Spezielles gelesen zu haben. Außergewöhnliche Literatur. Ein must-read für alle Freunde engagierter, anspruchsvoller Literatur!

  • Odilie Pressberger

    aus Regensburg (Donau EKZ)

    5/5

    26.08.2011

    Buch (Taschenbuch)

    Morrison, Gnade

    1682 in Amerika: ein Gutsbesitzer lebt mit vier Frauen (der in England "bestellten" Ehefrau, einer indianischen "Dienerin", einem kranken, aus einem Schiffbruch stammendem Waisenkind und einer Jugendlichen, die er als Teilabzahlung einer Geldschuld eher widerwillig genommen hat) zusammen. Dieses filigrane Gewebe von Abhängigkeiten, Zuneigungen, Traumata und Verzweiflung gerät völlig aus den Fugen, als der Hausherr an Blattern stirbt. Die Frauen in einem fast "rechtlosen" Status zurückbleiben. Die Situation eskaliert, als auch noch die Hausherrin erkrankt und Hilfe geholt werden muß. Ich bewundere Toni Morrisons Sprache. Denke nach über den Begriff "Gnade" und wer, wann hier erzählt. Wenn Sie bereit sind,sich einem fordernden Text auszusetzen, werden Sie ein großartiges Leseerlebnis haben.

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