Die vorliegende Studie unternimmt erstmals eine systematische Rekonstruktion von Aby Warburgs Theorie des Bildgedächtnisses – eines zentralen, jedoch fragmentarisch gebliebenen Konzepts seiner kunstwissenschaftlichen Epistemologie, die Warburg allein in den Bildertafeln explizierte. Anhand ausgewählter Bilderreihen aus den Jahren 1927/1928 und im Lichte seines Gesamtwerks wird Warburgs Prinzip der Reihenbildung als visuelles Erkenntnisinstrument rekonstruiert. Im interdisziplinären Dialog mit der Symbolphilosophie von Cassirer sowie mit den frühpsychologischen Gedächtnistheorien von Wundt, Ebbinghaus, Hering und Piderit wird Warburgs Denken in einem erweiterten kognitionsgeschichtlichen Horizont lesbar. Die Studie eröffnet neue Perspektiven auf die medienspezifische Prozessualität kultureller Erinnerung und positioniert Warburg als Vorläufer einer transdisziplinären Gedächtnisforschung zwischen Bildtheorie, Philosophie und Kognitionswissenschaft.
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