»Ein mitreissender, emotionaler Page-Turner.« The Observer
In schnörkelloser Prosa, mit psychologischem Feingefühl und grossartiger Beobachtungsgabe erzählt Alan Murrin von den gesellschaftlichen Einschränkungen, die Frauenleben in Irland vor gerade einmal dreissig Jahren bestimmten, und beleuchtet dabei subtil, was Frauen überall auf der Welt auch heute noch davon abhält, ihre Partner zu verlassen.
Im Zeitraum einiger Monate im Jahr 1994, kurz bevor Scheidung in Irland in einem Referendum legal wurde, erzählt ›Coast Road‹ die Geschichte von sehr verschiedenen Frauen in einem Küstenstädtchen. Izzy, Colette und Dolores hadern aus ganz unterschiedlichen Gründen mit ihren Ehen und werden gezwungen, weitreichende Entscheidungen zu treffen. Dabei wird jeder Schritt von der Gemeinde beäugt und verurteilt – denn dort an der Küste schwimmt man nicht gegen den Strom.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Lesezauber_Zeilenreise
Thalia Book Circle Community
5/5
03.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bis dass der Tod uns scheidet!
Irland kurz vor der Verabschiedung des Scheidungs-Referendums
**Inhaltsangabe Verlag:**
Herbst 1994. Die Bewohner des irischen Küstenstädtchens Ardglas beschäftigt nur ein Thema: Colette Crowley – Dichterin, Bohemienne, die Frau, die ihre Familie verlassen hat, um in Dublin ihr Glück zu finden – ist zurück und wohnt in einem kleinen Cottage an der Coast Road. Jeder ihrer Schritte wird von der Gemeinde argwöhnisch beäugt. Hat sie es verdient, dass ihr Mann ihr den Zugang zu den Kindern verwehrt? In ihrer Verzweiflung bittet Colette eine Bekannte um Hilfe, Izzy Keaveney, Hausfrau und Mutter, unglücklich verheiratet mit einem Lokalpolitiker, der sich ausgerechnet für die Legalisierung der Scheidung im Land einsetzt. Und so entsteht zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Frauen eine Bindung, die ihre Leben in ungeahnte Bahnen lenkt.
In schnörkelloser Prosa, mit psychologischem Feingefühl und großartiger Beobachtungsgabe erzählt Alan Murrin von den gesellschaftlichen Einschränkungen, die Frauenleben in Irland vor gerade einmal dreißig Jahren bestimmten – kurz bevor Scheidung in einem Referendum mit knapper Mehrheit legalisiert wurde – und beleuchtet dabei subtil, was Frauen überall auf der Welt auch heute noch davon abhält, ihre Partner zu verlassen.
**Meine Inhaltsangabe:**
Ardglas, County Donegal, Irland: Colette Crowley kehrt an den Ort an der Küste zurück, den sie kurz vorher verlassen hat, um mit einem anderen Mann ihr Glück in Dublin zu suchen. Dafür hat sie Mann und Kinder verlassen. Ihre Rückkehr wird mit Argwohn betrachtet, ihr Ehemann verbietet ihr den Umgang mit ihren drei Söhnen und schnell hat Colette den Ruf als Schlampe weg. Sie ist eine bekannte Dichterin und gibt daher im Ort einen Schreibkurs, über den sie Izzy kennenlernt, die Frau des Gemeindepolitikers. Izzy hadert mit ihrer Ehe und möchte eigentlich nur noch ausbrechen. Doch das ist in den 90er Jahren in Irland nicht einfach, wie man an Colette sehen kann. Die trinkt zu viel und lässt sich auf Donal ein, den Vermieter des Cottages und Ehemann von Dolores, die ebenfalls unglücklich in dem Eheleben mit einem Schürzenjäger ist. Als Spielbälle ihrer Männer sehr eingeschränkt versuchen die drei, irgendwie mit ihrem jeweiligen Leben klarzukommen und wissen doch, dass sie damit u.U. Dramen heraufbeschwören, die sie nicht mehr aufhalten können.
Erster Satz: »Als der Detective Izzy fragte, was sie in jener Nacht geweckt habe, konnte sie es nicht genau sagen.«
**Mein Eindruck:**
Das ist mal wieder eins der Bücher, die lange nachwirken. Völlig ruhig und unaufgeregt geschrieben geht es direkt unter die Haut und ins Herz. Alan Murrin beschreibt seine Figuren, allen voran die beiden Hauptdarstellerinnen Colette und Izzy, aber auch die so wichtigen Nebenfiguren wie den Priester Brian (einer meiner Favoriten), Dolores, die Ehemänner und Kinder dermaßen bildhaft, dass ich beim Lesen jede Szene, jede Figur, jedes Detail vor mir gesehen habe. Besonders aufgefallen ist mir, wie der Autor das Innenleben der Frauen, deren Empfindungen und Gedanken beschrieben hat. Das lässt auf eine extrem ausgeprägte Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen schließen, was mich sehr beeindruckt hat. Die Geschichte selbst hat mich komplett gefangen genommen, ich war angepisst, verzweifelt, hoffnungsvoll, angewidert und entsetzt und fühlte mich teilweise völlig hilflos. Die Situationen der Frauen hat sich fast 1 zu 1 auf mich übertragen. Großartig, wenn ein Buch es schafft, Emotionen so lebendig zu transportieren. Zum Ende hin nahm der Fortgang der Story dann eine Wendung, die sich im Prolog zwar schon abgezeichnet, mich aber dennoch komplett umgehauen hat. Heilige Scheiße! Was hätte ich gern den einen oder anderen scheinheiligen Dreckskerl aus dem Buch gezogen und ordentlich vermöbelt. Ihr seht schon: ich bin voll dabei! Und das liebe ich an dem Buch, es nimmt mich mit und lässt mich erleben, statt nur darüber zu lesen. Großes Kino und einfach nur klasse! 5/5 Sterne.
Der Autor wurde 2024 für Coast Road als Gewinner der Kategorie Newcomer of the Year bei den Irish Book Awards ausgezeichnet.
tausendschön
5/5
22.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Doppelmoral
Gleich zu Beginn: es ist ein sehr aufwühlender und berührender Roman, den Alan Murrin als Debutroman hier vorlegt. Er hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen, wenn man bedenkt, dass die Geschichte in den 90er Jahren spielt. Also gerade einmal um die 30 Jahre her.
Erzählt wird von einer Kleinstadt in Schottland und deren Einwohner, die die zurückgekehrte Dichterin, Colette Crowley, - die ihre Familie verlassen hat, um in Dublin ihr Glück zu finden- nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Vorurteile, Schubladendenken, Argwohn, all das wird im klaren Stil vor der malerischen Küstenlandschaft erzählt, bis die Situation eskaliert. Die Doppelmoral der gut-gestellten Bürger lässt einen kopfschüttelnd und fassungslos zurück. Frauen, die in den 90er Jahren, die von ihren Männern gedemütigt, erniedrigt und unterdrückt werden und die Lokalpolitik sich für die Legalisierung des Scheidungsgesetzes ausspricht. Was für eine Moral! Sehr lesenswert. Das Cover hierzu finde ich außergewöhnlich und sehr passend. Das ist der Riss, der sich durch die Gesellschaft zieht.
debbie
5/5
01.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
sehr gelungen
gerade einmal 30 Jahre ist es her - in Irland wird die Scheidung in einem Referendum mit knapper Mehrheit legalisiert...Das Leben mancher Frauen ändert sich rapide...
Herbst 1994. Also kurz vor dieser Änderung nimmt uns der Autor mit in ein irisches Dorf...Hier begleiten wir 3 Frauen...3 Frauen, die miteinander verbunden sind aber dennoch sich fremd erscheinen...3 Schicksale werden miteinander verwoben und gipfeln in einem Ende, welches mich zum Teil traurig machte...Auch wenn ich nicht bei jeder Frau verstand, warum sie dieses und jenes nun tut, liebte ich das Buch...Alan Murrin hat einen sehr poetischen Schreibstil...Er zeigt das Frauen schon immer nicht so sein konnten wie sie es wollten...Die Stigmata von Rabenmüttern und schlechten Ehefrauen finden sich bis heute in der Gesellschaft...Frei zu sein bedeutet zu kämpfen...
Auf dieses Buch sollte man sich einlassen...Es ist nichts romantisches oder witziges dabei...Die Figuren sind komplex erzählt...Ein ruhiger Schreibstil zieht den Leser dennoch bis zum unaufheitlichen Ende mit...
Und ich finde, dieses Buch sollte jeder gelesen haben...Manche werden Mut finden, Andere werden vielleicht zukünftig mit anderen Augen durch die Welt laufen...
Bewertung
aus Berlin
5/5
13.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Blick hinter die Fassade
In seinem aufwühlenden und spannenden Debüt „Coast Road“ erzählt der Autor Alan Murrin, von den gesellschaftlichen Einschränkungen, die Frauenleben in Irland vor gerade einmal dreißig Jahren bestimmten – kurz bevor Scheidung in einem Referendum mit knapper Mehrheit legalisiert wurde – und beleuchtet dabei subtil, was Frauen überall auf der Welt auch heute noch davon abhält, ihre Partner zu verlassen.
Das Cover mit der aufgerissenen Tapete, gewährt einen Blick hinter die Fassade des irischen Küstenstädtchens Ardglas, einem kleinen Ort Mitte der 90er Jahre.
Im Herbst 1994 kehrt Colette Crowley, Dichterin, Bohemienne, die Frau, die ihre Familie verlassen hat, um in Dublin ihr Glück zu finden zurück nach Ardglas und wohnt in einem kleinen Cottage an der Coast Road. Es hat Colette schon einige Mühe gekostet, Dolores davon zu überzeugen, ihr das Cottage zu vermieten. Das Dolores‘ Mann Donal ein notorischer Fremdgänger ist, der trotz Frau und wachsender Kinderschar ein Auge auf Colette geworfen hat, konnte sie vorher nicht ahnen.
Colette ist noch verheiratet aber ihr Mann zahlt ihr keinen Unterhalt und untersagt ihr den Kontakt zu ihren Kindern. Die meisten Menschen in Ardglas meiden sie und gehen ihr aus dem Weg. Colette gründet einen Workshop für Schreiben, denn das kann sie und ein bisschen Geld verdienen, hat sie bitter nötig. Hier lernt sie Izzy Keaveney, Hausfrau und Mutter, in einer unglaublichen Ehe mit einem Lokalpolitiker, der sich ausgerechnet für die Legalisierung der Scheidung im Land einsetzt, näher kennen. Mit Izzys Unterstützung gelingt es Colette, sich mit ihrem Sohn Carl, heimlich zu treffen. Zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Frauen entsteht eine freundschaftliche Bindung, die ihre Leben in ungeahnte Bahnen lenkt.
Dann kommt es zu einem tragischen Vorfall, der die Schicksale der drei Frauen, geschickt miteinander verbindet …
Fazit:
Zum Teil konnte ich Colettes Verhalten nicht ganz nachvollziehen, dafür aber ihre Wut und ihre Hoffnungslosigkeit.
Sprachlich und inhaltlich ist dieser Roman ein ganz besonderes Werk, dem ich sehr gern meine Zeit geschenkt habe.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!
Magdalena
aus Köln
5/5
02.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einblicke in das Leben irischer Frauen in den 1990er Jahren
Coast Road ist der Debütroman des irischen Autors Alan Murrin. Der Schreibstil hat mich an Graham Norton erinnert, dessen Bücher ich sehr gerne lese. Vorneweg möchte ich auf die wunderschöne Optik und Haptik des Buches hinweisen. Unter dem Schutzumschlag kommt ein wahres Schmuckstück zutage.
Ardglas, County Donegal: Oktober 1994 bis März 1995: Die Dichterin Colette Crowley hatte einige Monate zuvor ihren Mann und ihre drei Söhne verlassen, um mit einem anderen Mann in Dublin zu leben. Ein Skandal in dem kleinen Ort im konservativen, erzkatholischen Irland. Colette mietet ein Cottage von Donal und Dolores Mullen. Das Cottage liegt an der Coast Road oberhalb des Hauses der Mullens und ist von dort aus über einen kleinen Pfad erreichbar.
Ihr Mann verwehrt Colette jeglichen Kontakt zu ihren Kindern, worunter sie sehr leidet. Da kommt ihr die Idee, sich mit Hilfe von Izzy, der Mutter eines Schulfreundes ihres Sohnes Barry, mit Barry zu treffen. Izzy sträubt sich zunächst, sieht jedoch ein, dass eine Mutter Sehnsucht nach ihren Kindern hat und organisiert Ausflüge in einen Freizeitpark und ein Shoppingcenter, wo sich Colette mit Barry trifft. Der Elfjährige vermisst seine Mutter genauso wie sie ihn.
Izzy ist mit einem Lokalpolitiker verheiratet, die beiden haben Eheprobleme und sprechen manchmal wochenlang nicht miteinander. Um ihrem Zuhause zu entkommen, nimmt sie an verschiedenen Abendkursen teil. Als Colette einen Schreibworkshop anbietet, ist Izzy dabei. Die beiden Frauen freunden sich an. Izzy bewundert und bemitleidet die schöne, selbstständige Colette, die von den anderen Dorfbewohnern geächtet wird.
Neben Colette und Izzy ist Dolores Mullen ein wichtiger Nebencharakter. Dolores hat sehr jung geheiratet, nachdem Donal sie geschwängert hatte. Mittlerweile ist sie mit dem vierten Kind schwanger und unglücklich. Donal betrügt sie, worüber das ganze Dorf Bescheid weiß.
Alle drei Frauen führen unglückliche Ehen, doch eine Scheidung kommt nicht in Frage, sie ist gesetzlich verboten. Izzy beobachtet, wie sehr Colette unter der Trennung von ihren Kindern leidet und zerbricht sich den Kopf, ob eine Trennung von ihrem Mann sie glücklicher machen würde.
Erstaunlich, dass der Roman von einem Mann geschrieben wurde, da die Männer durchweg negativ dargestellt werden. Donal ist ein notorischer Fremdgeher, Shaun verbietet seiner Frau den Kontakt zu ihren Kindern, die erwachsenen Söhne lehnen ihre Mutter ab, James interessiert sich nur für seine Karriere und verbringt kaum Zeit mit der Familie. Einzig der Dorfpfarrer, der früher Polizist war, hat vernünftige Ansichten.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen und bin in das irische Dorfleben in den 1990er Jahren eingetaucht. Mein Lieblingscharakter ist der Pfarrer mit seiner fortschrittlichen Sicht auf seine Mitmenschen und die Kirche. Über die Auflösung des Verbrechens habe ich mich sehr gefreut, da ich Bedenken hatte, dass der Mörder davonkommt. Der Roman hat mich berührt und betroffen gemacht, wie gut, dass sich die Gesetzeslage geändert hatte, und die Frauen seit November 1995 frei entscheiden können, ob sie in einer unglücklichen Beziehung verbleiben oder sich zur Scheidung entschließen. Ich freue mich auf weitere Bücher von Alan Murrin.
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5/5
03.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein sensationelles Debut
Dieser Roman spielt in einem kleinen irischen Städtchen in 1994, als Scheidung immer noch illegal ist. Alan Murrin beschreibt mit grosser Umsicht, was dies für verschiedene Frauen und ihre Lebensentwürfe bedeutet.