Wien 1879: Vor der Polizeidirektion wird ein abgetrennter Kopf mit lateinischer Botschaft entdeckt. Rasch gerät die Stadt in Aufruhr. Polizeichef Marx beauftragt Hieronymus, der inzwischen als Detektiv arbeitet, und dessen Freund Franz mit den Ermittlungen. Doch bald fällt der Verdacht auf ihn selbst. Die Spur führt in die Welt der Fabrikarbeiter, zum Vermächtnis des Revolutionsjahres 1848 - und zu einer finsteren Verschwörung. Während Wien dem Festumzug zur Silberhochzeit des Kaiserpaares entgegenfiebert, droht eine Katastrophe historischen Ausmasses.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
clematis
5/5
09.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Kaiserparade
Während in der Metropole des k.k. Kaiserreichs alles für die bevorstehende Parade anlässlich der Silberhochzeit von Franz und Sisi vorbereitet wird, wird ein abgetrennter Menschenkopf vor der Polizeidirektion abgelegt. Wer wäre besser geeignet als Hieronymus Holstein, um die Ermittlungen aufzunehmen?
Bereits zum fünften Male begeben wir uns auf die Spuren der aufstrebenden Stadt Wien in den 1870er-Jahren, welche geprägt ist von Überbevölkerung, menschenverachtenden Arbeitsbedingungen in den Fabriken und immensen Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen – die 1848er-Revolution spielt hier herein. Die bereits den meisten Lesern bekannten Figuren stehen neuen Herausforderungen gegenüber, einige werden persönlich in den Fall hineingezogen. Die Atmosphäre der Zeit und die gesellschaftspolitischen Besonderheiten fängt Bastian Zach auf gekonnte Weise ein, seine anschaulichen Bilder und Wiener Ausdrücke versetzen uns perfekt in unterschiedliche Milieus und erzählen von Griaslern und Strottern (Obdachlose und Bewohner der Kanalisation) oder erfreuen uns mit „G‘schamster Diener“ in noblem Hause. [Nicht mehr geläufige oder gar vergessene Wendungen werden mittels Fußnoten erklärt.] Der Hauptteil der Handlung spielt sich in zentralen Bezirken ab, wir begeben uns aber auch nach Floridsdorf, wo die Lokomotivfabrik viele Arbeiter beschäftigt und schon einmal eine Bombe hochgegangen ist. Viel Platz wird dem Wiener Schmäh eingeräumt, denn nur granteln tut man hier mitnichten. In etliche private Betrachtungen ist schließlich die Aufklärung um den einsamen Totenschädel eingebettet, welche der Geisterfotograf Hieronymus und der bucklige Franz wieder bestens hinbekommen.
Ein historischer Krimi aus einer überaus empfehlenswerten Reihe, welche durch den authentischen Schreibstil, aber auch durch die Charakterzeichnung und das besondere Flair der Donaumetropole besticht! Leseempfehlung!
Carmen Vicari
aus Dossenheim
5/5
08.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Todbringende Automaten
Wien im Jahr 1879: Das Kaiserpaar begeht sein 25jähriges Ehejubiläum, welches groß gefeiert werden soll. Daher hat Polizeichef Marx alle Hände voll zu tun, um diese Feierlichkeiten nicht nur vorzubereiten, sondern auch entsprechend abzusichern.
Ein auf einem Karren in einem Korb liegenden abgetrennten Kopf trägt nicht wirklich dazu bei, ihn in seinem Arbeitspensum zu entspannen und so ist es wenig verwunderlich, dass er den Geisterfotografen Hieronymus Holstein mit den Ermittlungen beauftragt. Jener hat sich gerade frisch als Polizeiagent etabliert und nimmt zusammen mit seinem Freund und Fiakerfahrer Franz die Ermittlungen auf.
Doch je tiefer die beiden vordringen, um so gefährlicher wird die Situation und schnell wird beiden bewusst, sie haben es nicht nur mit einem höher gestellten Täter zu tun, sondern es ist zudem noch ein Wettlauf gegen die Zeit.
Quereinstiege in Serien sind immer ein Risiko. Es kann, muss aber nicht gut gehen. Der aktuelle Fall von Bastian Zach ist bereits der fünfte seiner Art und man sollte meinen, dass er einiges Wissen voraussetzt. Dem war zum Glück nicht so. Ich kannte bisher noch keine Bücher von Bastian Zach, was sich definitiv als Fehler herausstellte.
Der Einstieg in die Geschichte wurde mir leicht gemacht. Der Fund des abgetrennten Kopfes stand zunächst im Mittelpunkt und ich hatte genug Zeit, um mich mit den Örtlichkeiten, den Protagonisten und ihren Beziehungen zueinander vertraut zu machen. Dabei merkte ich schnell, dass ich den Schreibstil von Bastian Zach sehr mag und dieser einen regelrechten Lesesog bei mir auslöste.
Die Seiten flogen dahin, getragen von vielen Dialogen, lebendiger Geschichte und einem unvergleichlichen Setting. Für mich war es nicht nur ein Abtauchen in einen Kriminalfall, sondern auch ein Ausflug nach Wien zu Zeiten von Kaiserin Sisi und Kaiser Franz Josef. Beim Lesen hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, dass mir etwas aus den vorangegangenen Fällen fehlen würde, vielmehr machte mich die Geschichte neugierig, so dass ich jetzt auch die alten Fälle lesen möchte, um schnellstmöglich nach Wien und zu Hieronymus und den seinen zurückkehren zu können. Zudem interessiert mich, wie aus einem Geisterfotograf ein Polizeiagent wurde.
Fazit:
Mich hat das Buch sehr positiv überrascht. Nicht nur die Geschichte, der spannende Fall, der immer weiter Tempo aufbaut, sondern auch vor allem der Schreibstil von Bastian Zach konnte mich einfangen und das Buch noch lange nachwirken lassen.
Bewertung
aus Oberursel
5/5
30.03.2026
Buch (Taschenbuch)
spannender Krimi im historischen Wien
Von Bastian Zach habe ich schon diverse historische Romane gelesen und sie allesamt echt verschlungen und geliebt, von daher habe ich mich gefreut, eine historische Krimireihe von ihm im Gmeiner-Verlag entdeckt zu haben. Die Reihe um den „Geisterfotograf“ und nebenberuflichen kuk-Ermittler Hieronymus Holstein kannte ich noch nicht und war gespannt. Normalerweise steige ich ungern irgendwann in der Mitte in eine Serie ein, hab es jetzt hier mal gewagt mit Band 5 anzufangen, und ja, hat funktioniert. Man kann hier gut auch quer einsteigen; der Kriminalfall steht im Mittelpunkt, und alles andere bekommt der Leser recht gut nebenbei erklärt und erzählt. Ich hatte zumindest nicht das Gefühl, dass mir irgendwelche Infos zur Vorgeschichte fehlen.
Hierum geht es: wir sind in Wien im Jahre 1879. Die Stadt ist in Aufregung ob der kommenden Festlichkeiten: Das Kaiserpaar Sisi und und Franz Josef feiern Silberhochzeit und ganz Wien soll mitfeiern, mit Prunkumzug und allem Drum und Dran. Der komplette Polizeiapparat ist diesbezüglich auch in Aufregung, schließlich muss die Sicherheit gewährleistet werden. Kommt einem irgendwie bekannt vor, ist heutzutage auch nicht anders :-) Mitten in den Vorbereitungen wird vor der Polizeidirektion ein abgetrennter Kopf mit einer lateinischen Botschaft abgelegt. Ein dubioser Mord, aber Polizeichef Marx kann sich hiermit gerade nicht auch noch befassen, also wird kurzerhand der „freie Mitarbeiter“ Hieronymus Holsten mit den Ermittlungen beauftragt. Dieser macht sich gemeinsam mit seinem Freund, dem Droschkenkutscher Franz, ans Werk, und schon bald führen die Spuren ins Milieu der ausgebeuteten Fabrikarbeiter und weiter, wie der Klappentext sagt, „zum Vermächtnis des Revolutionsjahres 1848 – und zu einer finsteren Verschwörung.“
Hieronymus und Franz decken peu a peu in höchsten Kreisen politisch motivierte Machenschaften auf, und müssen schauen, wie sie sich und die Ihren vor Attentaten und Vergeltungsanschlägen schützen….und ganz nebenbei muss die Monarchie und das Leben des Kaiserpaares bewahrt werden. Also, eigentlich müssen die beiden die Welt retten :-)
Mein Leseeindruck und Fazit: Wie ich nicht anders erwartet habe, es war spannend! Zach schreibt sehr lebendig, und wir haben hier sehr viele Dialoge, die die Handlung vorantreiben. Gespickt teils mit Wiener Dialekt-Ausdrücken, die aber in den Fußnoten übersetzt sind, haben wir hier auch eine authentische Atmosphäre. Es sind glücklicherweise aber immer nur einzelne Wörter im Wienerischem, sprich, ansonsten ist alles „im normalen deutsch“ wunderbar lesbar. Das historische Wien erscheint mir sehr gut recherchiert, ich fand das Setting absolut stimmig und hatte das Gefühl, mitten drin zu sein im Geschehen und in der Stadt. Zusätzlich werden uns Lesern hier auch die 1848er Geschehnisse noch mal kurz dargelegt, was ich auch ganz interessant fand.
Auch die beiden Hauptermittler, Hieronymus und Franz, haben mir sehr gut gefallen. Eigentlich ein extrem unwahrscheinliches Gespann: der eine ein ehemaliger Fotograf mit Connection zum Schaustellergewerbe und Unterweltgestalten, liiert mit einer Dame, die eigentlich aus der gehobenen Wiener Gesellschaft stammt, und der andere ein kriegsversehrter Fiakerkutscher, der mit einer 6-fachen unverheirateten Mutter und Fratschlerin zusammenlebt; und alle gemeinsam einen Hof bewohnen….ein wenig seltsam anmutend – aber nun, warum nicht? Man sieht, auch das Alltagsleben der beiden Helden bietet Erzählstoff, und erzählen und fabulieren kann der Autor.
Der Roman hat mich auf jeden Fall bestens unterhalten, ich fand sowohl den Fall spannend und stimmig, und auch die ganze Cast hat mir Spaß gemacht. Cooler historischer Roman. Ich gebe alle Daumen hoch und verteile 5 von 5 Sternen :-)
Philiene
aus Süsel
5/5
28.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Sehr spannend
Wiener Verschwörung ist bereits der fünften Teil einer Krimireihe rund um den Geisterfotographen Hieronymus, der in Wien ermittelt. Ich habe allerdings die Vorgänger nicht gelesen und hatte trotzdem keine Probleme in die Geschichte zu finden.
Der Roman spielt wie gesagt in Wien und zwar am Ende des Neunzehnten Jahrhundert. Vor einer Polizeistation wird eine Kiste abgegeben in der sich ein grausamer Inhalt befindet. Es handelt sich um eine Kopf. Hieronymus beginnt zu ermitteln, wobei die wichtigste Frage ist, wer ist der Tote und wo ist der Rest von der Leiche?
Der Fall ist richtig Spannend und führt zu Ereignissen die einige Jahre zurück liegen. Dunkle Gestalten, immer neue Fragen und Geheimnisse tauchen auf. Die Story ist einfach nur fesselnd und spannend.
Aber das ist nicht nicht alles. Denn es gibt auch nochi eine Nebenhandlung die uns zu Hieronymus Wohngemeinschafr führt und zu einem sehr sympathischen Schaustellerpaar. Dieser Teil ist entspannter und fügt sich perfekt in das Geschehen ein.
Wer historische Krimis liebt ist hier genau richtig.
Bewertung
4/5
19.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Unterhaltsamer Krimi mit Wiener Schmäh
Frisch als K.u.K.-Ermittler anerkannt, bekommt Hieronymus Holstein seinen ersten Auftrag von Polizeichef Marx. Ein abgetrennter Kopf wird vor der Polizeidirektion abgelegt, versehen mit einer latenischen Losung. Doch zu wem gehört dieser Kopf? Es dauert eine ganze Weile, bis der Name der Leiche gefunden ist.
Aber neben dem Namen können Hieronymus und sein Kumpel Franz noch eine Verbindung des Toten mit dem Jahr 1848 feststellen, als es in der Stadt revolutionäre Aufstände gegeben hat. Doch was hat das zu bedeuten?
Der historische Kriminalroman „Donaumelodien – Wiener Verschwörung“ von Bastian Zach ist der 5. Band der Geschichten um Geisterfotograf Hieronymus Holstein und lädt den Leser ein, in das Wien um 1879 einzutauchen und so auch das Leben in Wien zu Zeiten der Herrschaft von Kaiser Franz Joseph kennenzulernen. Die und Figuren und Dialoge sind authentisch und lassen die Zeit spürbar werden.
Auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist, kann man einige Zusammenhänge vielleicht besser verstehen, wenn man die ersten Bände kennt. So ist es mir doch auch etwas schwer gefallen, zu Beginn in der Geschichte anzukommen. Der Spannungsbogen ist jedoch gut gelungen und mit einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh versehen.