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Navid Kermani

1. Sommer 24

Sommer 24

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Verkaufsrang

4764

Gesprochen von

Jens Harzer

Spieldauer

4 Stunden und 36 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

17.02.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

89

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732486656

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Verkaufsrang

4764

Gesprochen von

Jens Harzer

Spieldauer

4 Stunden und 36 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

17.02.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

89

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732486656

Herstelleradresse

Argon Verlag AVE GmbH
Waldemarstraße 33A
10999 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@argon.de

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  • Eternal-Hope

    aus Österreich

    5/5

    17.02.2026

    Hörbuch-Download

    Mensch sein in dieser Zeit

    Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört, gesprochen von Jens Harzer, also nicht vom Autor selbst. Am Anfang musste ich mich an die Stimme und Vorleseweise erst ein bisschen gewöhnen, wirkte sie für mich doch ziemlich melancholisch und ernst. Doch je länger ich zuhörte und mich mit dem Inhalt des Buches befasste, umso passender fand ich diesen Sprecher für genau dieses Buch. Denn es geht um sehr ernste Themen. Um die Verfassung der Welt im Sommer 2024, und das persönliche Leben und die Freundschaften, Begegnungen, Beziehungen, Herausforderungen und Konflikte des Schriftstellers Navid Kermani, die in diesen Rahmen eingebettet sind. Es ist kein Roman, sondern eher eine persönliche Reflexion, und doch sehr spannend erzählt. Es geht um eine Zeit, die geprägt ist vom Ukraine-Krieg und vom Überfall auf Israel und dem darauffolgenden Gaza-Krieg, dem Wiedererstarken autoritärer Kräfte in vielen Bereichen der Welt, aber gleichzeitig auch von den Nachwirkungen der Pandemie, von der MeToo-Bewegung, von dem Kampf um Freiheit in Iran, von dem amerikanischen Wahlkampf und von vielem mehr. Einen großen Teil des Buches nimmt der innere Nachruf von Navid Kermani auf seinen verstorbenen Freund Rudolf ein. Rudolf war der in Deutschland lebende Sohn zweier jüdischer Holocaust-Überlebender und hat sich ein Leben lang an diesem Schicksal abgearbeitet. Nach dem 7. Oktober 2023 verhärtete sich seine Position zum Gaza-Krieg, darüber kam es zur Entfremdung der beiden Freunde, und zu einem letzten Treffen am Abend vor Rudolfs Freitod wegen schwerer Erkrankung. Differenziert denkt Navid Kermani über die Freundschaft und das Leben des Freundes nach, über das, was diesen geprägt hat, versucht, sich in diesen einzufühlen und bezieht doch auch eindeutig Stellung in Bezug auf das Leid der Menschen in Gaza. Sein Werk werde stark von den Geschichten der Menschen geprägt, von dem, was ihm erzählt werde und davon, dass er einfühlsam zuhöre, so führt es der Autor aus. Doch mindestens einmal hat ihn dieses Thema auch in ein großes Dilemma geführt: vor 25 Jahren begegnete er in einer Kneipe der jungen Frau "Julia", die beiden tranken miteinander, nahmen auch Drogen, und sie erzählte ihm von der Vergewaltigung, die sie vor kurzem überlebt hatte - nicht wissend, dass er ein Schriftsteller sei und ihre Geschichte, verfremdet, aber doch ohne ihre Zustimmung, in einem seiner Romane verwenden würde. Für diese Geschichte bekam der Autor erst einmal viel Lob, denn sie sei so überraschend authentisch erzählt, und das von einem Mann, doch viele Jahre später kam sie auch "Julia" unter, sie fühlte sich erkannt, und, wie sie in einem Brief an ihn schrieb, wie ein zweites Mal vergewaltigt. Dieser Brief erreicht den Autor aus einer psychiatrischen Klinik, in der sich die Frau zu diesem Zeitpunkt befindet. Der Autor fühlt sich erschüttert und angegriffen, kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie "Julia" seine Geschichte über sie mit einem physischen Übergriff gleichsetzen könne, hat Angst vor Verleumdung und Konsequenzen für seine schriftstellerische Karriere, will wissen, ob ihm diesbezüglich juristisch etwas droht, und sucht "Julia" in der Klinik auf. Diesen Teil habe ich als ambivalent empfunden und aus weiblicher Sicht lange nicht verstehen können, wie diesem sonst durchaus einfühlsamen Mann erst so spät, und nach einem Gespräch mit einer weiteren Frau, dämmert, wie übergriffig sein Verhalten gegenüber einem Vergewaltigungsopfer war. Hier zeigt sich der Autor also nicht nur als Sympathieträger, doch genau das macht ihn mir wiederum sympathisch, denn es ist ehrlich, echt und reflektiert, und im Laufe der Geschichte wird klar, dass er schon ernsthaft verstehen und mitfühlen möchte. Das macht überhaupt für mich die herausragende Qualität dieses Buches aus: wie sich der Autor darin als ganzer Mensch mit all seinen Facetten zeigt: mit seiner Persönlichkeit, seinen Eitelkeiten und Verwundbarkeiten, auch mit seiner eigenen Geschichte als Sohn persischer Migranten (auch deren Nähe zu Ayatollah Khomeini ist ein Thema, das er beleuchtet und kritisch hinterfragt). Diese Ehrlichkeit, sich so offen als Mensch in der Öffentlichkeit zu zeigen, nötigt mir tiefen Respekt ab, denn das erfordert sicher viel Mut. Entstanden ist dadurch ein sehr intelligentes, kritisch hinterfragendes und zu vielfältigenden Themen der aktuellen Zeit, von denen ich in dieser Rezension nur ein paar exemplarisch erwähnt habe, zum Nachdenken anregendes Buch, das ich allen an Politik, Geschichte, Psychologie und Zeitgeschehen interessierten Menschen nur wärmstens empfehlen kann, auch in der Hörbuchausgabe des Argon Verlags. Viele der darin geäußerten klugen Gedanken werden mich sicherlich noch länger begleiten.

  • Eva

    5/5

    17.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Statement für politische Haltung

    Wolfgang Schäuble ruft dem Publizisten hinterher: Das war gut! Ich bin nicht mit allem einverstanden, aber das war gut! Der Publizist hatte im Bundestag als Ehrengast eine Rede gehalten und war auf Ablehnung gestoßen. Er, der Verwandte im Iran hat. Ich bin nicht mit allem einverstanden, was in Sommer 24 steht. Aber es ist richtig gut. Es katapultuiert meinen Debattierwillen in höchste Höhen, ich will reden. Über die Kriege im Iran, in der Ukraine, im Sudan. Über das von ihm mit dem Vormarsch der populären, bild-erzeugenden Kräfte prophezeite Ende der liberalen Demokratie. Über die manchmal verschrobenen konservativen Statements, die er im nächsten Nebensatz selbstkritisch entlarvt. Über das ß, das im Text altmodisch anmutet. Wenn ein Text vor Relevanz platzen könnte, dann läuft Sommer 24 Gefahr, genau das zu tun. Er birst vor Aktualität und hält den Finger auf die himmelschreienden Widersprüche und Dramen des Zeitgeschehens. Dabei geht es nicht nur um den Schrecken der Kriege und die Demontage der Demokratie. Dieses Buch ist ein literarischer Spagat. Wie in Ludovico Settembrini und Leo Naphta stehen sich das erzählende Ich, das Kermani sein kann aber nicht muss und sein Antagonist Rudolf gegenüber, der den Freitod wählte und nun auf dem Sterbebett liegt. Der 7. Oktober ist Leitmotiv ebenso wie das Zitat Nichts ist ganzer als ein zerbrochenes Herz. Im stillen Streitgespräch beginnt die Reflexion über den Sommer 24 und flicht einen Kosmos aus Leid, Demut, menschlicher Reife, dem Kleinen, Eigenen und dem Globalen. Es erinnert an die großen Tagebücher von Kempowski, Rühmkorf oder Klemperer, die weit über die private Dokumentation hinausgehen, und vielmehr Zeugnisse ihrer Zeit sind. Immer politisch, immer persönlich. Brillant arbeitet der Autor heraus, dass das Politische unausweichlich und immer privat ist, und was das bedeutet, besonders für Menschen, die schon durch ihre Geburt in den politischen Kontext fielen, erkundet er im Sommer 24. Selbstreflexiv, weltanschaulich. Er, der Schriftsteller, der sich nicht vor der Kontroverse scheut. Ich wünschte, dass jede*r dieses Buch liest. Es gibt kein unpolitisches Leben. Es ist ein Statement.

  • Lesepixie

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    17.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Vielschichtige Gedanken im Sommer 2024

    Navid Kermani hat hier auf wenigen Seiten einen sehr und vielschichtigen Roman geschaffen, der von Jens Harzer in sehr passender Weise gelesen wird. Der Ich-Erzähler Navid besucht seinen Freund Rudolf, der am nächsten Morgen assistierten Selbstmord begehen wird. Rudolf, ein Jude, dessen Eltern Holocaustüberlebende waren, außerhalb Deutschlands geboren, aber nun in München heimisch, hat sich politisch von seinem Freund entfernt und zeigt nun deutliche Sympathien für die AfD. Navid, ein in Deutschland geborener Moslem mit persischen Wurzeln, macht sich nun, im Sommer, 2024 Gedanken über die Politik in der Welt, wie sie sich verändert, was Angst macht. Er denkt dabei auch an die Krisenherde weltweit, die aus den Medien wohlbekannten sowie die, über die weniger gesprochen wird. Er reist als Autor in diese Krisenregionen und berichtet, nicht über das Kampfgeschehen in Kriegsgebieten, sondern über Frauen und Kinder und die Auswirkungen, die diese Kriege auf sie haben. Er erzählt auch von seinem Freund Holger, den er seit der Schulzeit kennt, der eine beruflich gescheiterte Existenz ist und dessen einzige Tochter von einem anderen Mann aufgezogen wurde, während er Häuser besetzte und im Hambacher Forst der älteste Baumbesetzer war. Navid macht sich nicht nur Gedanken über die Politik, sondern auch über Religion, Kultur und viele andere Dinge. Aber auch über sein Privatleben und Schwierigkeiten, die sich darin ergeben, erzählt er. Aus meiner Sicht ein sehr dichtes, erhellendes, lesens- und hörenswertes Werk.

  • Lesenswert

    aus Bielefeld

    5/5

    17.02.2026

    eBook (ePUB)

    Keine leichte Kost, aber lesenswert!

    Mit "Sommer 24" liefert der vielfach preisgekrönte Schriftsteller und habilitierter Orientalist Navid Kermani einen anspruchsvollen Roman über unsere Zeit ab, gepackt in das Jahr 2024, ein Jahr des Umbruchs. Sein Freund Rudolf, selbst Holocoust-Überlebender, driftet politisch in die rechte Ecke ab, sympathisiert mit der AFD , verteidigt Israels Angriffe im Gazastreifen. Er wählt schließlich den Freitod. In USA besteht die Wiederwahl von Trump bevor, unterstützt von Elon Musk. Kriege rücken näher. Dazu kommt, dass sich seine Freundin von ihm trennt und ihn als Macho bezeichnet, aber auch sonst wird sein Leben durch eine von ihm selbst verfasste Geschichte heftig durcheinandergewirbelt. Der Roman ist keine leichte Kost, es braucht seine Zeit, ihn vollständig in sich aufzunehmen. Denn auf den 160 Seiten steht viel, und noch viel mehr zwischen den Zeilen. Mit messerscharfem Verstand analysiert Kermani nicht nur die Welt und die Politiker (dabei nimmt er unter anderem Bezug auf seine Rede vor dem Deutschen Bundestag), sondern auch sich selbst. Gibt es Möglichkeiten, auszusöhnen und zu versöhnen? Oder muss man einfach aushalten? Sprachlich gesehen ist der Roman ein Meisterwerk, lässt uns Kermani durch seine Sprache an seinen Gedanken teilhaben, dazwischen immer nimmt er auch Rückblick auf vergangene Ereignisse. Ein eindringliches Werk, das man sehr aufmerksam lesen muss! Ein Werk, das zum Nachdenken anregt! Ein Werk, das ich sehr gerne weiterempfehle! Ein Werk, das mich veranlasst, seine Lesung im März zu besuchen!

  • Bewertung

    aus Buchen

    5/5

    17.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Buch von Relevanz

    Navid Kermanis neues Buch ist eine Art privates erzählendes Essay, dass die Zeit Sommer 2024 beleuchtet. Im Mittelpunkt der Freitod eines Freundes, die Flüchtlingspolitik mit all seiner Unmenschlichkeit und die Arbeit an einer Rede über Thomas Mann. Fast hat es etwas tagebuchartiges, auch erstaunlich emotional. Und es geht nicht nur um 2024. Auch Allgemeingültiges wird thematisiert. Ein Reiz des Buches ist, die ganzen Themen zusammen zu bekommen, da die Zusammenhänge nicht so offensichtlich sind.

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